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Zoom bleibt, Hotline geht

2018
05.11
Gestüt Blue Horse zieht seinen Spitzenvererber ab

Warendorf. Die in der vergangenen Woche verkündete Kooperation des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes mit Andreas Helgstrand sorgt für immer mehr Furore. Das Landgestüt hatte Ende Oktober bekannt gegeben, dass zukünftig unter anderem der Helgstrand-Hengst Don Deluxe in Warendorf aufgestellt und parallel dazu Helgstrand in die Ausbildung der Landbeschäler involviert werden solle. Gleichzeitig war bekannt geworden, dass es Kaufabsichten Helgstrands an dem Landbeschäler Flavis gebe. In den sozialen Netzwerken und den Facebook-Seiten der Fachmedien sorgten daraufhin verärgerte Züchter und Pferdefreunde für einen wahren Shitstorm, den auch die zweite Pressemeldung des Landgestütes am vergangenen Freitag nicht mildern konnte, in dem verkündet wurde, dass Zoom nicht nach Dänemark gehe und Flavis zurzeit nicht verkauft werde. Der Aufruhr in der Züchterschaft scheint auch im zuständigen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf nicht unbemerkt geblieben zu sein. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen zu erfahren war, wurde die Leiterin des Landgestütes, Kristina Ankerhold, am Montag aus ihrem Urlaub heraus nach Düsseldorf zitiert. Schon skurril zu nennende Züge nahm die Causa Kooperation am Montag an. Auf einen eher übersichtlich gehaltenen und per E-Mail an die Pressesprecherin des Landgestütes eingereichten Fragenkatalog bezüglich der Vorgänge um die Landbeschäler Zoom und Flavis, gab es am Montag von der Pressestelle des Landgestütes eine mehr als ungewöhnliche und irritierende Antwort:

 „zukünftig sind Pressenanfragen in schriftlicher Form per E-Mail ausschließlich an die Pressestelle des NRW Landgestüts zu richten, so dass die Beantwortung Ihrer Anfragen unter Abstimmung des Ministerium erfolgen kann. Von telefonischen Kontaktaufnahmen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des NRW Landgestüts ist abzusehen.“Mit freundlichen Grüßen
i.A.
Pia Kemper (Öffentlichkeitsarbeit)

Vertrauensvolle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stellt man sich irgendwie anders vor. Eine Reaktion ganz anderer Art gab es ebenfalls am Montag. Das dänische Gestüt Blue Hors ließ den Top-Hengst Hotline, der als Pachthengst dem Landgestüt zur Verfügung gestellt worden war, per LKW abholen. Hierzu gilt es zu wissen: Das Gestüt Blue Hors hatte seinerzeit Zoom als Fohlen erworben und später an das Landgestüt verkauft. Esben Möller, Betriebsleiter des Gestütes Blue Hors, meinte zu dem Vorgang auf Anfrage des „Züchterforums“ in einer mehr als diplomatischen Antwort: „Der Pachtvertrag für Hotline ist erloschen und wir konnten keinerlei Kontakt zur Leiterin des NRW-Landgestütes, Frau Ankerhold, herstellen, um uns bezüglich einer Vertragsverlängerung auszutauschen.“ Auf die Frage, ob der Abzug von Hotline in einem Zusammenhang mit der verkündeten Kooperation des Landgestütes mit Helgstrand zu sehen sei, antwortete Möller: „Wenn man einen Hengst verkauft, muss man auch akzeptieren, was der neue Besitzer damit macht. Wir haben aber hier in Dänemark schon gehört, dass bei Euch in Deutschland die geplante Kooperation des Landgestütes mit Helgstrand für einiges Aufsehen gesorgt hat.
Thomas Hartwig

Foto: Wurde von seinen Besitzern, dem Gestüt Blue Hors, am Montagnachmittag vom NRW-Landgestüt abgezogen: Der Spitzenvererber Hotline, der der Inhaberfamilie des Lego-Konzerns gehört. (L. Hartwig)