Ex-Bundeschampion San to Alati - FN sperrt Reiterin für vier Monate
Mareike Mimberg-Hess, die Reiterin des disqualifizierten Bundeschampions 2022 der vierjährigen Hengste, San to Alati, ist jetzt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) nach einem Ordnungsverfahren für die Dauer von vier Monaten gesperrt worden.
Bei dem Hannoveraner Hengst San to Alati war der Abbaustoff der im Wettkampf verbotenen Substanz Firocoxib gefunden worden. Der Hengst wurde deshalb disqualifiziert, somit wurde ihm auch der Titel des Bundeschampions aberkannt.
Es folgte ein Ordnungsverfahren gegen die Reiterin des Hengstes, Mareike Mimberg-Hess. Die Disziplinarkommission hat diese als „verantwortliche Person“ im Sinne des Artikel 2 ADMR für die Dauer von vier Monaten für die Teilnahme an Turnieren gesperrt. Diese Entscheidung hat das große Schiedsgericht der FN jetzt bestätigt. Damit sind die verbandsrechtlichen Verfahren ausgeschöpft. Der Reiterin steht aber offen, zivilrechtlich dagegen vorzugehen.
Der Fall hatte auch deshalb für Furore gesorgt, weil die FN zwar bereits ab Anfang Oktober 2022 von dem positiven Probeergebnis wusste, aber erst im Februar 2023 mit der Disqualifikation des Hengstes den Fall erstmals offiziell bestätigte. Die FN begründete dies mit datenschutzrechtlichen Bestimmungen. In anderen Pferdesportarten wie dem Galopp- oder Trabrennsport werden die Ergebnisse von Medikationskontrollen unmittelbar nach ihrem Vorliegen veröffentlicht. Datenschutzrechtliche Probleme sieht man dort nicht.
Der Fall unterscheidet sich jedoch auch noch in einem anderen Punkt von anderen Fällen verbotener Medikation. Das Pferd befand sich im Vorfeld der Bundeschampionate nicht in der Obhut der Reiterin, die kurzfristig nur als Ersatz für die verletzte Stammreiterin eingesprungen war. Mimberg-Hess hatte das Pferd lediglich einige Male in seinem Heimatstall auf der Hengststation Hinnemann im rheinischen Voerde geritten und ihn dann in Warendorf bei den Bundeschampionaten vorgestellt. In einer ersten Stellungnahme äußerst sich Mareike Mimberg-Hess jetzt gegenüber dem „Züchterforum“ zur Entscheidung des Großen Schiedsgerichtes: „Ich bin unschuldig. Zudem gibt es ein Schriftstück, in dem mir die Stallinhaberin versichert, dass das Pferd im Vorfeld der Bundeschampionate keiner Medikation unterzogen wurde. Das mache ich mit allen Pferden so, die ich für andere Leute auf Turnieren vorstelle. Ich kämpfe weiter und ich gebe nicht auf.“ Mimberg-Hess hat für die in der übernächsten Woche beginnenden Bundeschampionate insgesamt fünf Pferde qualifiziert. Ihr sind außerhalb des Verbandsrecht der FN durchaus noch zivilrechtliche Möglichkeiten gegeben, gegen das Urteil des Großen Schiedsgerichtes vorzugehen und so dennoch bei den Bundeschampionaten starten zu können.