Ein Superstar für die Station Schult
30 springbetonte Hengste standen in Westfalen zur diesjährigen Körung an, satte 20 davon erhielten das begehrte Körprädikat. Sieben wurden prämiert und vier erreichten den Endring, aus denen sich zwei zweite Reservesieger, der erste Reservesieger und schließlich der Siegerhengst rekrutierten. Das war in diesem Jahr ein alles überragender Schimmel von Classico TN (M. v. Diamant de Semilly-Cumano-Cor de la Bryère-Almé Z-Gotthard-Wohlklang, Hann. Stamm 249/Dolmiza, Z.: ZG Zurich/Goldhammer, Schüttdorf; Ausst.: Hendrik Zurich, Schüttdorf). Ein Siegerhengst vom Scheitel bis zur Sohle, groß, bedeutend, elastisch, mit sehr gutem Schritt, lockerem, energischem Trab, erstklassiger Galoppade und Springgaben, der das Herz eines jeden Springreiters und Springpferdezüchters höher schlagen lassen. Kurzum: Ein Sieger, wie es dieses Jahr wohl noch keinen zweiten gab, und der einem österreichischen Sportstall 350.000 Euro wert war. Er wird seine erste Beschälerbox im Rheinland auf der Station Schult (Hünxe) beziehen. Der erste Reservesieger, ebenfalls Schimmel (v. Untouchable-Balou du Rouet-Weinberg-Portofino, Westf. Stamm 392/Gründerin, Z. u. Ausst.: IB Berger GmbH, Sulzbach-Rosenberg) und Halbbruder zu dem unter Christian Ahlmann erfolgreichen Beschäler Comilfo Plus Z, ging für 180.000 Euro nach Riesenbeck auf die Hengststation Beerbaum.
Der unverkäufliche Sohn des Ogano Sitte (M. v. Acord II-Gimpel-Argentan I-Gutenberg-Absatz-Weiler, Hann. Stamm 692/Lobelle, Z.: Gabriele Eder, Osterhofen/Bay.) und ein brauner Sohn des Stakkato Gold (M. v. A la Carte NRW-Cornet Obolensky-Pilot, Z. u. B.: Heinrich Ramsbrock, Menslage) teilten sich den dritten Platz. Der Ogano Sitte-Sohn wird aufgestellt auf der großen niederländischen Hengststation Nijhof (Geesteren) und den Sohn des Stakkato Gold leistete sich das Gestüt Sprehe für 120.000 Euro. Zwei Prämienhengste werden ihre Boxen in einem der deutschen Landgestüte beziehen. Für 140.000 Euro sicherte sich das Landgestüt Moritzburg den Sohn des Untouchable (M. v. Lux Z-Salut-Domspatz-Goldregen-Forstner-Agram, Hann. Stamm 33/Agenda, Z. u. Ausst.: Didier Jacquemin, Seny/Belgien). Der ebenfalls prämierte Schimmel-Sohn des Golddigger (M. v. Clinton-Saros xx-Sinaeda-Commandeur, NL-merrielijn 20, Z. Gerard Oosterik, Niederlande; Ausst.: Sport-Horses Sirrin, Neuötting) wird zum Zuschlagspreis von 77.000 Euro in Zukunft im Landgestüt Warendorf beheimatet sein. Als bester Vorführer wurde sein Aussteller Ugur Sirrin (Neuötting/Bayern) mit dem 300-Euro-Scheck des ZÜCHTERFORUMS ausgezeichnet. Weitere Prämienhengste stammten ab von Checkter (70.000 Euro) und Balounito (48.000 Euro).
Wie schon 2020, so hatten die Springhengste ein Programm aus kombinierter Pflaster- und Dreiecksbahn, erstem Freispringtest in der Reihe und am Folgetag zweiter Freispringüberprüfung am Einzelsprung zu absolvieren. Gerade Letzteres kam schon vor Jahresfrist sehr gut an und fand nun seine glanzvolle Bestätigung, denn hier zeigt sich, welche Idee die Pferde aus freier Distanz selbst zum Sprung haben bzw. entwickeln.
Im Rahmen der Versteigerung wurden 14 gekörte Hengste ausgeboten. Für einen gekörten Springhengst mussten durchschnittlich 106.583 Euro investiert werden. Teuerster nicht gekörter Hengst war ein Sohn des A la Carte NRW für 26.000 Euro. CS