Kontroverse um Darling‘s Dream
Mit einer Internetmeldung informierte Helgstrand Dressage heute die Öffentlichkeit über einen positiven Befund in der obligatorischen Dopingprobe des 2020 in Münster- Handorf gekörten und erworbenen Prämien- und 1b Hengstes Darling’s Dream. Die Probe habe einen positiven Befund von Substanzen ergeben die, so wörtlich: „zum Zeitpunkt der Auktion und Körung auf der Dopingliste der FEI standen“. Weiter wird Andreas Helgstrand zitiert: „"Als verantwortungsbewusstes, wertorientiertes Unternehmen, das Pferde auf hohem Niveau züchtet, ausbildet und kauft/verkauft, kann Helgstrand Dressage nicht länger akzeptieren, dass verbotene Substanzen bei der Körung und beim Umsatz auftreten" und weiter „Der Hengst Darling's Dream hat bei der Körung und der anschließenden Auktion nicht sein wahres Bild gezeigt.“
Bereits im Jahr 2019 hatte Helgstrand Dressage in Münster Handorf einen später auf einen entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkstoff positiv beprobten Hengst, Dynamic Dream, erworben und sich im Anschluss mit Verband und Aussteller geeinigt. Im Unterschied dazu berichtet Helgstrand Dressage in diesem Falle, das Westfälische Pferdestammbuch und auch der Aussteller des Hengstes habe sich einer Rücknahme des Pferdes verweigert. Die komplette Mitteilung von Helgstrand Dressage findet sich HIER. Um welche Substanz es sich bei dem positiven Testergebnis handelt, wird nicht kommuniziert.
Hierzu äußert sich allerdings das Westfälische Pferdestammbuch in einer vorab Reaktion auf der eigenen Homepage und weist daraufhin, es handele sich bei der gefundenen Substanz um Koffein. Zudem ist für den morgigen Mittwoch eine umfangreiche Pressemitteilung dazu avisiert. Die Originalmeldung findet sich HIER.
Auf Nachfrage bei der Ausstellerfamilie Rüscher-Konermann, sagt uns Anette Rüscher, man sei nach dem positiven Testergebnis wie vor den Kopf gestoßen gewesen. Sie bestätigt, dass es sich bei der gefundenen Substanz um Koffein handele und man einen Nachweis für eine Futtermittelverunreinigung habe führen können.Nach einigen Koffein bezogenen positiven Dopingtests im internationalen Leistungssport, die zunächst unerklärlich erschienen und später auf Futtermittelverunreinigungen zurückgeführt werden konnten, hatte die FEI eine diesbezügliche Sonderregelung gefunden. Das Reglement der FEI macht es danach ab dem 01. Januar 2021 möglich, Pferde im Rahmen sogenannter „elective testings“ auf Coffein zu testen. Coffein ist als „spezifizierte Substanz“ beim Weltreiterverband aufgeführt. Deshalb wird jeder Befund des Stoffs ab dem neuen Jahr als „atypischer Fund“ behandelt. Diese Regelung galt jedoch noch nicht zum Zeitpunkt der Westfälischen Körung, ein Umstand auf den sich offenbar die verwendete Sprachregelung in der Mitteilung von Helgstrand Dressage „…zum Zeitpunkt der Auktion und Körung auf der Dopingliste der FEI standen…“ bezieht. S.B.