Körkommission zeigt Charakter
Münster-Handorf. Rund 250 Reitpferdehengste bewarben sich vom 12. bis 16. Oktober im Westfälischen Pferdezentrum in Münster-Handorf um die Zulassung zur Hauptkörung Ende November. Zugelassen wurden 32 springbetonte und 55 dressurbetonte Hengste. Einen starken Eindruck hinterließ dabei unter anderem der Erstlingsjahrgang des nordrhein-westfälischen Landbeschälers Zoom. Nicht weniger als acht seiner Söhne wurden für die Hauptkörung zugelassen.
Eine denkwürdige Situation gab es am Mittwoch, einem der Tage, an denen sich springbetonte Hengste um eine Zulassung zur Körung bewerben konnten. Die Aspiranten des zweiten Rings an diesem Tag zeigten beim Freispringen ein Verhalten, das es der Körkommission nicht mehr möglich erschien, ihr naturgegebenes Springvermögen beurteilen zu können. Thomas Münch, kommissarischer Zuchtleiter des Verbandes unterbrach daraufhin die Vorauswahl und bestellte sämtliche Aussteller zu einer sehr ernsthaften Aussprache in das Casino des Pferdezentrums. Die Hengste des Rings erhielten keine Zulassung zur Körung. Ihnen wurde allerdings die Chance eingeräumt, am letzten Tag der Vorauswahl ihre Hengste noch einmal vorzustellen. Bei den bei der Vorauswahl anwesenden Züchtern, deren Zahl aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen begrenzt war, stieß die Maßnahme der Körkommission auf große Zustimmung. Der Hannoveraner-Verband, der seine Hauptkörung vom 20. bis 24. Oktober in Verden durchführt, nahm die Maßnahme der Westfalen zum Anlass, auch seine Aussteller und Ausbilder zu ermahnen, dass sie ihre Hengste möglichst so vorstellen sollen, dass eine Beurteilung der natürlichen Springeigenschaften der Hengste für die Körkommission möglich ist. TH