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Samstag, 15.05.2021 um 18:32

Einstieg in den Ausstieg?

Video-Affäre um NRW-Landstallmeisterin
© honorarfreie Nutzung des Bildes

Wie am späten Freitagabend aus Kreisen der Mitarbeiter des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes in Warendorf zu erfahren war, hat Landstallmeisterin Kristina Ankerhold per Rund-Mail ihren Bediensteten mitgeteilt, dass sie für die nächsten drei Wochen in Urlaub und für niemanden erreichbar sei. Ankerhold war in den letzten Tagen nach Bekanntwerden von zwei Videos in der Fachpresse wie in den Sozialen Medien, aber auch auf politischer Ebene in die Kritik geraten. Die Videos zeigten, wie zwei junge Hengste des Landgestütes in ihrer Anwesenheit nach Ansicht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) entgegen der für die Ausbildung der Pferde maßgeblichen Richtlinien geritten wurden. Daraufhin distanzierte sich nicht nur der Bundesverband der Deutschen Berufsreiter scharf von diesem Vorfall. Auch Norwich Rüße, Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Umweltausschuss des Nordrhein-Westfälischen Landtages erklärte, dass er die Causa Ankerhold nicht auf sich beruhen lassen will, weil es sich beim Landgestüt um eine Institution des Landes handele, die auch vom Land NRW finanziert wird: „Das Landgestüt hat eine absolute Vorbildfunktion. Wenn nicht hier, wo sonst sollte eine sehr gute pferdegerechte Ausbildung zu finden sein? Ich bin sehr enttäuscht, dass unser Landgestüt so in die Schlagzeilen gerät“, so Rüße. Er kündigte an, das Thema in die nächste Ausschusssitzung auf die Tagesordnung zu bringen.Während das Landgestüt in seiner Pressemeldung vom Freitag und auch der Pressesprecher des Ministeriums zu dem Ergebnis kommen, dass der Vorfall keinerlei Tierschutzrelevanz besitze, zeigen sich auch die Vertreter von SPD, FDP und CDU im Landtag irritiert über den Vorfall und die Vorgehensweise und wollen zeitnah den Fall direkt mit der Ministerin erörtern.Klare Stellung bezieht Burkard Jung, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Berufsreiter, wie aus der Warendorfer Tageszeitung „Die Glocke“ zu erfahren ist: „Ich möchte mich in aller Form im Namen der gesamten Berufsreiter distanzieren von den Vorkommnissen im Landgestüt Warendorf. Wir lehnen Trainingsmethoden jedweder Art ab, die gegen das Wohl des Pferdes gerichtet sind. Zugleich bin ich stolz auf unsere angehenden Pferdewirtschaftsmeister, die im Fall Ankerhold an der Deutschen Reitschule den Mut hatten, genau hinzusehen und sich für die Pferde einzusetzen. Ich hoffe sehr, dass das Geschehene vernünftig aufgearbeitet wird“, so Jung.Und auch eine andere Institution hat am Wochenende reagiert und die Reißleine gezogen. Das Gestüt Pramwaldhof gab bekannt, dass es seine beiden Hengste Karim Doré und Sassicaia, die im Landgestüt als Pachthengste aufgestellt sind, aufgrund der Vorkommnisse abziehen wird. Während Sassicaia zunächst seinen 14-Tagetest in Schlieckau beenden soll, steht Karim Doré ab Montag den Züchtern über die EU-Station des Gestüts zur Verfügung. Reagiert hat auch ein ehemaliger Mitarbeiter des Landgestütes. Der Ausbilder und Turnierrichter erstattete unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls beim Veterinäramt des Kreises Warendorf Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Reaktion dieser Behörde dürfte interessant werden. Denn der Leiter des Kreisveterinäramtes ist nicht nur Tierarzt, sondern selbst jahrzehntelanger Reiter und Pferdebesitzer. Von seiner Fachkompetenz in der Beurteilung des Falles ist somit gleich in doppelter Hinsicht auszugehen. TH

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