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Landgestüt Warendorf: Ehemalige Leitung kommt vor Gericht

2017
01.12
Wie das Amtsgericht Warendorf jetzt bekannt gab, wird es ab dem 22. Januar 2018 zum Strafprozess gegen die drei ehemaligen Führungskräfte des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes in Warendorf kommen.

Die Staatsanwaltschaft Münster hatte im September 2017 Anklage gegen die frühere Leiterin, den Verwaltungschef und stellvertretenden Leiter sowie gegen den ersten Hauptberittmeister erhoben.

So wirft die Staatsanwaltschaft der ehemaligen Leiterin und dem einstigen Hauptberittmeister jeweils vier Fälle von gemeinschaftlicher Vorteilsannahme vor. Dem entlassenen Verwaltungschef werden drei Taten der gemeinschaftlichen Vorteilsannahme sowie zwei Fälle der Untreue vorgeworfen. Zusätzlich lauten die Vorwürfe gegen den Hauptberittmeister einmal Betrug sowie Beihilfe zur Untreue.

Ausgangspunkt der Anklage waren Geschäftsbeziehungen der drei Angeschuldigten zum katarischen Reitsportzentrum Al Shaqab. Über eine offizielle Kooperation des Landgestütes mit dem Zentrum hinaus sollen die Drei auch private Geschäfte mit den Kataris getätigt haben und zwar im Rahmen ihrer Dienstreisen, zu denen sie auch noch ihre Ehepartner mit ins Morgenland genommen hatten. Allein hieraus sollen die Beteiligten unzulässige geldwerte Vorteile in Höhe von mehr als 49.000 Euro erhalten haben. Entgegen einem vom Ministerium ausgesprochenen Verbot auf Nebentätigkeiten gründete das Führungstrio eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, um mit Katar auch Privatgeschäfte, etwa den Verkauf von mehr als einem Dutzend Pferden zu organisieren, bei dem das Trio gute 60.000 Euro als Provisionen in die eigene Tasche gesteckt haben soll. Zudem, so die Anklageschrift, soll der Hauptberittmeister bei Turnieren Preisgelder in Höhe von rund 10.000 Euro erhalten und privat vereinnahmt haben. Aus einem Hengstankauf einer amerikanischen Pferdehändlerin sollen die Leiterin und der Hauptberittmeister nicht genehmigte Zuwendungen in Höhe von 8.000 Euro erhalten haben. Ferner wird dem Verwaltungsleiter vorgeworfen, eine private Sattelreparatur in Höhe von mehreren hundert Euro über das Landgestüt abgerechnet zu haben.

Eine Woche vor dem Beginn des Strafprozesses in Warendorf, darf sich auch das Arbeitsgericht in Münster noch einmal mit der Affäre befassen. Am 16. Januar wird dort die Verhandlung um die Kündigungsschutzklage der ehemaligen Leiterin fortgesetzt. Sie sowie ihre beiden Mitangeklagten waren Anfang März 2017 vom zuständigen Landwirtschafts- und Umweltministerium fristlos entlassen worden, nachdem das Ministerium den Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft eingesehen hatte. Dagegen hatte das Trio Klage eingereicht. TH