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Isabell Werth und Bella Rose liefern emotionalen Goldritt

2018
13.09
Zwölftes WM-Gold für deutsche Dressurreiter

Gold war den deutschen Dressurreitern schon nach dem dritten Ritt quasi nicht mehr zu nehmen - aber Isabell Werth und Bella Rose setzten das i-Tüpfelchen auf die Goldmedaille. Die Westfalen Stute v. Bellisimo ließ sich von der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit nicht beeindrucken, zeigte Piaffen und Passagen vom Allerfeinsten, Traversalen, die nicht perfekter sein könnten und harmonierte mit ihrer Reiterin in brillianter Art: 84,829 Prozent waren der verdiente Lohn. Isabell Werth liefen die Tränen... bei der Grußaufstellung zum Schluss, im Fernsehen, in der Mixed Zone, in der Siegerehrung - selbst noch bei der Pressekonferenz eine ganze Zeit später. Wenn es um Bella Rose geht, wird Werth besonders emotional. "Das war die richtige Antwort auf die Frage, warum ich Bella Rose hierher bringe", so die Reiterin. "Wenn man weiß, was in diesem Pferd steckt, ist die Antwort klar gewesen. Das war eine Sternstunde. Als ich eingeritten bin, dachte ich: Manoman. Wenn sie keine Fehler macht, muss man uns erstmal schlagen. Es ist ein großartiges Gefühl. Wir haben alles bis hierher aufgebaut - es war eine sehr ehrliche Zusammenarbeit mit Monica bis hierher." Die Bundestrainerin selbst konnte auch nur schwärmen: "Es war wunderbar, zum Genießen. Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht." Die Teamkolleginnen Dorothee Schneider und Jessica von Bredow-Werndl feierten in der Mixed Zone: "Wahnsinn, das war Gänsehautfeeling!"

Mit 242,950 Prozenten war der Sieg klar vor den USA, die mit Goldambitionen angetreten waren, aber nicht die Bestleistungen abrufen konnten. Für sie gab es Silber mit 233,136 Prozent vor Großbritannien mit 229,628 Prozent. Doch die USA gaben sich als faire Verlierer. Equipechef Robert Dover, der nach diesem Championat seinen Posten abgeben wird, erklärte: "Die Deutschen waren unglaublich. Aber es ist toll - durch diesen Wettkampf werden wir immer besser." Und auch die Briten freuten sich über ihre Mannschaftsmedaille. Carl Hester, der mit Hawtins Delicato ebenso ein neues Pferd präsentierte wie Charlotte Dujardin mit Mount St John Freestyle, verdeutlichte: "Die letzten sechs, sieben Jahre hatten wir Valegro. Das war das Beste, was unserem Land passieren konnte. Aber wir haben gezeigt dass wir auch neue Pferde herausbringen und Medaillen gewinnen können."

In der Einzelentscheidung wird es morgen im Special spannend. Laura Graves will dann wieder mit Verdades angreifen. Sie wurde hinter Werth Zweite mit 81,537 Prozent, Sönke Rothenberger und Csmo wurden am Ende Dritte. Überraschend: Patrik Kittel mit Well Done de la Roche CMF auf Rang vier vor Dujardin und Hester. (mos)

Foto: Stefan Lafrentz