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Montag, 24.08.2020 um 05:55

Vier Bundeschampions in Moritzburg

Fehlergucker statt Pferdekenner
© honorarfreie Nutzung des Bildes

Der Final-Sonntag brachte in der sächsischen Pferde-Metropole Moritzburg noch einmal vier Titelträger. Ein buntes Bild verschiedener Ponyrassen bot sich im Finale der sechs- und siebenjährigen Fahrponys, wo letztlich der siebenjährige Edelblut-Haflinger Starino (v. Stano I), seines Zeichens Landbeschäler in Moritzburg, mit Dirk Hofmann nach sicherer Geländeprüfung das Feld deutlich anführte. Ein nur kleines Starterfeld machte das Klassement der sechs- und siebenjährigen Fahrpferde (Warmblut) aus. Drei Teilnehmer waren angetreten, zwei erreichten das Finale, und am Ende stand die schwarze Hannoveraner Stute Candy Noir (v. Cadeau Noir-San Remo), gefahren von Martin Stötzer, ganz vorn. Ein weiteres Highlight für den Bonhomme-Beschäler Cadeau Noir, der bereits im letzten Herbst Höhepunkt an Höhepunkt reihen konnte. Als das rasseübergreifend beste Pferd aller Championatsprüfungen wurde der Schwere Warmblüter FST Eleve (v. Edgar-Esprit) im Finale der sechs- und siebenjährigen Schweren Warmblüter herausgestellt. Der gekörte Hengst erwies sich an den Leinen von Lars Krüger als wahre „Taktmaschine“ und war auch in der kombinierten Hindernis-Gelände-Teilprüfung ein unbedingter Augenstecher.

Acht Teilnehmer machte das Finale der vier- und fünfjährigen Schweren Warmblüter aus. Am Ende siegte, etwas überraschend nach einer soliden Vorstellung mit sicherlich erstklassiger Schritttour die fünfjährige Janina (v. Frieder-Carlos), ebenfalls pilotiert durch Frank Krüger. Doch der einzige wohlmeinende Kommentar durch den Richter Dr. Klaus Christ für das absolut letzte Pferd der gesamten Veranstaltung konnte den Eindruck der Vortage letztlich nicht mehr gerade rücken: Dr. Christ hatte alle Pferde mit derart niederschmetternden und demotivierenden Kommentaren aus der Konkurrenz geschickt, dass die Deprimierung bei Teilnehmern und Zuschauern gleichermaßen überwog. Der Mann ist eine Zumutung für Pferd, Fahrer und Zuschauer gleichermaßen, und es war sein hoffentlich letzter Auftritt bei dieser ansonsten erstklassig organisierten Veranstaltung, für die dem erst kurze Zeit im Amt befindlichen Geschäftsführer des Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen, Christian Kubitz, als „Feuertaufe“ in diesem Amt hoher Dank zu zollen ist. In Moritzbnrg wird auf historischem Boden „Sachsens Glanz“ mit den Händen greifbar, dieses kostbare Moment sollte nicht durch „Fehlergucker“ mit Füßen getreten werden. Zur Not empfiehlt sich – selbstredend antiquarisch – die Lektüre von „Pferdekenner und Fehlergucker“ des unvergessenen Hans-Joachim Köhler. CS

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