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Freitag, 11.11.2022 um 20:42

Holsteins Verbands-Hengste brauchen neuen Trainer

Karsten Huck legt mit sofortiger Wirkung sein Trainermandat beim Holsteiner Verband nieder
© honorarfreie Nutzung des Bildes

Mit eindrucksvollen Worten wendet sich Karsten Huck mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit und die Holsteiner Züchter:

„Als Trainer der Holsteiner Verbandshengste fühle ich mich gegenüber der Züchterschaft verantwortlich, Ihren interessanten und bedeutungsvollen Hengsten eine solide Grundausbildung zukommen zu lassen. Dieses insbesondere, um die Gesunderhaltung der Hengste nachhaltig zu gewährleisten. Bei einem halben Trainingstag in der Woche auf der Anlage des Holsteiner Verbandes sehe ich bei den derzeitig organisatorischen Defiziten keine Möglichkeit, meine Ansprüche zu verwirklichen. Hinzu kommt die Tatsache, dass mein vorgegebener Ausbildungsweg für die Hengste wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft der Geschäftsführung und deren Bereiter während meiner Abwesenheit nicht eingehalten wird.

Diese Tatbestände veranlassten mich auf einer von mir anberaumten Besprechung am 1.11.2022 meine Trainertätigkeit mit der Holsteiner Hengsthaltung GmbH zum Jahresende zu beenden.

Da einzelne Vorstandsmitglieder im Vorfeld, während und nach dieser Besprechung sich in einer von mir nicht akzeptablen Weise benommen haben, sehe ich mich nunmehr gezwungen, meine Trainingstätigkeit aufgrund des nicht mehr bestehenden Vertrauensverhältnisses mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Züchter seid wachsam!“

Diese Zeilen stimmen nicht nur nachdenklich, sie lassen ein veritables Zerwürfnis zwischen dem Trainer und den Verantwortlichen des Hosteiner Verbandes offenkundig werden. Sie werfen aber auch Fragen auf. Besonders der letzte Satz dieser Mitteilung wirkt als eindrückliche Mahnung und veranlasste uns zu einer direkten Nachfrage bei Karsten Huck. Im direkten Gespräch konkretisierte er uns gegenüber dann noch einmal:

„Besonders hat mir immer am Herzen gelegen, das die Hengste zu ihrem Recht auf tägliche Bewegung kommen. Dies ist so, vor allem unter dem Reiter, nicht immer gegeben gewesen. Aus meiner Sicht ist dies der Hauptgrund für eine auffallende Krankheits- bzw. Verletzungsquote im Hengstbestand der Verbandshengsthaltung.“

Wir haben selbstverständlich auch Ulrich Steuber, ersten Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes dazu befragt und um ein Statement gebeten, wie er die Situation aus Sicht des Verbandes beschreiben würde. Er sagte uns dazu:

„Unsere Pferde liegen uns am Herzen, vor allem auch gesundheitlich. Aus diesem Grund haben wir einen Trainer eingestellt, den wir auch gut bezahlen. Einen Rosenkrieg wollten wir eigentlich vermeiden. Wenn Herr Huck nun aber nicht in der Lage ist, mit Kritik oder Erfolgserwartungen sachlich umzugehen, erscheint uns dies sehr bedenklich.“

Karsten Huck, Springreiter und Trainer, hatte 2021 das Training einzelner Holsteiner Verbandshengste übernommen. Diese Tätigkeit war auf den weiteren Hengstbestand ausgeweitet worden als er im August 2021 auch offiziell die Nachfolge von Lorenz Lassen beim Verband antrat. Der gebürtige Holsteiner kann selbst auf eine erfolgreiche Karriere im Sattel zurückblicken, deren Höhepunkt sicher der Gewinn der olympischen Bronzemedaille mit Nepomuk 1988 in Seoul darstellte. Huck, der 1990 zur deutschen Silber-Equipe bei den Weltreiterspielen gehörte, ist seit 2005 Träger des Titels Reitmeister der FN. Zwölf Jahre war Huck Landestrainer in Schleswig-Holstein, war kurzzeitig auch Bundestrainer der Juniorenspringreiter und begleitete über Jahre Reiter und Pferde als Trainer in Europa, in den USA oder beispielsweise in China.

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