Innovationen verabschiedet
Wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in Warendorf am 1. April mitteilte, werden die Bundeschampionate 2021 mehrere Neuerungen beinhalten, die der für Deutschlands wichtigste Zuchtveranstaltung zuständige Arbeitskreis zuvor entwickelt hat und die nun vom Vorstand des FN-Bereiches Zucht genehmigt wurden.
Die wohl wichtigsten Innovationen betreffen die Prüfungen für die Drei- und Vierjährigen. „Wir haben erkannt, dass gerade bei den jüngsten Pferden beim Bundeschampionat neben der Bewegungsqualität, der Rittigkeit und dem Exterieur auch stärker auf Interieur-Werte zu achten ist. Das gilt sowohl für die Reitpferde wie auch die Reitponys. Deshalb werden wir diese Werte in besonderen Aufgabenstellungen abfragen, die gleichzeitig zu keinen zusätzlichen physischen Anforderungen führen werden“, so eine Sprecherin des Arbeitskreises. Wie das aussehen soll, hat der Arbeitskreis in einem Merkblatt festgehalten, das dem Züchterforum bereits vor der offiziellen Veröffentlichung vorliegt.
Danach sollen Aufgabenstellungen, die sich bereits beim Deutschen Freizeitpferde-Championat bewährt haben, zukünftig auch bei den Drei- und Vierjährigen beim Bundeschampionat zum Einsatz kommen. So sollen die Dreijährigen nach der Reitpferdeprüfung und noch vor der Exterieur-Beurteilung im Schritt über eine am Boden liegende Plane geritten werden. Anschließend werden die Pferde abgesattelt und zur Exterieur-Überprüfung vorgestellt. Auch die Vierjährigen haben diese Aufgabe zu erfüllen. Zusätzlich müssen sie im Schritt in eine Stangengasse geritten werden. Dort muss der Reiter absitzen, einen Vorderfuß anheben und anschließend mit einer Aufstiegshilfe und ohne fremde Hilfe wieder aufsitzen. Dabei hat das Pferd/Pony nach dem Aufsitzen mindesten fünf Sekunden ruhig zu stehen. Anschließend geht es im Schritt durch eine Stangengasse mit zwei rechten Winkeln. Die Spurbreite beträgt hier für die Pferde 100 Zentimeter und für die Ponys 80 Zentimeter. Für diese zusätzlichen Aufgaben werden bei den Drei- und Vierjährigen keine Noten vergeben. Lediglich wenn die Aufgabe nicht erfüllt wird, wird von der Gesamtnote 1,0 abgezogen. Werden bei den Vierjährigen beide Aufgaben nicht erfüllt, erfolgt ein Abzug von 1,5 von der Gesamtnote.
Eine weitere Innovation dürfte speziell die Züchter erfreuen. Sofern die Veranstaltung wieder mit Zuschauern ausgetragen werden kann, erhalten die Züchter der qualifizierten und nominierten Pferde und Ponys als Anerkennung ihrer züchterischen Leistung jeweils zwei Freikarten für die gesamte Dauer der Bundeschampionate. TH