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Dienstag, 11.10.2022 um 19:46

Sachsen hat alles gegeben

WBFSH-Tagung Dresden/Moritzburg
© honorarfreie Nutzung des Bildes
100 Teilnehmer aus 18 Nationen (u. a. China, Finnland, Norwegen, Dänemark, Schweden, Frankreich, Kanada, Niederlande, Großbritannien, Irland, Spanien, Polen, Belgien, Estland, Litauen, Portugal und Deutschland) umfasste die mehrtägige Tagung des Weltpferdezuchtverbundes WBFSH in Dresden, perfekt organsiert durch die DSP-Verbände unter Leitung von Heike Blessing-Maurer und vor Ort federführend koordiniert durch Christian Kubitz, den Zuchtleiter und Geschäftsführer des Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen, und mit Unterstützung auch aus Warendorf durch Dr. Teresa Dohms-Warneke und Dr. Klaus Miesner. Die Sachsen haben alles gegeben, waren grandiose Gastgeber: Hengstparade "light" in Moritzburg mit tollen Schaubildern, Gestütsführungen unter Leitung von Landstallmeisterin Dr. Kati Schöpke und Landstallmeister a. D., Dr. Matthias Görbert, Abendessen im Märchenschloss Moritzburg, und das HILTON Hotel an der Frauenkirche im historischen Zentrum von Dresden als Tagungsort. In sechs Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit Fragen zur Hengstselektion, Tierschutz und Wohlbefinden. Kritisch angemerkt wurde u. a. das ICSI-Verfahren zur Gewinnung von Eizellen, eine für die Stuten stressige und schmerzhafte Prozedur, und das Freispringen von Fohlen.Ebenso stand die Frage im Fokus, wie die öffentliche Wahrnehmung des Weltzuchtverbundes verbessert werden könnte.Dr. Wietje Nolte hielt einen interessanten Vortrag, in dem sie die Verwandtschaftsverhältnisse der Pferde in den deutschen Pferdezuchtverbänden untereinander darstellte. Ebenso stellte sie die TOP 20 der meistfrequentierten Hengste im Bereich der DSP-Verbände in den letzten Jahren einmal vor, mit dem inzwischen abgetretenen Brandenburger Landbeschäler Quaterback an der Spitze. Die Frequentierung der Land- und Privatbeschäler ist von Zuchtgebiet zu Zuchtgebiet regional unterschiedlich. Während in Sachsen-Thüringen und Brandenburg-Anhalt klar die Landbeschäler als Väter dominieren, sind es in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern eher die Hengste aus Privathengsthaltungen.Eingebettet in die Tagung war auch die Generalversammlung, bei der Jan Pedersen (Dänemark) einstimmig in offener Wahl, geleitet durch den stellvertretenden WBFSH-Vorsitzenden Dr. Norbert Camp (Trakehner Verband), für die nächsten drei Jahre als Präsident im Amt bestätigt wurde.Eine Diskussion ergab sich um die Definition des Züchters eines Pferdes. Dazu soll es nach Meinung der Mitglieder des WBFSH eine gemeinsame, weltweit gültige Formulierung geben. Diese lautete im Vorschlag: "Der rechtmäßige Züchter eines Pferdes ist die Person oder Institution, der das Fohlen zum Zeitpunkt der Geburt gehört, und die es als erstes in einem Stutbuch registrieren lässt, um ihm so eine Identität und Stutbuchzugehörigkeit zu geben."Das rief den Widerspruch der deutschen Pferdezuchtverbände auf den Plan. Wilken Treu (Geschäftsführer Hannoveraner Verband) legte ein Veto ein, denn nach hiesiger Rechtsauffassung ist derjenige, der die Anpaarungsentscheidung vornimmt und schließlich auch die Decktaxe bezahlt, der Züchter des Fohlens, selbst wenn dieses im Mutterleib den Besitzer wechselt. Unterstützung erhielt er dabei von Dr. Andre Hahn (Oldenburger Pferdezuchtverband) und dem gebürtigen Holsteiner und Wahl-Mecklenburger Christian Schacht, der für die Trakehner US-Tochtergesellschaft ATA in Dresden vor Ort war und erklärte, das meiste Geld verdienten ohnehin andere mit den Pferden, insofern soll dem tatsächlichen Züchter die Ehre zuteil bleiben, auch als Züchter im Papier zu stehen, was durch die angestrebte Formulierung nicht grundsätzlich der Fall wäre. WBFSH-Präsident Jan Pedersen erklärte, das soll noch einmal überarbeitet werden. Beschlossen wurde dazu nichts.Apropos ATA: Die ATA wird 2023 in Amerika unter Leitung von Christian Schacht die nächste WBFSH-Versammlung durchführen. In Moritzburg vermisst wurden die deutschen Verbände Mecklenburg, ZfdP und Westfalen. In Westfalen lief parallel die Hengstvorauswahl und auch Zangersheide ließ sich nicht in Dresden blicken. Sie haben etwas verpasst. Claus Schridde
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