Diese Webseite verwendet Cookies

Unsere Webseite verwendet Cookies und ähnliche Technologien um die einwandfreie Funktion der Webseite zu gewährleisten, Inhalte zu personalisieren und den Datenverkehr zu analysieren. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Menü
Logo
+49 711 806082-53 Facebook Twitter App Kontakt

Dunkle Wolken am Horizont über Verden

2020
27.07
Aussagen des Vorsitzenden des Hannoveraner Verbandes zum Fall Dario entfalten große Brisanz
Dr. Werner Schade & Hans-Henning von der Decken anlässlich der Körung 2018 in Verden – Widersprüchliche Aussagen des Vorsitzenden des Hannoveraner Verbandes im Fall Dario könnten nun den Verband belasten
Dr. Werner Schade & Hans-Henning von der Decken anlässlich der Körung 2018 in Verden – Widersprüchliche Aussagen des Vorsitzenden des Hannoveraner Verbandes im Fall Dario könnten nun den Verband belasten

Der Umgang mit dem in Verden im Jahr 2018 trotz bekannter Shivering-Diagnose gekörten und prämierten Hengst Dario, hatte in der Folge auch zur Entlassung des damaligen Geschäftsführers und Zuchtleiters, Dr. Werner Schade geführt. Im Zentrum stand dabei unter anderem auch die Verwendung einer Faksimile-Unterschrift des Verbandsvorsitzenden Hans-Henning von der Decken durch Dr. Schade, unter einem Vertragswerk zur Rückabwicklung des Auktionsverkaufs von Dario durch die Norwegerin Kristin Andresen. Besonders die Rechtmäßigkeit der Verwendung dieses Faksimiles und damit die Rechtmäßigkeit des gesamten Vertragswerkes, stehen seitdem im Focus des Interesses und eben auch mehrerer, mittlerweile anhängiger Verfahren. Ganz zentral dürfte in diesem Zusammenhang auch die Frage der Glaubwürdigkeit der Akteure wirken, nicht zuletzt in dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Verden, das sich mit der Kündigung von Dr. Schade durch den Vorstand des Hannoveraner Verbandes befasst. In diesem Kontext muten die nun nach und nach in die Öffentlichkeit vordringenden Informationen, der Vorstand des Hannoveraner Verbandes habe seine Entscheidung Dr. Schade seiner Ämter zu entheben eventuell auch unter dem Eindruck falscher Aussagen des eigenen Vorstandsvorsitzenden getroffen, gelinde ausgedrückt, als echte Bombe an. Während Hans-Henning von der Decken ursprünglich verlauten ließ, er sei über den Gesundheitszustand des Hengstes Dario erst durch die Reklamation durch Frau Andresen unterrichtet worden, lässt sich diese Aussage nun nicht mehr aufrecht erhalten. Auf telefonische Nachfrage am heutigen Tage durch unsere Redaktion, bestätigt Hans-Henning von der Decken nun selbst, er sei bereits am Abend des 24. Oktober, anlässlich einer Besprechung, an der unter anderem auch der Auktionstierarzt Dr. Frank Reimann teilnahm, über den Gesundheitszustand von Dario informiert worden, also vor dessen Körung, Prämierung und anschließendem Auktionsverkauf. Eine Auswirkung der nun sichtbaren Diskrepanz zwischen seinen beiden unterschiedlichen Aussagen auf das Verfahren am Arbeitsgericht, will er nach eigener Aussage nicht erkennen. Diese Einschätzung zu zwei widersprüchlich getätigten Aussagen, von denen eine – nämlich die, die sich nun als unkorrekt herausstellt – anlässlich der vermutlich wichtigsten Vorstandssitzung der zurückliegenden 15 Jahre, im Rahmen der Vorstandsentscheidung mit der  mutmaßlich größten Tragweite der vergangenen zwei Jahrzehnte, lässt sich nur mit Fassungslosigkeit aufnehmen. Fassungslosigkeit hinsichtlich der augenfälligen Fehleinschätzung, ebenso wie hinsichtlich einer gewissen Nonchalance mit der sie vorgetragen wird. Dabei erscheint es fast unwichtig ob jene Nonchalance dabei Ausdruck einer Fehleinschätzung ist oder einer ganz unglaublichen Abgebrühtheit entspringt. Fatal wirkt auch der Umstand, dass diese nun offenkundig gewordene Diskrepanz in den Aussagen des ersten Vorsitzenden nicht durch Hans-Henning von der Decken selbst kommuniziert wurde. Vielmehr hat der Vorsitzende insgesamt 14 Monate gewartet, bis die Tatsache nun öffentlich wurde. Vierzehn Monate, in denen unendliche Haupt- und Ehrenämtler im Verband mit größtem Engagement sich in den Dienst einer Neuausrichtung in Verden gestellt haben. So ist denn auch nur zu gut verständlich, dass sich die unterschiedlichsten Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner am heutigen tage schockiert, verletzt und entmutigt zeigen ob des sichtbar gewordenen Vertrauensmissbrauchs. Bereits seit einigen Tagen sind die Bezirksvorsitzenden über den Zusammenhang informiert. Nicht mehr nachvollziehbar erscheint die Tatsache, dass sich Hans-Henning von der Decken vor dem Hintergrund der nun deutlich gewordenen Tatsachen um das Amt des Verbandspräsidenten anlässlich der anstehenden Wahlen bei der Delegiertenversammlung am 24. August bewirbt, so wie es die offizielle Liste der Kandidaten ausweist. Der Entscheidung scheint die Idee zugrunde zu liegen, diese Problematik persönlich aussitzen zu können. Die Frage nach der Verantwortung eines Verbandsvorsitzenden für die Integrität seines Amtes, die von ihm vertretenen Mitglieder oder gar die Verantwortung für die Hannoveraner Zucht können in den Überlegungen des Hans-Henning von der Decken keinen Raum eingenommen haben. Andernfalls hätte er sich anders verhalten, hätte sein Fehlverhalten rechtzeitig eingestanden und hätte den Weg auch für einen personellen Neuanfang in Verden frei gemacht. Nun bleibt ihm wohl nur noch in einem letzten Akt der Verantwortung seine Kandidatur zurück zu ziehen um den bereits entstandenen Schaden für den Verband so weit irgend möglich zu begrenzen.    S.B.