Tag zwei des Trakehner Hengstmarktes
Helium-Festival im Stutenfinale
Elf dreijährige Stuten aus allen Teilen Deutschlands sowie Österreich und Dänemark paradierten zur diesjährigen Auswahl der Jahressiegerstute auf. Alle waren im Frühjahr bzw. im Frühsommer jeweils Siegerin oder Reservesiegerin einer regionalen Stuteneintragung gewesen, und hinsichtlich der Abstammungen dominierten die Rapphengste Helium (drei Töchter) und Schwarzgold (2) das Bild. Am Ende wurde es ein regelrechtes Helium-Festival, denn alle drei Töchter des Hengstes aus dem Gestüt Staffelde erreichten den Endring, verteilt auf die Plätze eins, drei und fünf.
Den Titel der Jahressiegerstute 2020 holte sich die Rappstute Helene (v. Helium-Kaiserdom-Fahnenträger II-Fabian-Ibikus-Hertilas, Z.: ZG Rüde, Felde; B.: Helmar Bescht, Schlieckau). Helene war zuvor Siegerstute der Trakehner Stuteneintragung im Zuchtbezirk Niedersachsen-Hannover, Trakehner Reitpferdechampionesse und platzierte Bundeschampionatsfinalistin gewesen. Holsteins Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen, der in diesem Jahr mit der neu berufenen Körkommissarin Leonie Bramall und Matthias Werner, der seit langen Jahren der Trakehner Eintragungskommission angehört, als Richter fungierte, war voll des Lobes: „Hier passt alles zusammen! Ein Zucht- und Sporttyp, wie man ihn sich wünscht, mit ganz viel Bedeutung!“. Reservesiegerin wurde die Dunkelfuchsstute Nightingale (v. Scaglietti-Interconti, Siegerstute in Dänemark), gefolgt von der schwarzbraunen Verheißung (v. Helium-Camaro; Reservesiegerin in Schleswig-Holstein). Die Plätze vier und fünf belegten Töchter der Hengste Sir Oliver und nochmals Helium. CS
Freispringen der Körkandidaten
Wenig neue Erkenntisse
Das Freispringen als zweite Besichtigung brache nur wenig neue Erkenntnisse. Waren es gestern noch 32 Körkandidaten, so ist die Zahl nun auf 30 für den finalen Samstag geschrumpft. Ein schimmelfarbiger Rheinklang-Sohn war schon vor dem Freispringen ausgefallen, der dreijährige Sir Elton aus britischem Besitz wurde nach der sehr unglücklichen Freispringdarbietung zurückgezogen. Er wäre der einzige Kandidat der „Sattelkörung“ gewesen, die in den letzten Jahren immer ein etwas unglückliches Anhängsel des Hengstmarkts war und stets einen gewissen Störfaktor im Programm darstellte, denn Höhepunkte gab es nie zu sehen. Den jetzigen Ausfall sollten die Verantwortlichen als Zeichen werten und künftig darüber nachdenken, eine Sattelkörung eher in das Bundesturnier oder aber in die Vorauswahlreise zu integrieren.
Einige Hengste, die anlässlich der Pflastermusterung noch eher unauffällig waren, wuchsen beim Freispringen über sich hinaus, für die meisten anderen war es eine Pflichtübung. Elfmal fiel die Oxerstange, in aller Regel mit guter Reaktion. Gutes Springen zeigten insbesondere die Hengste mit erkennbarem Vollblutanteil im Pedigree, vor allem ein Sohn des Kentucky.