Wiesbaden: Freudentänzer und Valverde zum Louisdor-Finale
Mit 73,893 Prozent haben sich SAP Freudentänzer v. Franziskus-Rubinstein I (Zucht: Formidable Star) und Ingrid Klimke den Sieg und ihr Finalticket in Wiesbadens Louisdor-Preis gesichert. Platz zwei und damit das zweite Finalticket ging an Valverde NRW unter Yara Reichert mit 70,914 Prozent.
„Ich bin richtig stolz auf ihn“, sprudelte es aus Ingrid Klimke heraus. „Sternchen (Stallname für Freudentänzer) hat echt gekämpft bis zum Schluss. Ich habe gemerkt, dass ihm auf der letzten Linie ein bisschen die Kraft ausging und er dachte: ‚Wann kommt das Halten, wann kommt das Halten?‘ Aber er hat tapfer durchgehalten.“ Freudentänzer ist ein sehr spezielles Pferd für die Reitmeisterin: Der Vater ist ihr WM-Partner Franziskus, zudem ist Freudentänzer das letzte Fohlen aus der Romanze, die Mutter von Damon Hill. Damon Hill wiederum hatte Klimke viele Jahre geritten und bis zur Grand Prix-Reife ausgebildet. Klimke ist ihrem Louisdor-Sieger also ‚familiär‘ verbunden und hat mit ihm im Schlosspark geglänzt. Katrina Wüst, Dressur-Olympia-Richterin und Fachkommentatorin des Louisdor-Preises: „Die Gesamterscheinung, dieses wunderschöne Pferd, so toll vorgestellt – das war wunderschön. Viel Schwung, eine tolle Trabtour und herrlich in der Anlehnung. Im Schritt hattet ihr ein bisschen Pech, da ist er einmal kurz angejoggt, aber das hat nichts mit der Qualität des Pferdes zu tun“. Der Westfalenhengst wurde 2016 in Münster-Handorf gekört. Fünf seiner Nachkommen sind bei der FN als Sport-Nachkommen registriert.
Die aus Bayern angereiste Yara Reichert ist das erste Mal in Wiesbaden am Start gewesen. „Als ich den Weg ins Viereck hochgeritten bin, habe ich kurz gedacht: ‚Oh Gott, was mache ich da?‘ Die Kulisse ist Wahnsinn. Was aber auch toll ist, sind die Zuschauer. Dass man so nah mit den Zuschauern reiten kann, kann so helfen.“ Der ehemalige Bundeschampion hat schon mit guter Lektionssicherheit und enormer Präsenz im Viereck beeindruckt, in manchen Momenten hätte er noch losgelassener über den Rücken agieren dürfen, so Wüst. (PM/Steinbach)