D’Olympic abgetreten
Schweren Herzens hat sich das Landgestüt Redefin am 28. August 2019 von seinem Spitzenvererber Dunkelfuchs D’Olympic (v. Donnerhall-Cor de la Bryère-Moltke I-Farn, Holst. Stamm 1463, Z.: Dorothea Zielke, Kremperheide/Holst.) verabschieden müssen. Der 1994 geborene Oldenburger Dunkelfuchs war ein ganz Besonderer unter den Redefiner Hengsten und hat für die Mecklenburger Zucht Großes geleistet. Sein Werdegang war nicht ganz geradlinig, schon am Anfang gab es einen Knick, der ihm aber nicht geschadet hat: Sein Aufzüchter Dr. Jobst Hartmann (Itzehoe) präsentierte ihn anläßlich der Oldenburger Hauptkörung 1996 in der Weser-Ems-Halle, wo er zunächst als „nicht gekört“ entlassen wurde. Der schmucke Junghengst wechselte dann für 33.000 DM im Rahmen der Hengstauktion an Paul Schockemöhle. Der ließ ihn allerdings nicht kastrieren, sondern schickte ihn im Herbst 1997 zur Hengstleistungsprüfung nach Redefin. Ein Glücksfall für D’Olympic, denn Redefin sollte sein Schicksal werden. D’Olympic war überragender Sieger seiner Hengstleistungsprüfung, wobei er auch den Rittigkeitsindex klar für sich entschied und im Springen Dritter wurde. Im Anschluß wurde er von Landstallmeister Platzek erworben und gelangte in den Beritt von Michael Thieme. Die beiden wurden ein Dream-Team: Nach Seriensiegen in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A, L und M war er 1999 und 2000 jeweils hoch platzierter Finalist im Bundeschampionat des Deutschen Dressurpferdes und hat im Anschluss Siege und Platzierungen in Prix St. Georges und Intermédiaire I erzielt. 15 Siege und 27 zweite Plätze auf S-Niveau sprechen eine deutliche Sprache. Später war er auf Grand Prix-Niveau erfolgreich. In punkto Vererbung orientiert sich D’Olympic mehr an den mütterlichen Holsteiner Vorfahren und liefert gehäuft gute Springpferde. 2004 qualifizierten sich aus dem ersten Jahrgang allein vier Nachkommen zum Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes, nachdem sie zuvor deutlich das Geschehen in den Springpferdeprüfungen auf den Mecklenburger Championaten beherrscht hatten. Auch in den Folgejahren stellte D’Olympic noch mehrere Mecklenburger Spring-Landeschampions. 16 Nachkommen waren bisher in S-Springen erfolgreich, in der Dressur dagegen haben nur zwei den Sprung in die S-Klasse geschafft. Aufgrund seiner Vererbungsleistung wurde er schon vor Jahren als Elitehengst des Pferdezuchtverbands Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Zu seinen züchterischen Aushängeschildern gehört u. a. die Siegerstute der Mecklenburger Elitestutenschau 2008, Dyleen (M. v. Grafenstein-Jerome II-Duktus-Kurort-Julier), erfolgreich in S-Springen mit Christoph Maack. Sieben gekörte Söhne und 181 Töchter wurden bisher in deutschen Verbänden registriert, davon 47 Staatsprämienstuten. (CS)