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Kür beim CHIO Aachen: Ein Feuerwerk der Reitkunst, eine Torte und der Sieg für Isabell Werth

2019
21.07
Bella Rose und Showtime auf Augenhhöhe - mehr geht nicht.
Jedes Jahr ist die Grand Prix Kür in der Fünf-Sterne-Tour in Aachen das absolute Wochenhighlight beim CHIO im Viereck. Und auch dieses Jahr wurden die Dressurfans nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Was da ins Viereck gebracht wurde - das hatte Championatsniveau.
Dorothee Schneider & Showtime FRH
Dorothee Schneider & Showtime FRH

In der Schlussgruppe musste Dorothee Schneider mit Showtime vorlegen - und sie lieferte ab. Der Hannoveraner Wallach v. Sandro Hit/Rotspon, 13 Jahre mittlerweile alt, ist in der Form seines Lebens. Er ist nach seiner Verletzung besser denn je: voller Kraft, voller Ausdruck, immer schön in der Anlehnung, und er wirkt sicher wie ein Uhrwerk. Power pur! "Er war fantastisch", bilanzierte Schneider voller Emotionen. "Er wird besser und besser. Natürlich weiß man nie, was am dritten Tag passiert, aber er ist so frisch und mental einfach voll da. Wir waren uns wieder so nah und ich habe wirklich das Gefühl, wieder zurück zu sein." Mit 89,660 Prozent war die Vorlage ordentlich und eine persönliche Bestmarke für die beiden - 21 Mal gab es die 10. Irre. Aber Isabell Werth - das wusste man - hatte schon über 90 Prozent in der Kür erreicht. Die hätte Dorothee Schneider heute auch knacken können, aber viel fehlte nicht mehr.

Dann die Britin Charlotte Dujardin mit ihrem "Leihpferd" Erlentanz v. Latimer. Der Trakehner Wallach hat unglaublich viele Höhepunkte, wirkt aber im Gesamtbild noch nicht ganz so stabil in der Anlehnung wie ein Showtime. Dennoch: Den Weg der beiden hätte man gerne weiterverfolgt. 83,995 Prozent gab es (was am Schluss Platz fünf bedeutete).

Als nächste war die Dänin Cathrine Dufour am Start, mit dem Westfalen Wallach Bohemian v. Bordeaux/Samarant. Ohne Fehler zeigten die beiden eine Kür auf allerhöchstem Niveau. Dabei ist Bohemian gerade Mal neun Jahre alt. Die beiden könnten noch eine größere Rolle in der Zukunft spielen.

Jessica von Bredow-Werndl & TSF Dalera BB
Jessica von Bredow-Werndl & TSF Dalera BB

Jessica von Bredow-Werndl und ihre Trakehner Stute TSF Dalera BB v. Easy Game waren als Vorletzte gefragt. Gleich zum Auftakt punktete das Paar mit einer Piaff-Piroutette vom Allerfeinsten - Dalera zeigte nach den Aussetzern in den Piaffen im Special, dass sie das Piaffieren nicht verlernt hat. Höchstnoten gab es für die künstlerische Note der Kür - und am Ende standen 87,595 Prozent. Damit war sie hinter Schneider, aber auch für die Mannschaftsweltmeisterin und ihre Ausnahmestute war es ein persönlicher Rekord. "Dalera ist magisch", strahlte von Bredow-Werndl. "Einfach ein Traum zu reiten, eine Seelenverwandte. Ich hatte schon im Test Gänsehaut - und das heißt was. Und mir war es wichtig, heute zu zeigen, dass sie eben doch eine Piaff-Queen ist."

Isabell Werth & Bella Rose
Isabell Werth & Bella Rose

Und schließlich noch Isabell Werth. Die feiert heute ihren 50. Geburstag. Entsprechend groß waren die Erwartungen. Von allen Seiten hieß es, sie könnte sich selbst das perfekte Geburstagsgeschenk machen. Aber Werth weiß, wie man mit Druck umzugehen hat. "Das ist nicht neu für mich", lachte sie. Und sie machte sich ihr Geschenk. Oder vielmehr Bella Rose. Die Westfalen Stute v. Belissimo/Cacir AA war in Top-Form, demonstrierte in Perfektion ihre Elastizität in Piaffe und Passage und tanzte nahezu perfekt zur Musik von Puccini. Einziger Wermutstropfen: Die Einer-Wechsel auf der gebogenen Linie, in denen die beiden eine Unterbrechung hatten - die Wechsel waren dann alle etwas zu kurz. Aber spätestens die Schlusslinie machte alles wieder wett. 90,450 Prozent! "Das müssen wir noch mal üben mit der Kurve", lachte Werth. "Aber ich liebe diese Kür und die Musik." Alle liebten sie. Es war der perfekte Tag für Isabell Werth. Und zur Feier des Tages überreichte der Veranstalter eine große Torte für die Dressur-Queen. Die hat sie sich verdient. (mos)

Fotos: Stefan Lafrentz