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Freitag, 17.07.2020 um 17:09

Dario in Adelheidsdorf Zwangsversteigert

Ehemaliger Hannoveraner Prämienhengst für 9500,-€ in die Schweiz zugeschlagen
© honorarfreie Nutzung des Bildes
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Nur wenige Minuten dauerte es heute in der großen Halle der Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf, bevor ein Hammerschlag von Auktionator Volker Raulf zumindest für den vierbeinigen Protagonisten Dario, den vorläufigen Schlusspunkt unter einer denkwürdigen Story markierte. Der rappfarbene Sohn des Dancier-Wolkenstein II – Rubinstein, wurde einem Interessenten aus der Schweiz für 9500,- Euro zugeschlagen. Anlässlich der Hannoveraner Körung, 22 Monate zuvor, gestaltete sich die Anschaffung des großgewachsenen Rappen, noch deutlich kostspieliger. Frisch gekört und prämiert wurde der Hengst dort für einen Zuschlagspreis von 120000,- Euro an die langjährige und engagierte Kundin des Hannoveraner Verbandes, Frau Kristin Andresen veräußert. Allerdings hatte Frau Andresen nicht lange Freude an ihrer Neuerwerbung, denn nach der Anlieferung des Hengstes im Stall ihres Ausbilders Jan Christensen im dänischen Noagaard am 7. November, fiel der Hengst durch ein auffälliges Bewegungsmuster auf. Bereits vor der Körung und Prämierung des Hengstes war bei ihm ein Shivering Syndrom diagnostiziert und auch von den Auktionstierärzten vermerkt worden. Als Spontankauf hatte Kristin Andresen die Untersuchungsunterlagen vor der Auktion nicht eingesehen und sich darauf verlassen, dass sie in Verden bei einem Prämienhengst keinerlei derartige Diagnose vorfinden würde. Während einem Deckeinsatz eines Dreijährigen mit Shivering Diagnose in Deutschland zumindest keine Formalien entgegenstehen, ist dies in Skandinavien nicht möglich. Die Erkrankung gilt dort als Ausschlusskriterium für einen Zuchteinsatz. In dem Bestreben die Situation für die langjährige Kundin des Auktionsplatzes Verden und den Aussteller zufriedenstellend zu lösen, wurde in der Folge ein Vertrag zwischen Kristin Andresen und dem Verband geschlossen der vorsah, den Hengst in Deutschland zur HLP zu bringen und ihn im Herbst 2019 über die Verdener Eliteauktion erneut zu veräußern. Dieser Vertrag wurde ausgearbeitet vom damaligen Geschäftsführer und Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes, Herrn Dr. Werner Schade und genau darin liegt jetzt die Krux für den Hengst Dario. 
Unstimmigkeiten über die Rechtswirksamkeit dieses Vertrages, bzw. die verwendeten Unterschriftsfaksimiles führten zunächst zur Kündigung von Dr. Schade und später dazu, dass der Hengst Dario nach seiner Hengstleistungsprüfung im April 2019, die er zudem nicht mit der erforderlichen Mindestnote von 7,5 abschließen konnte, aus Adelheidsdorf nicht mehr abgeholt wurde! Ganze fünfzehn Monate war somit der Niedersächsische Steuerzahler gezwungen für den Lebensunterhalt des Hengstes zu sorgen, der in Adelheidsdorf weiter versorgt werden musste. Nachdem sich bis heute keiner der Beteiligten bereit erklärte das Pferd auszulösen und bis zur rechtlichen Entscheidung des Falles zu versorgen, sah sich Dr. Axel Brockmann als Landstallmeister, Leiter der HPA und Vertreter des Landes Niedersachsen letztlich gezwungen, den Hengst im Rahmen einer Zwangsversteigerung veräußern zu lassen, um weiteren finanziellen Schaden vom Steuerzahler abzuwenden. Der nun realisierte Verkaufspreis reicht allerdings bei weitem nicht aus um die verauslagten Aufwendungen die Dario bisher für die HPA Adelheidsdorf verursacht hat, zu tilgen. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte wenigstens für Dario heute ein versöhnliches Ende gefunden hat und er nun zukünftig auf einen Besitzer zählen kann, der sich für ihn verantwortlich fühlt. Welches Streiflicht der gesamte Ablauf auf das Auktions- und Zuchtwesen generell wirft, sowie den bisherigen Lebenslauf des Dario werden wir im Augustheft des ZÜCHTERFORUM eingehend beleuchten.  S.B.
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