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Stellungnahme an die Delegierten und die Öffentlichkeit

2019
21.07

Nach den Züchtern spricht jetzt auch der geschäftsführende Vorstand

Nachdem bereits eine Stellungnahme etlicher Hannoveraner Züchter zu den Vorgängen beim Hannoveraner Verband die Öffentlichkeit erreichte, äußerte sich nun auch der geschäftsführende Vorstand. In einem – eigentlich an die Delegierten des Verbandes adressierten – Schreiben das umgehend auch die Lokalpresse erreichte und unserer Redaktion ebenfalls vorliegt, bemüht sich die engste Verbandsführung um die Richtigstellung einiger, in der Öffentlichkeit vorgetragenen Behauptungen. Dabei lässt sich sicher darüber streiten, ob die zu Beginn des Schreibens gewählte Formulierung, dem Verband gehe es gut, vor allem vor dem Hintergrund der derzeitig erkennbaren Streit- und Diskussionskultur, klug gewählt erscheint. Interessanter wird es allerdings an den Stellen, die sich mit den bisher in der Öffentlichkeit geäußerten Behauptungen beschäftigen. So stellen die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes deutlich klar, dass die fristlose und außerordentliche Kündigung des ehemaligen Geschäftsführers und Zuchtleiters nach ausführlicher, anwaltlicher Prüfung und Beratung erfolgte. Das erhebliche Pflichtverletzungen festgestellt worden seien und dass ein deutlicher Mehrheitsbeschluss des Gesamtvorstandes zu diesem Schritt ergangen ist. Weiter wird darauf verwiesen, dass die Gründe für diesen Schritt sowohl dem Vorstand als auch Dr. Werner Schade im Vorfeld der Entscheidung schriftlich dargelegt wurden. Dieser Umstand widerspricht ganz klar der Darstellung durch Dr. Schade, etwa in dem Fernsehbeitrag des NDR. Der geschäftsführende Vorstand erklärt weiter, es habe bereits im Vorfeld der Kündigung, als auch im direkten Anschluss mehrere Bestrebungen gegeben mit Dr. Schade zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, die leider erfolglos geblieben seien. Auch unserer Redaktion liegen hierzu Unterlagen vor, die diese Aussage zu belegen scheinen. Im weiteren Verlauf des Schreibens an die Delegierten wird deutlich, das aufgrund der Möglichkeit eventueller strafrechtlicher Relevanz, mittlerweile auch Strafanzeige gegen den ehemaligen Geschäftsführer und Zuchtleiter erhoben worden sei. Auch der mehrfach geäußerten Behauptung, die Entlassung von Dr. Schade habe zu einem nennenswerten Verlust im Mitgliederbestand geführt, tritt das Trio um den Vorsitzenden Hans Henning von der Decken mit klaren Zahlen entgegen. So weise der Zeitraum von Januar bis Juni 2019 eine Differenz von lediglich 18 Personen zum Vergleichszeitraum 2018 auf – bei einem Mitgliederbestand von 12.164 Mitgliedern. Der geschäftsführende Vorstand verweist darauf, mit dem Behaupten derartiger, nicht faktenbasierter Behauptungen solle eine künstliche Panik erzeugt werden. Unabhängig von der Tatsache, dass erkennbarer Handlungsbedarf sicher nicht verneint werden kann, mutet der zeitliche Zusammenhang der jüngsten Veröffentlichungskampagne etwa mit der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung anstehenden Vermarktungsveranstaltung der Reitpferdeauktion, schwerlich als Zufall an. Es scheint als wolle man in der Tat durch das Torpedieren der Auktionen eine Krise erst kreieren bzw. weiter verschärfen um sich dann auf dringenden Handlungsbedarf zu berufen. Somit wirken Aktionen wie etwa die Klage von sechs Mitgliedern gegen den eigenen Verband oder auch die vom rheinischen Züchter Herbert Werth erhobenen Vorwürfe und Mutmaßungen ein wenig, als würde man ein Haus an allen vier Ecken anzünden, nur um dann, wenn es in Flammen steht, laut zu rufen „Haltet den Brandstifter!“
Im Rahmen der Strukturreform wird der aktuell amtierende Gesamtvorstand des Hannoveraner Verbandes anlässlich der nächsten, ordentlichen Delegiertenversammlung zurücktreten. Dies sieht der am 11. April mit deutlichem Votum der Delegierten unterstützte Weg der geplanten Strukturreform vor, um einen Neuanfang mit einem, dann deutlich verkleinerten, neuen Vorstand und einem Aufsichtsrat als Kontrollinstanz gestalten zu können. Forderungen, zum jetzigen Zeitpunkt einen sofortigen Rücktritt des Gesamtvorstandes erzwingen zu wollen, dürfte somit vor allem der Wunsch nach Rückabwicklung einer einzelnen Personalie, und weniger die uneigennützige Sorge um den Verband zugrunde liegen. Am Wochenende nun folgte dann auch ganz offiziell eine Pressemitteilung des geschäftsführenden Vorstandes, die eine breite Öffentlichkeit ganz offiziell informierte und auch der Presse direkt zuging. Vor allem wurde dabei deutlich, dass sich der Hannoveraner Verband augenscheinlich nun auch professionelle Unterstützung in Fragen der PR gesucht hat, ein sicher nachvollziehbarer Schritt, der keinen Tag zu früh erfolgt scheint.  SB