Samstag, 17.12.2022 um 14:51

Weltcup-Sieg für Charlotte Fry und Glamourdale

Zwei Hengste auf dem Podium der Weltcup-Etappe bei der London International Horseshow.

Die Weltmeister von Herning in diesem Jahr zeigten sich nach ihrer Turnierpause an diesem Wochenende erstmals wieder im internationalen Turniergeschehen. Schon mit einer neuen persönlichen Bestleistung im Kurz Grand Prix und sensationellen 84 Prozent hatten Charlotte Fry und der elfjähriger Lord Leatherdale-Negro-Sohn verdeutlicht, dass sie noch besser geworden ist. Der lackschwarze Hengst aus der Zucht von Joop Rodenburg und aus dem Besitz von van Olst Horses hat nochmals an Kraft und Sicherheit gewonnen. Zudem sah man schon am ersten Tag, dass das Erfolgspaar seit der WM an den kleinen Schwachstellen, wie zum Beispiel die noch nicht optimal gesetzten Piaffen und Galopppirouetten, fleißig gearbeitet hat. So zeigte sich die Weltcup Kür als regelrechter Triumphzug und Charlotte Fry stellte im Sattel von Glamourdale eine neue persönliche Bestleistung von 90,9 Prozent auf. Neben tollen Verstärkungen und Zweierwechseln ins Bergauf überzeugten die Weltmeister mit top zentrierten Galopppirouetten, super kreuzenden Trabtraversalen und einer sehr ausdrucksstarken Piaff-Passage-Tour. Besonders hervorzuheben sind einmal mehr die Galoppverstärkungen, welche reihenweise mit der Note 10 belohnt wurden. Ein nachgesprungener Galoppwechsel in den Einerwechseln, welcher jedoch nicht von jedem Richter erkannt wurde, sowie der mit keinem großen Übertritt versehende starke Schritt, konnte neben diesen zahlreichen Highlights gut angenommen werden. Charlotte Fry und Glamourdale, welcher schon als siebenjähriges Pferd bei der Weltmeisterschaft der jungen Pferde Gold geholt hatte, haben nun das große Ziel von Olympia 2024. Es wird spannend werden, welche Titel die Beiden auf dem Weg dorthin noch sammeln werden!

Auf dem zweiten Platz reihte sich, wie schon im Kurz-Grand-Prix, mit Gareth Hughes ein Teamkollege von Charlotte Fry ein. Im Sattel seiner routinierten KWPN-Stute hatte er in Herning einen Anteil zu Mannschafts-Silbermedaille beigetragen. Am gestrigen Abend wurde die Trento B Tochter mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 84,5 Prozent belohnt. Die Beiden überzeugten, wie schon im Kurz-Grand-Prix, mit sehr viel Gleichmaß und tollen Serienwechseln sowie kleinsten Galopppirouetten. Knapp hinter Hughes setzte sich mit Franziskus FRH ein weiterer Hengst. Unter dem Sattel von Reitmeisterin Ingrid Klimke punktete sich der Hannoveraner-Hengst von Fidertanz-Alabaster (Z.: Elisabeth Albers, B.: Wilhelm Holkenbrink) mit tollen Verstärkungen und fehlerfreien Serienwechseln zu 83,1 Prozent. Die Beiden überzeugten einmal mehr mit einer sehr feinen Anlehnung. Zudem sich Franziskus FRH in großen Hallen wohlzufühlen. Schon in Stuttgart zeigte sich der Hengst von den vollbesetzten Zuschauerrängen regelrecht beflügelt, was sich in London nun wiederholte. Helen Langenhanenberg komplettierte den zufriedenstellenden deutschen Erfolg und setzte sich mit ihrer Holsteiner Stute Annabelle aus der Zucht und dem Besitz von Günther Fielmann auf den vierten Platz. Sie durften sich mit 82,1 Prozent ebenso über eine neue persönliche Bestleistung freuen. Hans-Peter Minderhoud und der  KWPN-Hengst Glock`s Dream Boy folgten mit 79,3 Prozent auf dem fünften Platz.

Ingrid Klimke und Franziskus FRH haben nun die Führung im Weltcup-Ranking der Westeuropa-Liga eingenommen und haben damit sehr gute Chancen auf ein Finalticket. Im Weltcup-Finale dürfen pro Nation drei Teilnehmer starten. Jessica von Bredow-Werndl ist als Titelverteidigerin automatisch für das nächste Finale gesetzt. Hinter Ingrid Klimke folgen im Ranking Benjamin Werndl und Helen Langenhanenberg. (msb)

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