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Bundestierärztekammer erfreut über Entscheidung des Europäischen Parlaments

2021
16.09
Wegfall weiterer essenzieller Antibiotikaklassen für die Behandlung von Tieren verhindert

Nachdem die vergangenen Wochen geprägt waren vom Kampf der Tierärzteschaft gegen die Ablehnung eines Verordnungsentwurfs zum Thema „Antibiotikavorbehalt für die Human-medizin, wie es ein vom Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsi-cherheit (ENVI) vorgelegter Antrag forderte, fiel nun in Straßburg die Entscheidung. Sehr zur Er-leichterung der Bundestierärztekammer (BTK) stimmten die Mitglieder des Europäischen Parla-ments für den Entwurf der delegierten Verordnung der Kommission (DEA 2021/2718) über "Krite-rien zur Identifizierung von antimikrobiellen Arzneimitteln, die für die Behandlung von Menschen vorbehalten sind" und verhinderten somit den Wegfall weiterer essenzieller Antibiotikaklassen für die Behandlung von Tieren.
Auf der Grundlage der abgestimmten Verordnung, welche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Human- und Veterinärmedizin basiert, kann nun unter Berücksichtigung des One-Health-An-satzes eine Liste mit für den Menschen reservierten Antibiotikaklassen erstellt werden. „Insbeson-dere die Tierärzteschaft hat bereits in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Reduktion des Antibiotikaeinsatzes beigetragen. Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen, auch weiterhin Umsicht und Vernunft bei der Anwendung dieser wichtigen Substanzen walten zu lassen“, betont BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch zukünftig, im Sinne des Tierschutzes sowie einer erfolgreichen Zoonose-Prävention, Menschen und Tieren eine zielgerichtete Therapie mit Aussicht auf Erfolg erhalten können.
Ziel des durch den ENVI-Ausschuss vorgelegten Antrags war eine deutliche Reduzierung des Ein-satzes von Antibiotika bei Tieren mit der Begründung, damit eine Minimierung der mitunter lebens-bedrohlichen Antibiotikaresistenzen zu erreichen. Ein Ziel, das von der BTK ausdrücklich unter-stützt wird und auch vom existierenden Entwurf der delegierten Verordnung ganz klar verfolgt wurde. Während dieser jedoch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Human- und Tiermedizin basiert, forderte der vorgelegte Antrag ganz klar die Orientierung an den Kriterien und Empfehlun-gen der WHO, welche ausschließlich die menschliche Gesundheit berücksichtigen. (PM-BTK)