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Stellungnahme aus Verden

2020
28.07
Hannoveraner Verband äußert sich zum Fall Dario und veröffentlicht Stellungnahme des ersten Vorsitzenden
Der Fall des Dario sorgt weiter für Unruhe im Hannoveraner Verband
Der Fall des Dario sorgt weiter für Unruhe im Hannoveraner Verband

Unter dem Link: https://www.hannoveraner.com/hannoveraner-zucht/news/artikel/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1309&cHash=bd7172e96f23d330302de5696368c027 veröffentlichte der Hannoveraner Verband heute eine Erklärung zum bisherigen Sachstand rund um den Fall des Hengstes Dario. Dabei macht der Verband deutlich, dass es sich hier um eine ausgesprochen komplexe Sachlage mit unterschiedlichen Handlungssträngen handelt. Eine Einschätzung der man sicherlich folgen kann. Enthalten in der Onlinemeldung ist zudem eine persönliche Stellungnahme des ersten Vorsitzenden, Hans-Henning von der Decken, die unter folgendem Link einzusehen ist: https://www.hannoveraner.com/fileadmin/user_upload/Download_pdf/Sonstiges/Stellungnahme_H.v.d.Decken.pdf

Diese persönliche Stellungnahme birgt allerdings erkennbare Brisanz. Sie verdeutlicht ein neuerliches Zerwürfnis zwischen dem ersten Vorsitzenden des Verbandes und seinem Stellvertreter, Hartmut Wilking, der massiv angegriffen wird. In dieser persönlichen Stellungnahme wird zudem vom ersten Vorsitzenden erneut bestätigt, dass er zu der Fragestellung ab wann er über den Gesundheitszustand des Hengstes Dario informiert war, unterschiedliche Aussagen abgegeben habe und damit zumindest in einem Fall die Unwahrheit gesagt habe. Zur Erklärung führt Hans-Henning von der Decken an, er habe anlässlich der entscheidenden Sitzung im Mai 2019, so wörtlich während einer neunstündigen Versammlung nicht richtig zugehört, als er nach dem Shivering gefragt wurde. Von der Decken begründet dies mit der hohen Anspannung und der allgemein belastenden Situation. Nicht aus der Stellungnahme hervor geht allerdings, warum in den dann folgenden 14 Monaten nicht wenigstens den Mitgliedern des Gesamtvorstands gegenüber, eine Klarstellung erfolgte. In der entscheidenden Sitzung im Mai 2019 wurden Beschlüsse von schwerwiegender Tragkraft gefällt, unter anderem ging es um die berufliche Existenz eines Mitarbeiters und die Verhinderung von sich aus der Entscheidung ergebenden finanziellen Risiken für die Mitglieder des Hannoveraner Verbandes. Da würde man nun eine entsprechende Konzentration und Würdigung der Fakten erwarten, auch wenn sie sich als zunächst nicht essentiell darstellen mögen. Wenn dann eine falsche Aussage getätigt wurde, erscheint es doch dringend geboten, zumindest die an der Entscheidung beteiligten Personen zeitnah und umgehend zu kontaktieren und die getätigte Aussage zu korrigieren. Die Tatsache, dass es augenscheinlich notwendig ist, auf diese Selbstverständlichkeit hinzuweisen, erscheint da fast aussagekräftig genug. Die nun erfolgende Attacke gegen den zweiten Vorsitzenden, Hartmut Wilking, der den Sachstand nach Aussage von Hans-Henning von der Decken öffentlich gemacht habe, erinnert an die Praxis den Überbringer von schlechten Nachricht zu köpfen, statt die zugrunde liegenden Probleme abzustellen. Dieser Umstand offenbart zudem eine fast beängstigende Duplizität zu den Ereignissen im Januar 2019, rund um den sogenannten Iran-Deal. Jenes unfassbar leichtsinnige, gegen jede wirtschaftliche Vernunft und jeden kaufmännischen Anstand geschlossene Geschäft, dessen Außenstände bis heute in kleinsten Barbeträgen, kleckerweise monatlich abgetragen werden – so der Iranische Schuldner denn derzeit in der Corona-Krise überhaupt noch zahlt. Die gerichtlich vereinbarten, persönlichen Geldtransfers von Barbeträgen erscheinen unter dem Eindruck aktueller Beschränkungen im Luftverkehr zumindest schwer umsetzbar. Auch im Januar 2019 sah sich der zweite Vorsitzende, der gemeinsam mit weiteren Delegierten dieses für den Verband so schädliche Geschäft publik und damit einer Aufarbeitung erst zugänglich gemacht hatte,  anlässlich der zu trauriger Berühmtheit gelangten, sogenannten „Informationsveranstaltung“ in Verden, massiven Angriffen ausgesetzt.

Die im Verbandsstatement weiter geäußerte Einschätzung, dieser Vorgang habe keine Auswirkung auf das anhängige Verfahren vor dem Arbeitsgericht, erscheint schwerlich nachvollziehbar. Sicherlich ist Grundlage des Verfahrens die Nutzung der Faksimile-Unterschrift und die Frage nach der Autorisierung dazu. Dazu ist die Frage des Zeitpunktes, ab wann der erste Vorsitzende informiert war mutmaßlich in der Tat nachrangig. In der durch das Gericht erfolgenden, rechtlichen Einordnung, dürfte die Frage der Glaubwürdigkeit der Beteiligten jedoch nicht ohne Belang sein. Da erscheint es kaum vorstellbar das einem ersten Vorsitzenden, der erkennbar, über einen derartig langen Zeitraum seine direkten Vorstandskollegen im Glauben einer falschen Aussage beließ, vom Gericht eine unerschütterliche Glaubwürdigkeit wird zugesprochen werden können.

Besonders fatal wirkt dieser Umstand zudem, da er droht im Fall Dario etliche, schwerwiegende Fragen in der öffentlichen Wahrnehmung zu überlagern. Immerhin bleibt unverändert festzustellen, dass es keinen Fall Dario geben würde, wäre der Hengst nicht trotz seiner Diagnose gekört, prämiert und verauktioniert worden. Auch die Frage, warum ein Geschäftsführer und Zuchtleiter, der davon ausgehen musste, dass Dario in Skandinavien nicht würde decken dürfen, im Nachgang der Auktion nicht zeitnah mit einer seiner engagiertesten, solventesten und vertrauensvollsten Kundin das Gespräch suchte, um die Situation zu lösen, ist nach wie vor unbeantwortet. Vielmehr wurde zugelassen, dass der Hengst den Transport nach Dänemark antrat und erst dort reklamiert wurde.

Erfreulich ist auf alle Fälle, dass der Hannoveraner Verband aktuell Hengste mit Shivering von der Hauptkörung ausgeschlossen hat und somit auf den Vorfall reagiert. Begründet wird dies zunächst mit Vermarktungsbezogenen Gründen, eine eventuell veränderte zukünftige zuchthygienische Beurteilung wird jedoch ebenfalls angedeutet. Die Kunden des Hannoveraner Verbandes dürfte diese Entscheidung im Sinne eines vorbeugenden Kundenschutzes sicherlich sehr freuen.     S.B.