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Durchsuchungsaktion beim Westfälischen Pferdestammbuch

2017
18.05

Unerwarteten Besuch bekam am Donnerstagmorgen das Westfälische Pferdestammbuch in Münster-Handorf. Beamte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen beschlagnahmten im Rahmen einer Durchsuchungsaktion umfangreiches Beweismaterial.

Gegenüber dem Züchterforum bestätigte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, Pressestaatsanwalt der zuständigen Staatsanwaltschaft Münster, die Durchsuchungsaktion. Hintergrund der Aktion seien Erkenntnisse, die die Strafverfolger im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen die einstige Führungscrew des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes in Warendorf gewonnen hatten. Im Februar des vergangenen Jahres gab es im Landgestüt ebenfalls eine Durchsuchungsaktion. Unmittelbar darauf waren die Leiterin, der Verwaltungs-Chef sowie der Erste Hauptberittmeister wegen des Verdachts der Vorteilsannahme von ihrer vorgesetzten Behörde, dem NRW-Umweltministerium, vom Dienst suspendiert worden. Anfang März dieses Jahres erfolgte durch das Ministerium die fristlose Entlassung der drei Verdächtigen aus ihren Positionen im Landgestüt.

Oberstaatsanwalt Botzenhardt betonte, dass die Durchsuchungsaktion beim Westfälischen Pferdestammbuch nicht gegen die drei ehemaligen Mitarbeiter des Landgestütes gerichtet sei, sondern gegen andere Personen. Allerdings seien auch die Ermittlungen gegen die einstige  Führungscrew des Landgestütes noch nicht abgeschlossen. Welche konkreten Zusammenhänge es zwischen dem Ermittlungsverfahren in Sachen Landgestüt und der jetzt stattgefundenen Durchsuchungsaktion in Münster-Handorf gibt, mochte er nicht verraten. Auch gegen wen sich die neuen Ermittlungen richten, teilte Botzenhardt nicht mit.

Dem Züchterforum liegen jedoch Unterlagen vor, die vermuten lassen, dass für mehrere Hengste, die in den letzten Jahren auf Auktionen des Pferdestammbuches versteigert wurden und die anschließend im Landgestüt als Pachthengste eingesetzt waren, bei weitem nicht die Summen gezahlt wurden, die bei der Auktion offiziell als Zuschlagspreise genannt worden waren. Teilweise differieren die Summen um sechststellige Beträge. Ferner geht aus den Unterlagen hervor, dass Hengste bei den Auktionen nicht über das Pferdestammbuch abgerechnet wurden, wie es die Auktionsbedingungen eigentlich vorschreiben, sondern die Bezahlungen direkt zwischen Käufer und Verkäufer vorgenommen wurden.

Ralf Johanshon, Erster Vorsitzender des Westfälischen Pferdestammbuches, bestätigte gegenüber dem Züchterforum in einer ersten Stellungnahme die Durchsuchungsaktion. Johanshon unterstrich: „Sowohl haupt- wie ehrenamtliche Führung des Verbandes haben den Ermittlungsbehörden ihre volle Unterstützung in der Aufklärung zugesichert. Wir werden auf unserer Internet-Seite zeitnah zu dem Vorgang Stellung beziehen. TH