FN macht nach massiven Züchterprotesten Rolle rückwärts
Warendorf. Die im Dezember vom FN-Beirat Zucht beschlossene Abschaffung der Mindestnote bei Hengstleistungsprüfungen ist überraschend zurück genommen worden. Das wurde jetzt vom FN-Bereich Zucht in Warendorf bekannt gegeben. Im Gegenzug wird die bis 2019 geltende Mindest-Gesamtnote von 7,5 auf eine glatte 8,0 angehoben. „In den letzten Wochen haben uns mehr als 1.000 Anrufe, Briefe und Mails von Züchtern erreicht, die sich klar gegen eine Abschaffung der Mindestnote ausgesprochen haben und sogar eine Anhebung für richtig halten. Die Kernaussage war immer wieder, dass der beschlossene Wegfall der Mindestnote mittel- und langfristig zu einem erheblichen Niveau-Verlust in der Zucht führen werde“, so Andreas B. Scheuert, Sprecher des FN-Beirats Zucht, in einem ersten Statement gegenüber dem Züchterforum. „Die Verantwortlichen der Zuchtverbände innerhalb des FN-Beirats Zucht haben daraufhin in einer zwölfstündigen Besprechung, die aufgrund der aktuellen Corona-Krise als Skype-Konferenz organisiert war, ihre Entscheidung vom Dezember 2019 aufgehoben und die Anforderungen sogar verschärft. Ein wichtiger Aspekt war, dass man gerade in der Konkurrenz zu anderen europäischen Zuchtgebieten durch den befürchteten Niveauverlust Wettbewerbsnachteile für die deutschen Züchter erkannt hat. Nivellierung hat halt stets Niveauverlust zur Folge“, begründete Scheuert die überraschende Entscheidung des FN-Beirats Zucht. Die infolge der Corona-Krise getroffene Sonderregelung bezüglich des Eintrags von Hengsten in das Hengstbuch I bleibt für 2020 weiter bestehen. Die neue Mindestnoten-Regelung gilt ab dem 1. April 2021. TH