Casey und der Wendeln-Rekord
Zehn Starterpaare hatten sich aus der Vorrunde für das Finale der vierjährigen Stuten und Wallache qualifiziert, das unter strömendem Regen vonstatten ging. Hier schlug die Stunde der dunkelbraunen Oldenburger Stute Casey (v. Sir Donnerhall I-Fürst Heinrich-Rubinstein I-Inschallah AA-Zeus-Armand, Oldbg. Stamm 30/Cinderella, Z. Paul Wendeln, Garrel; B.: Peter Wendeln). Nach ex aequo Platz zwei in der Qualifikation ging sie als Tetenpferd der ersten Gruppe unter Hermann Gerdes souverän in Führung, die ihr niemand mehr streitig machen konnte: 9,2 lautete die Gesamtwertung, die Rittigkeitsnote 10,0 spricht dabei für sich. Und die Familie Wendeln bricht ein weiteres Mal alle auf einem Bundeschampionat erzielten Rekorde: Nach Candy OLD, Cindy OLD, Caty OLD und Sir Heinrich (Ldb. Warendorf) ist es die fünfte Siegerin eines Bundeschampionats aus der Abstammungskonstellation des Schockemöhle-Hengstes Sir Donnerhall I mit der Wendeln’schen Superstute C’est Bon, deren Töchter auch mehrfach vor standen bei den Oldenburger Elitestutenschauen. Casey ist zudem amtierende Oldenburger Landeschampionesse. Das wird, zumal weder durch Klonen noch durch Embryotransfers entstanden, vermutlich auf lange Zeit (wenn nicht gar für immer) unwiederholbar bleiben.
Auch der zweite Rang (mit 8,7 um eine halbe Note hinter Casey) ging an einen Oldenburger mit prominenter Verwandtschaft: Der Dunkelfuchs Brighton (v. Benicio-Sir Donnerhall I-Rubinstein I-Democraat), durch Sandra Kötter in Szene gesetzt, ist Vollruder zum Oldenburger Körsieger Bonds.
Der dritte Rang (8,6) ging nach Westfalen, du zwar an die Siegerin der Vorrunde: Deflorina, braune Tochter des Don Juan de Hus, führt mütterlicherseits mit Don Bedo I-Palisander-Debütant westfälische Klassiker im Pedigree.
An vierter Stelle (Qualifikation Platz 5) dann aus enger Verwandtschaft der Siegerin ein weiteres Oldenburger Pferd aus dem Hause Wendeln: Curly (v. Fürsten Look-Sir DonnerhalI I), Tochter der erwähnten Bundeschampionesse Cindy OLD, erhielt für ihre Trabarbeit die Maximalnote 10,0 und wurde ebenfalls von Hermann Gerdes vorgestellt.
Auf den folgenden Plätzen standen Nachkommen der Hengste Rock my Soul, Tomahawk, Benicio, Fürst Romancier und Sandro Hit für die Zuchtgebiete Baden-Württemberg (DSP), Hannover (3), Westfalen und Rheinland.
Die Richtergruppe mit Ute von Platen, Peter Mannheims und Wolfgang Egbers hat es verstanden, Stärken und auch eventuelle Schwächen der Finalisten deutlich zu machen. Sowohl die Benotung als auch die Rangierung waren bestens nachvollziehbar. Als Fremdreiterin firmierte die in vielen Sätteln gerechte Amazone Janina Tietze (25), hauptamtlich im niedersächsischen Landgestüt Celle beschäftigt. Sie stellte alle Pferde gekonnt vor; es war eine Freude, ihr dabei zuzusehen. CS