Finale vierjährige Reitpferde-Hengste
„Das war aller-allerhöchstes Niveau!“ konstatierte Wolfgang Egbers, Mitglied der Richtergruppe auf dem Reitpferdeplatz, ehe er zum Kommentar der zweiten und alles entscheidenden Gruppe im Finale der vierjährigen Reitpferde-Hengste anhob.
Am Ende stand der groß gewachsene Oldenburger Fynch Hatton (v. Formel Eins-Sir Donnerhall I) aus der Hengsthaltung Schockemöhle Helgstrand mit Sina Aringer ganz vorne. Die Maximalnote 10 für Galopp und Rittigkeit brachten den doppelten Oldenburger Landeschampion und Sieger der Sattelkörung nun endlich auf den Thron, den er schon letztes Jahr angepeilt hatte. Damals war er gleich zu Anfang aus der Prüfung geschickt worden. Er hatte sich eine Zahnkapsel abgebissen und Blut im Maul, so dass der Traum vom Titel schnell beerdigt werden musste. In der Qualfikation am Championatsfreitag war er nun unter strömendem Regen Dritter, musste seinen Stallkollegen Global Player und Danciero – beide geritten von Eva Möller – den Vortritt lassen. Nun, zum Finale, schien für Fynch Hatton buchstäblich und im doppelten Sinne die Sonne: Die Endnote 9,5 hatte es bisher noch nie gegeben.
Den zweiten Platz teilten sich am Ende mit jeweils 9,4 der Oldenburger Siegerhengst Global Player (er war Sieger der Qualifikation) und der Hannoveraner Fuchs und Titelverteidiger Damaschino I mit Hannah Laser (Klosterhof Medingen), der nach der Regenrunde Platz vier belegt hatte und erwartungsgemäß noch ein Schüppchen drauf legte. Wieder Wolfgang Egbers: „Wir bitten um Nachsicht, dass wir uns zwischen Platz zwei und drei nicht entscheiden konnten!“
Auch der vierte Platz war oberhalb der magischen 9,0-Grenze angesiedelt: Eva Möller hatte mit dem Reservesieger der Qualifikation, dem Hannoveraner Danciero, seines Zeichens Westfalen-Körsieger und zweifacher Hannoveraner Reitpferdechampion, noch eine zweiten Kandidaten in dieses hochkarätige Hengstfinale gesteuert, der 9,1 erhielt. Auf Rang fünf folgte der sympathische Hannoveraner Rod Laver mit Lena Stegeann (8,5), gefolgt von dem DSP-Hengst aus Baden-Württemberg, Thapelo, mit Nicola Haug vom Gestüt Birkhof (8,2). Die Jury hat sich am Ende wirklich etwas getraut und so sicherlich (hoffentlich!) die deutschen Hengsthalter motiviert, auch künftig hochkarätige Vierjährige nach Warendorf zu schicken. In den letzten Jahren war es nämlich eher so, dass zumeist nur die Vierjährigen kamen, die ohnehin nichts zu verlieren hatten. CS