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Dienstag, 01.02.2022 um 16:30

It was so nice she did it twice

Erstaunliche Karrierepläne
© honorarfreie Nutzung des Bildes

Die pferdeaffinen Leser der Tageszeitung „Westfälische Nachrichten“ dürften am 1. Februar zunächst an einen verfrühten April-Scherz gedacht haben. Denn dort konnten sie lesen, dass sich Susanne Schmitt-Rimkus, die 2017 wegen Vorteilsannahme im Amt fristlos entlassene Leiterin des NRW-Landgestütes in Warendorf auf die erneut vakante Leitungsposition an ihrer alten Wirkungsstätte bewerben will. Und das sogar mit juristischen Druckmitteln.

Schmitt-Rimkus und zwei ihrer Führungskräfte waren 2017 vom zuständigen NRW-Umweltministerium fristlos entlassen worden, nachdem 2016 eine Razzia des Landeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft Münster wegen des Verdachts der Vorteilsannahme im Amt im Landgestüt sowie in mehreren Privatwohnungen stattgefunden hatte. Es ging dabei unter anderem um Reisen, die die drei Führungskräfte zum Teil mit ihren Ehepartnern nach Katar gemacht hatten sowie Pferdehandels- und Beratungsgeschäfte, für die sie eigens eine Firma gegründet hatten und dies dem Ministerium verschwiegen hatten. 2019 waren die Drei deshalb vom Amtsgericht Warendorf zu Geldstrafen verurteilt worden. Im Berufsverfahren vor dem Landgericht Münster waren die Strafverfahren im Jahr 2020 gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt worden.   

Auch die Nachfolgerin von Schmitt-Rimkus als Leiterin des Landgestütes, Kristina Ankerhold, ist seit 2021 nicht mehr im Amt, da sie im Nachgang der sogenannten Video-Affäre im Sommer 2021 zurückgetreten ist. Damals hatten Teilnehmer eines Pferdwirtschaftsmeister-Lehrgangs gefilmt, wie unter Anwesenheit der Leiterin zwei junge Hengste von einer Gestütsmitarbeiterin dermaßen traktiert wurden, dass eine Anzeige des Geschehens bei der Kreisveterinärbehörde Warendorf mit einer Geldbuße für die Leiterin sowie die Reiterin endete.

Für die nunmehr erneut vakant gewordene Stelle der Gestütsleitung, für die Bewerbungen bis Mitte November eingereicht werden konnten, hatte sich Schmitt-Rimkus anscheinend ohne Erfolg beworben. Gemäß den „Westfälischen Nachrichten“ will sie nun per Eilantrag vor dem zuständigen Arbeitsgericht in Münster feststellen lassen, dass ihre Bewerbung zu berücksichtigen ist.

Thomas Hartwig

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