Sonntag, 18.12.2022 um 18:39

Frankfurt: Fendi wird seinem Favoritenstatus gerecht

Am Finaltag des Frankfurter Festhallenturniers stand traditionsgemäß das Louisdor-Preis Finale auf dem Programm. Wie bereits in der Einlaufprüfung übertrumpfte erneut Fendi unter Sönke Rothenberger die Konkurrenz im Grand Prix für acht- bis zehnjährige Nachwuchspferde.

Sönke Rothenberger und der achtjährige Hengst Fendi spielten heute im Frankfurter Viereck erneut in einer eigenen Liga. Der 28-jährige Dressurausbilder vom Gestüt Erlenhof und der dänisch gezogene Sohn des Franklin – Diamond ließen mit sensationellen 79,900 Prozent keinerlei Zweifel aufkommen. Ein Ergebnis, welches es in der Geschichte des Louisdor-Preises noch nie gegeben hatte. Championats-verdächtig, was hier unter Rothenberger reift, Fendi könnte der „neue Cosmo“ werden. Mit Cosmo selbst war Rothenberger 2015 Zweiter im Louisdor-Finale geworden, nur wenige Monate später hatten die beiden dann zur goldenen Equipe der Olympischen Spiele gehört. Im Anschluss an die Siegerehrung lobte Rothenberger Fendis Gesamtpaket und sagte: „Dieses Pferd genieße ich jeden Tag, wenn ich aufsteige!“ Das sah man heute und Publikum und Jury waren sich gleichermaßen einig.

Mit 73,240 Prozent kämpfte sich FBW Lord of Dance unter Ann-Kathrin Lindner auf den Silberrang. Den Nachkommen des Lingh – Jazz Time beschreibt die ehemalige U25-Europameisterin als „sehr zuverlässiges und ehrliches Pferd“, was dem zehnjährigen Württemberger aus der Zucht von Dieter Schmid auch heute die meisten Punkte brachte. Über Rang drei durfte sich Svenja Kämper-Meyer mit ihrer selbst gezogenen Hannoveraner Stute Amanyara freuen. In der Einlaufprüfung noch nicht ganz fehlerfrei, legte die Tochter des Ampere – Davignon heute nochmal eine Schippe drauf und tanzte zu 72,080 Prozent. Kommentator Dr. Dietrich Plewa sprach der Züchterfamilie Meyer zunächst seine Hochachtung aus, für die Leistung dieses tolle Pferd zu züchten aber auch auszubilden. Technisch hatte er nicht viel zu beanstanden: „Das Pferd hat eine wahnsinnige innere Ruhe und spult das hier ab wie bei einer A-Dressur. Diese mentale Übereinstimmung von Reiter und Pferd muss man erstmal hinbekommen.“ Auf Rang vier platzierte Stefanie Wolf Matchball OLD v. Millennium – De Niro, vor Christian Reisch mit Qattani v. Quaterhall – Lanthan.

Im Rahmen eines Pressegesprächs zog Turnierleiter Matthias Alexander Rath ein erstes positives Fazit: „Wir haben in allen Dressurprüfungen super Sport gesehen. Das hat uns als Veranstalter sehr gefreut. Bei den Zuschauerzahlen werden wir ziemlich genau die gleichen Zahlen erreichen wie 2019, also rund 50.000. Was uns am Allermeisten freut: Wir haben in diesem Jahr hier vor Ort schon mit dem Ticketverkauf für 2023 begonnen und bereits um ein Vielfaches mehr verkauft als 2019 für das Folgejahr. Die gesamte Situation, auch mit Rückblick auf die letzten beiden Jahre, betrachtend, ist das nicht selbstverständlich.“ Zwei Änderungen für das nächste Jahr hatte Rath ebenfalls angekündigt. So sollen die Springprüfungen im nächsten Jahr auf Vier-Sterne-Niveau stattfinden und auch die Abreitehalle soll optisch weiter aufgewertet werden. Das Frankfurter Festhallen Reitturnier feiert im nächsten Jahr sein 50-jähriges Bestehen. (akb)

gleich gehts weiter...