Warendorf: Überragende Runde im Cross
Im Busch, bei den fünf- und sechsjährigen Geländepferden wurde es heute noch einmal richtig spannend. Bei den Sechsjährigen gab es einen echten Widerholungstäter zu bejubeln. Nicht nur einen. Zum Titel galoppierte wie schon im Vorjahr Cascoblanco v. Cascadello-Sir Shostakovich xx (Holstein, Z.: Manfred Johannsen, B.: Gestüt Fohlenhof) unter dem Sattel von Pia Leuwer. Der Holsteiner Hengst hatte in Dressur und Springen stark vorgelegt (jeweils 9,0) und ging damit als klarer Favorit in den abschließenden Cross. Dort zeigte sich der Hengst, cool, mutig und mit toller Galoppade ausgestattet, 9,0, dazu kamen hohe Rittigkeitswerte (9,0) und einer durchweg positiven Perspektive als zukünftiges Vielseitigkeitspferd (9,0). Lediglich beim Springverhalten machte die Jury kleine Abzüge, hier gab es „nur“ die 8,0. Hier wünschte man sich vom Holsteiner Hengst noch mehr Gleichmaß. Letztlich gab es eine 8,6, die zusammen mit dem dicken Polster aus den beiden vorangegangenen Teilprüfungen zum Titel reichten! Der nächste Wiederholungstäter galoppierte wie schon im Vorjahr auf Rang zwei: Finanzierungsstalls Sturmpfeil v. Under Fire-Sixtus (Trakehner, Z.: Familie Blömer) unter Jerome Robine. Eine 8,4 im Springen lieferte einen Einstieg nach Maß in die finalen Teilprüfungen. Mit einer 8,6 lief es auch im Viereck wie am Schnürchen –damit hatte sich Sturmpfeil für das Gelände in Stellung gebracht. Hier gab es für den Trakehner Hengst eine 8,9, untermauert mit viel Lob: Ausbalanciert, leichtfüßig galoppierend, mit ganz viel Übersicht und immer optimal an den Reiterhilfen, so überzeugte der Hengst der Sportpferde Kurbel. Bronze sicherte sich mit der Tageshöchstnote 9,4 im Gelände Rockaya v. Radisson-Stalypso (Hannover, Z.: Gerd Lücking, B.: Katharina Köhlmoos) unter Julia Krajewski. Im Parcours lief es für die Stute zunächst nicht so rund, 7,3 bedeuteten Rang zehn. Im Viereck machte sie mit einer 8,7 schon einiges an Boden gut, die abschließende Geländerunde ließen dann keine Zweifel an ihren Qualitäten offen.
Bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden sicherte eine überragende Runde im Cross dem neuen Bundeschampion den Sieg. Booze Buddy v. Balou Peggio-Valentino (Hannover, Z.: Heinrich Reisinger, B.: Wiebke Jaspers) startete unter seiner Besitzerin auf Rang fünf in die Geländerunde. Angereist war der Wallach als Hannoveraner Vizechampion der fünfjährigen Geländepferde, das Finale begann im Parcours in Warendorf dann aber nicht gerade verheißungsvoll: Gleich am ersten Hindernis der ersten Teilprüfung Springen, fiel eine Stange (7,6). Danach aber lieferte der großrahmige Fuchs: 8, 5 in der Dressur – Position fünf vor dem entscheidenden Gelände. In diesem überzeugte der sportliche Wallach mit Kraft und Ehrgeiz, Vermögen und Technik. 9,4 gab es für den mutigen Auftritt. Das war nicht nur die Tageshöchstnote, sondern auch der Titel des Bundeschampions. Ihm dicht auf den Fersen war der in Brandenburg-Anhalt gezogene DSP-Wallach Finanzierungsstalls Charly Brown v. Con Sherry-Lindbergh, Z.: ZG Brockmann und Drechsler, B.: Reitsport und Pferdezucht Klüter) unter Jerome Robine (damit hat Jerome Robine einen weiteren Vize-Champion unter dem Sattel!). Der DSP-Wallach, der mit einer 7,7 aus dem Springen und 8,1 aus der Dressur ebenfalls nicht ganz von vorne weg startete, machte es wie der der spätere Bundeschampion: Er gab alles im Gelände und galoppierte ebenfalls zu einer Cross-Note von 9,4. Damit machte er deutlich Boden gut im Klassement. Besonders lobten die Juroren Bettina Hoy, Hans Melzer und Ernst Topp neben den hervorragenden Grundqualitäten des großgewachsenen Braunen dessen Ausbildungsstand und sein geradezu „sensationelles Springen“. Bronze ging erneut nach Hannover: Cardenio K v. Contendro-Lemon Park (Z.: Axel Kietzmann, B.: Alexander Brandt) unter Andreas Brandt. (mst)