DSP-Auktionen: Handverlesene Dressurhoffnungen und exquisite Nachwuchsspringtalente
Eingebettet in das herrliche Ambiente des internationalen Dressurfestivals auf Gestüt Schafhof in Kronberg ging am Freitagabend nun bereits zum dritten Mal die DSP-Fohlenauktion unter dem passenden Motto „Kronjuwelen“ über die Bühne. Auktionator Hendrik Schulze Rückamp erzielte bei dieser Versteigerung im Hybridformat für das Dutzend handverlesener Dressurhoffnungen der Kollektion den sehr guten Durchschnittspreis von 13.417 Euro.
Va Bene-De Niro – nach diesem Erfolgsrezept war schon die Preisspitze der Premiere der DSP-Auktion auf dem Schafhof vor zwei Jahren gezogen. Gabriele Eder aus Osterhofen in Bayern setzte auch in der vergangenen Saison auf den Dressurpferde-WM-Teilnehmer des Zuchthofs Wadenspanner und wurde erneut belohnt: Mit dem Zuschlagspreis von 56.000 Euro avancierte „Veniro II“ zur Preisspitze der aktuellen DSP-Auktion auf dem Schafhof. Der dunkelbraune Hengstanwärter, der in US-amerikanischen Besitz wechselte, ist einem bedeutenden Hannoveraner Stutenstamm zuzurechnen, dessen jüngste Erfolgspferde für sich sprechen: Die Großmutter brachte zwei in der schweren Klasse erfolgreiche Dressurpferde, die Urgroßmutter stellte zwei gekörte Söhne, einer davon bereits Grand Prix- erfolgreich, und ein weiteres, in der Königsklasse siegreiches Sportpferd. Auch die Nummer eins der Weltrangliste, Jessica von Bredow-Werndl, hat mit Sir Max ein Pferd dieses Stammes unter dem Sattel.
„Fürst Pablo“ war der Auktionsname des mit 20.500 Euro zweitteuersten Fohlens, das den Reigen der Kandidaten eröffnet hatte. Und klar, hinter diesem Namen kann nur einer stecken: Züchter Ralf Pawlowski aus Heidenheim in Baden-Württemberg, der in der Szene als „Pablo“ bekannt ist. Er ist unter anderem Züchter des Springhengstes Limbridge, mit dem Jana Wargers dem aktuellen deutschen Olympiakader angehört. Dass Ralf Pawlowski auch ein gutes Händchen bei der Zucht von Dressurcracks hat, bewies er mit dem typ- und bewegungsstarken Fürst Pablo aus einer Diamond Hit-Mutter. Der Dunkelbraune ist ein Sohn aus dem ersten Jahrgang des Feliciano, ein weiterer Hengst aus der Riege des Zuchthofs Wadenspanner. Der Floricello-Sohn gehört Gut Wettlkam und damit Fußballstar Thomas Müller und seiner Frau. Und Lisa Müller konnte sich von der Qualität des Nachwuchses ihres Hengstes persönlich überzeugen, schließlich war sie mit mehreren Pferden auf dem Schafhof am Start, unter anderem belegte sie am Tag vor der Auktion einen hervorragenden dritten Platz im Grand Prix des CDI4*.
Insgesamt wurden vier „Kronjuwelen“ an ausländische DSP-Kunden verkauft: Je einer der Edelsteine geht in die USA beziehungsweise in die Schweiz, zwei wechselten in österreichischen Besitz. Fritz Fleischmann bedankte sich bei den Kunden: „Dass das internationale Fachpublikum die Qualität der ‚Kronjuwelen‘-Kollektion schätzt, hat sich einmal mehr darin gezeigt, dass es in erfreulich hohem Preisgefüge zugeschlagen hat,“ so der Vermarktungsleiter des DSP.
„Ichenheim Stars“
Man nehme: Eine exquisite Kollektion, eine tolle Atmosphäre, zahlreiche helfende Hände, einen motivierenden, gut gelaunten Auktionator und Topreiter mit Weitblick. Das waren die Zutaten der zweiten Auflage der Springfohlenauktion „Ichenheim Stars“, einer Präsenzauktion, bei der der Spitzenpreis 16.000 Euro betrug und ein erfreulich hoher Durchschnittspreis von 9.563 Euro erzielt wurde.
Der erste Star des Abends allerdings gehörte nicht zu der von DSP-Vermarktungsleiter Fritz Fleischmann sorgfältig zusammengestellten, hochinteressanten Kollektion an vielversprechenden Parcoursspezialisten der Zukunft, gefeiert wurde zunächst einmal Shettyfohlen Michel. Der kleine Schecke aus der Zucht von Klemens Zeil, engagierter DSP-Züchter und Vorstandsmitglied des Reitervereins Ichenheim, flitzte und bockte an der Seite seiner Mutter über den Platz, dass es eine Freude war, ihm zuzusehen. Er flitzte für einen guten Zweck: Der Erlös seines Verkaufs in Form einer amerikanischen Versteigerung kam dem Förderverein für krebskranke Kinder e.V. zugute, der in direkter Nachbarschaft zur Uni-Kinderklinik in Freiburg ein sogenanntes Elternhaus, einen Zufluchtsort für die Familien schwer kranker Kinder, baut. Die zahlreichen Turnierbesucher und Reiter ließen sich nicht lumpen – bei 10.000 Euro schloss Günther Friemel, der schon bei der Premiere der „Ichenheim Stars“ im vergangenen Jahr am Auktionspult gestanden hatte, die Versteigerung von Michel.
Ein Auftakt nach Maß der in das baden-württembergische Meisterschaftsturnier eingebetteten Veranstaltung, an den sich ein nicht minder positiver Auktionsverlauf anschloss. Den Spitzenpreis von 16.000 Euro erzielte Friemel für „Elvis“, einen Sohn des Eldorado van de Zeshoek, von Uwe Eberhardt im baden-württembergischen Herbrechtingen aus einer I’m Special de Muze-Tochter gezogen. Sportlichkeit ist diesem Fohlen quasi in die Wiege gelegt, dafür stehen nicht nur die Ausnahmevererber der niederländischen Station Nijhof, das verspricht auch die Mutterline. Sowohl die Groß- als auch die Urgroßmutter waren im Sport der schweren Klasse erfolgreich und auch ihre Nachkommen sind in internationalen Parcours zuhause. Und sportlich gefördert wird sicher auch Elvis, denn neuer Besitzer des Braunen ist der Springstall Schill, der quasi vor der eigenen Haustür einkaufte.
Im Preisranking an zweiter Stelle folgte Mia Blue, die damit auch bestbezahltes Stutfohlen der Kollektion war. Züchter der Malito de Reves-Tochter aus einer Stute von Chacco-Blue ist Michael Franke aus Altmärkische Höhe in Sachsen-Anhalt. Und auch bei ihr gehören internationale Springpferde in Serie zur direkten mütterlichen Verwandtschaft. Außer den beiden Preisspitzen wurden fünf weitere DSP-Youngster der insgesamt 16 Fohlen umfassenden Kollektion für mindestens 10.000 Euro zugeschlagen. Eine ganze Reihe in Baden-Württemberg ansässige, renommierte Springställe sicherten sich internationale Topgenetik für die sportliche Zukunft.
Heike Blessing-Maurer, die mit ihrem Team am Vorabend noch die Dressur-Fohlenauktion auf Gestüt Schafhof erfolgreich über die Bühne gebracht hatte, war nicht nur hochzufrieden, sondern auch dankbar: „Wir freuen uns nicht nur über eine überragende Verkaufsquote, sondern auch über die erneut großartige Unterstützung vor Ort seitens der Turniermacher und des lokalen Pferdezuchtvereins. Unser Dank gilt dem gesamten Ichenheimer Team, allen voran Reinhard Schill und Klemens Zeil,“ so die Geschäftsführerin des DSP. (PM)