Weilheim/Teck: Strahlende Siegerinnen
Traditionell blickt die Zuchtszene in Baden-Württemberg am Tag der Deutschen Einheit nach Weilheim/Teck. Dort fand heute die 21. Franz-Strahl-Schäfer Schau statt, die Landesstutenschau mit Staatsprämierung für Warmblüter und Kleinpferde. Vor allem am Vormittag musst man schon hartgesotten sein, zeigte sich das Wetter doch von seiner ungemütlichen Seite. Doch alle Beteiligten trotzten dem Sturm und Regen und die Qualität der Stuten, entschädigte doch für einiges. In gewohnter Weise moderierte Christian Wittlinger die Veranstaltung, neben den Zuchtleitern Dr. Carina Krumbiegel und Manfred Weber, sowie Karl-Heinz Vollmer, waren als Gastrichter Jens Meyer und Hans-Willy Kusserow angereist. Kusserow war ganz kurzfristig für den erkrankten Dr. Ingo Nörenberg eingesprungen.
Als am Nachmittag schließlich die Sonne über Weilheim zum Vorschein kam, glänzten die Siegerstuten gleich noch mehr. Zur Landessiegerstute Dressur wurde die Zalando/Briar-Tochter Zieta (Klassensiegerin vier- und fünfjährige, dressurbetonte Warmblutstuten) ausgerufen. Die charmant gezeichnete Stute stammt aus der Zucht von Ilka Zimmerer und steht in Besitz vom Birkhof-Gestütschef Thomas Casper. Zieta ist keine Unbekannte, sicherte sie sich doch zuletzt in Darmstadt im Rahmen der DSP-Championate den Vizetitel bei den vierjährigen Stuten und Wallachen. Jens Meyer kam während seiner Besprechung regelrecht ins Schwärmen: Er attestierte der Stute ein Hinterbein, wie man es sich kaum besser vorstellen könne. Die Stute zeigte einen rundum modernen Bewegungsablauf, mit einem sehr guten Vorderbein. „Das ist der Prototyp eines Dressurpferdes,“ so Meyer.
Mindestens genauso beeindruckend zeigte sich die Siegerstute Springen, eine Stute mit bester Bewegungsqualität die auch bei ihren Kolleginnen aus dem Dressurlager hätte mitmischen können. Quirine, eine Tochter des Quiwitino aus einer Stanton-Mutter stammt aus der Zucht des Haupt- und Landgestüt Marbachs, in dessen Besitz sie auch steht. Da hatte Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck ein echtes Schmuckstück aus Marbach mitgebracht. Die Stute hat bereits eine sehr gute Leistungsprüfung mit 8,58 abgelegt. Hans-Willy Kusserow beschrieb die überlegene Klassensiegerin der dreijährigen springbetonten Warmblutstuten als sehr modernes Pferd, mit besten Reitpferdepoints. Die Stute verfügt über eine sehr gute Oberlinie, mit guter Sattellage, sowie genügend Schulterfreiheit. Kusserow lobte den fleißigen Schritt mit guten Vortritt und den imposant nach vorn-oben vorgetragenen Trab.
Bei den Kleinpferdestuten setzte sich die einzige Vertreterin der Edelbluthaflinger als Gesamtsiegerin durch. Belle Sambatie von Bachelor/Amecello aus der Zucht und in Besitz der ZG Berghof Engelsbrand Hansjörg Stark zog alle Blicke auf sich. Hans-Willy Kusserow lobte sie als ganz beeindruckende und komplette Stute, die sehr gut ins Zuchtprogramm der Edelbluthaflinger passt. Die sehr gut konstruierte Stute trat überlegen auf und zeigte sehr ergiebige Bewegungen, sowohl im Trab als auch im Schritt. Hinzu kommt noch eine sehr gute Leistungsprüfung mit einer Endnote von 8,05.
Bei den zweijährigen Warmblutstuten, wurde nicht nur eine dressurbetonte und eine springbetonte Siegerin ausgelobt, sondern es wurde auch der Zukunftspreis für die beste Zweijährige abstammend von einem in Baden-Württemberg stationierten Hengst vergeben. Den Zukunftspreis sicherte sich Amanyara, eine Tochter des Agassi aus einer Lord Leopold-Mutter. Verantwortlich als Züchter zeigt sich hier Hansjörg Harscher, Besitzer der Stute ist Sönke Rothenberger. Die Stute zeigte sich mit einer überragenden Präsenz, bei einer guten Oberlinie und einem klaren Fundament. Lediglich im Schritt musste man Abstriche machen, dennoch ist sie eine echte Nachwuchshoffnung die sicherlich Ambitionen für das große Viereck anmelden dürfte.