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Mitglieder wählen Diether von Kleist zurück ins Amt

2012
17.06

Eine regelrechte Revolution der Mitglieder hat im Araberzuchtverband VZAP fast keinen Stein mehr auf dem anderen gelassen: Sieben der 15 Vorstandsmitglieder, darunter auch Vorsitzender Manfred Hain, sind noch während der Mitgliederversasmmlung am Samstag zurückgetreten. Der Verein wird nun mit einem Notvorstand bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geführt. Der bisherige Zuchtleiter Diether von Kleist kehrt wieder an seinen Arbeitsplatz zurück. Dagegen wird statt seiner sein schon designierter Nachfolger Klaus Georg Beste fristlos gekündigt.

Die umstrittene Freistellung Diether von Kleists dauerte gerade eine Woche. Am Samstag wählten die Mitglieder des Araberzuchtverbandes VZAP ihren Zuchtleiter und Geschäftsführer mit überwältigender Mehrheit in der Jahreshauptversammlung zurück ins Amt. Kleist, der (wie berichtet) am 11. Juni trotz einer gegenteiligen Mehrheit im Gesamtvorstand von Vorsitzendem Manfred Hain und den beiden Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands, Klaus Bungenstock und Kurt Wagner, von seinem Posten entfernt worden war, sagte noch während der laufenden Sitzung auf telefonische Anfrage zu, am Montag wieder an seinem Arbeitsplatz zu sein.

Während der bisherige Zuchtleiter jetzt erneut im Amt ist, hat die Personalie Klaus Georg Beste für den Araberzuchtverband wohl nun ein endgültiges Ende gefunden. Beste, der vom VZAP 2004 wegen des Vorwurfs diverser Unregelmäßigkeiten schon einmal fristlos entlassen worden war und trotz heftiger Proteste aus der Mitgliedschaft von Teilen des Vorstandes zurückgeholt werden sollte, hat nun vom VZA, diesmal noch vor Dienstantritt, der zum 1. August erfolgen sollte, zum zweiten Mal eine fristlose Kündigung erhalten.

Diese Entscheidung fiel bereits in einer überaus turbulenten Vorstandssitzung, die der Mitgliederversammlung unmittelbar vorausgegangen war. Am Freitagabend ließ der Vorstand die Meldung auf die Verbands-Homepage stellen: „Alle Mitglieder des Gesamt Vorstandes haben sich sehr schwer damit getan, die eskalierte Situation einzuschätzen und die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Nach langer Diskussion und Vorlage neuer Erkenntnisse hat sich der Gesamt Vorstand dazu entschlossen, den Geschäftsführenden Vorstand aufzufordern, den Arbeitsvertrag mit Klaus Beste fristlos zu kündigen, da das Vertrauensverhältnis irreparabel erschüttert ist. Der Geschäftsführende Vorstand hat daraufhin aus Sorge um den Fortbestand des Verbandes den Beschluss gefällt, dem zu entsprechen."

Das Einlenken in dieser in der Mitgliedschaft äußerst umstrittenen Personalie hat die entschlossene Stimmung im Verband nicht mehr beruhigen können. „Das war eine Revolution", kommentierten zahlreiche Mitglieder das Ergebnis der Hauptversammlung, die ebenso ruhig wie spektakulär verlief. Als zahlreiche von Mitgliedern eingebrachte Änderungsanträge zur Tagesordnung mit überwältigender Mehrheit Zustimmung gefunden hatten, darunter auch der zur Abwahl des Vorsitzenden Manfred Hain (Mecklenburg-Vorpommern) sowie der beiden Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes, Kurt Wagner (Sachsen) und Klaus Bungenstock (Niedersachsen), zog die Vorstandsgruppe um Manfred Hain die Reißleine.

Nach einer kurzen Pause, die zunächst eigentlich der Festlegung der neuen Tagesordnung dienen sollte, erklärten Hain, Wagner und Bungenstock ihren Rücktritt. Mit ihnen gingen auch die Mitglieder des Gesamtvorstandes Anton Baumann (Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg), Franz Josef Darius (Rheinland), Michael Feldmeier (Schleswig-Holstein) und Rainer Feuerpeil (Rheinland).

Damit war dem von den Mitgliedern gewollten Notvorstand bis zu einer Neuwahl der Weg frei gemacht. Stellvertretende Vorsitzende Susanne Koller (Bayern), die von ihren drei männlichen Mitgliedern im geschäftsführenden Vorstand in den vergangenen Monaten regelrecht kaltgestellt und von Beschlüssen ausgeschlossen worden war, hat nun zusammen mit Prof. Dr. Michael Kersebaum (Bayern), Dr. Nils Ismer (Niedersachsen) und Andreas Schlicht (Baden Württemberg) die Aufgabe, den VZAP wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen und den entstandenen Scherbenhaufen zu kitten.

Für die zurückgetretenen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes ist die Angelegenheit durch den Rücktritt keineswegs erledigt. Bei nur sieben Enthaltungen stimmte die Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme einhellig dafür, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Sollten durch die Kündigung des Vertrags mit Klaus Georg Beste Kosten auf den Verein zukommen, hat sich die Mitgliederversammlung Regressforderungen gegen ihre nun ehemalige Vorstandsmannschaft vorbehalten.

Dr. Nils Ismer appellierte zum Abschluss der viele Stunden langen Versammlung an die Mitglieder, jetzt Ruhe einkehren zu lassen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um den durch die Vorgänge nach innen wie außen schwer beschädigten Zuchtverband wieder auf stabile Beine zu stellen.

Susanne Koller, die als einzige aus dem ursprünglichen geschäftsführenden Gremium verbliebe Person nun vorerst an der Spitze des Notvorstandes steht, erklärte nach der Sitzung gegenüber dem ZÜCHTERFORUM: „Das war eine eindrucksvolle Demonstration für Basisdemokratie. Die Mitglieder haben ausgesprochen ruhig und sachlich ihre Position vertreten und durchgesetzt. Meinen höchsten Respekt für dieses Engagement! Wir werden jetzt alles daran setzen, den Verband schnellstmöglich wieder rundum arbeitsfähig zu machen und hoffen dabei natürlich auch auf die Unterstützung unserer Mitglieder, den VZAP wieder zu befrieden."

Text:Melitta Burger

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