Emotionen, Umbruch und Neuanfang in Westfalen
„Eine interessante Zeit der Zusammenarbeit wartet auf uns – wir gehen das geschlossen an und werden versuchen alles zu meistern!“, so schließt der neue Vorsitzende des Westfälischen Pferdestammbuches Karl Hubertus Freiherr von Beverfoerde aus Ostbevern die Delegiertenversammlung. In einer vierstündigen Sitzung wurden fast alle Vorstandsmitglieder neu gewählt – nur Klaus Scherenberg bleibt als einziges „altes“ Mitglied erhalten. Zuvor haben die beiden Kassenprüfer den Vorstand nicht entlastet - daraufhin sind die restlichen Vorstandsmitglieder zurückgetreten – haben sowohl emotionale als auch objektive Reden gehalten. Auch Geschäftsführer und Zuchtleiter Dr. Friedrich Marahrens, der in Vergangenheit oft in der Kritik stand, stellte sich dem Publikum mit einer ergreifenden Rede, in der er sich mit dem amtsmüden Sheriff aus dem Film ‚No Country for old Man“ verglich und kündigte an: „Auch ich habe Probleme mit meinen Arbeitsbedingungen. Der derzeitige Umgang mit verdienten Persönlichkeiten und die Selbstdarstellung einiger Mitglieder ist nicht meine Welt. Ich habe daher meinem Dienstherren mitgeteilt, dass ich im Jahre 2014 in den vorgezogenen Ruhestand gehen werde. Bis dahin stehe ich den Züchtern voll und ganz zur Verfügung. Aber nicht um jeden Preis und schon gar nicht unter den Bedingungen, die ich in den letzten zwölf Monaten vorgefunden habe!“.
Ob und wie der neue Vorstand überhaupt mit dem amtierenden Geschäftsführer und Zuchtleiter zusammen arbeiten will, ist jedoch noch gar nicht raus. Der neue Vorstand bestehend aus dem Vorsitzenden Karl Hubertus Freiherr von Beverfoerde, Dr. Lutz Ahlswede, Günter Voss, Klaus Scherenberg, Ralf Johanshon, Egbert Bispinghoff, Beatrice Freifrau von Kanne und Karl-August Schulte-Vahrendorff wollte sich bezüglich hauptamtlicher Mitarbeiter des Verbandes nicht äußern. „Natürlich haben wir schon darüber gesprochen, sind aber noch nicht tief genug in der Matierie drin um Stellung dazu zunehmen“, erklärt Vorstandsmitglied Günter Voss, der als Vize-Vorsitzender gehandelt wird. „Wir wollen keinem Unrecht tun - alles weitere klärt sich in den nächsten vier Wochen.“ Die erste Vorstandssitzung wird am kommenden Donnerstagabend stattfinden.
In einem Punkt sind sich alle Vorstandsmitglieder einig: Die geplante Fusion mit dem Rheinischen Pferdestammbuch, die aufgrund der vergangenen Querelen auf Eis gelegt wurde, soll ihrer Meinung nach noch in diesem Jahr stattfinden. „Wir müssen zukunftsorientiert denken“, so Günter Voss.
Eine weitaus harmonische und sehr gut organisierte Wahl ging nach vier Stunden dem Ende zu. Die Findungskommission um Rolf Schettler und Rudolf Pellengahr hat sehr gute Arbeit geleistet. Rolf Schettler brillierte durch gute Vorbereitung und einem hervorragenden Überblick. Auch Rudolf Pellengahr verlieh der Sitzung etwas Beruhigendes. Er beendete die Wahl mit den Worten: „Heute Abend haben wir gesehen: Die Westfalen können mit- und nicht nur gegeneinander".
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(gar)

