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Reservesieger positiv getestet

2019
02.01

Westfälische Hauptkörung für Reitpferdehengste 2018

Münster-Handorf. Wie das Westfälische Pferdestammbuch in Münster-Handorf jetzt bekannt gab, wurde anlässlich der Hauptkörung der Reitpferdehengste Ende November im Rahmen einer Medikationskontrolle ein Hengst positiv auf das Beruhigungsmittel Acepromazin positiv getestet. Dabei handelt es sich um einen von der Reesink Pferde GmbH ausgestellten Sohn des Vitalis aus einer Krack C-Mutter, der einer der drei Reservesieger war. Das Westfälische Pferdestammbuch gab zum Vorgang am 2. Januar folgende Pressemitteilung heraus: 

 

„Münster, 2.1.2019. Das Westfälische Pferdestammbuch führt im Rahmen seiner Reitpferde-Hauptkörung Medikationskontrollen gemäß des allgemein anerkannten ADMR-Standards (FN Anti-Doping- und Medikationskontroll-Regeln, vgl. LPO) durch. Unter den Untersuchungsergebnissen, die vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführt wurden, wurde die Katalognummer 50 des Körkatalogs, Hengst v. Vitalis – Krack C (Aussteller: Reesink Pferde GmbH) positiv auf den Wirkstoff Acepromazin getestet. Der Verstoß gegen die Körordnung mittels Verabreichung des vorstehenden Inhaltsstoffs hat zur Folge, dass von der Zuchtleitung das Körurteil und auch die Prämierung aberkannt werden. Die Qualitätsstandards der Körung z.B. hinsichtlich Abstammung, Gesundheit, Leistung und Chancengleichheit werden an verschiedenen Stellen im Körungsverlauf neutral abgeprüft. Diese Kriterien gelten als einheitlich unter den deutschen Pferdezuchtverbänden. Insofern wird im vorliegenden Fall identisch konsequent vorgegangen, wie beispielsweise bei Vorlage von nicht zulassungsfähigen Gesundheits- und Leistungsbeeinträchtigungen im Rahmen der klinischen / röntgenologischen Körungsuntersuchung. Der Hengstaussteller hat gegenüber dem Westfälischen Pferdestammbuch schriftlich erklärt, dass er auf die Öffnung der B-Probe verzichte, da sich die positive Medikation mit einem Tierklinik-Aufenthalt unmittelbar vor Körungsbeginn in Verbindung bringen ließe. Unabhängig von der Frage der Zulässigkeit der dort erfolgten Behandlung, wurde die Medikation im Körbüro nicht angegeben, so dass auch keine Vorabentscheidung durch die Verbandstierärzte hätte erfolgen können. Die Körkommission hat entschieden, dass der Hengst aufgrund seines grundsätzlichen Potentials einer erneuten Beurteilung unterzogen werden kann. Bis Ende Februar 2019 kann am Standort Münster-Handorf der gesamte Körungsablauf inkl. erneuter Medikationskontrolle bei kompletter Kostenübernahme des Ausstellers durchlaufen werden. Unabhängig davon werden in diesem Medikationsfall seitens des Westfälischen Pferdestammbuchs weitere Schritte geprüft, da die Hengstaussteller über die Körordnung / Ausschreibung der Westfälischen Hauptkörung der ADMR-Richtlinie gemäß LPO zugestimmt haben.“ Soweit die offizielle Presseverlautbarung des Westfälischen Pferdestammbuch.

 

Acepromazin ist ein hoch wirksames Neuroleptikum und Sedativum, das nach dem Anti-Doping-Regelwerk der FN (ADMR) für den Reitsport als Doping-Substanz eingestuft wird. Unabhängig von möglichen Sanktionen des Zuchtverbandes oder der FN kann die Teilnahme des auf die Dopingsubstanz Acepromazin positiv getesteten Hengstes an der Körung auch einen Verstoß gegen § 3 des Tierschutzgesetzes darstellen. Bei der anschließenden Auktion war der Hengst für ein Gebot von 370.000 Euro einem Interessenten aus Belgien zugeschlagen worden. TH

Im Bild, Da war die Welt noch in Ordnung: Bei der Westfälischen Hauptkörung wurde der anschließend positiv getestete Vitalis-Sohn einer von drei Reservesiegern. Foto: Hartwig