Keine wirklich rosigen Aussichten
Wirtschaftszahlen des Holsteiner Verbandes sind bekannt geworden
Seit einigen Tagen tauchten in Diskussionen immer wieder aktuelle Wirtschaftszahlen zum Jahresergebnis 2023 des Holsteiner Verbandes auf. Diese Zahlen sehen durchaus beunruhigend aus. Ein Minus von 65000 Euro beim Verband, dazu eine komplette Abschreibung der IAFH-Anteile in Höhe von – 156000 Euro (Eine Maßnahme übrigens, zu der sich auch andere Verbände, die IAFH-Anteile halten bereits gezwungen sahen). Dazu ein Fehlbetrag in Höhe von 420000 Euro bei der Holsteiner Verband Vermarktungs GmbH, sowie ein Minus in Höhe von 727000 Euro bei der Hengsthaltungs GmbH. Summiert ergäbe sich damit ein Minus für alle drei Sparten des Verbandes in Höhe von 1.368.000 Euro. Wir haben am 16.05. 2024 beim Holsteiner Verband angefragt, ob man uns diese Zahlen bestätigen könne. Am Morgen des 17.05. 2024 wurde uns dann von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ein Schriftstück übermittelt das zwar undatiert aber die Anrede „Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter“ trägt. Unter der knapp gehaltenen Überschrift: Information Bilanzen, sollen augenscheinlich die Züchterinnen und Züchter direkt von Verbandsseite vorab, vor der für den 13.06. geplanten Delegiertenversammlung über die Wirtschaftszahlen informiert werden. Zunächst wird darauf hingewiesen, dass man bedauere, dass im Zuge einer Vorabsitzung von Vorstand und Geschäftsführung vom 13. Mai 2024, Zitat: „[...] ein/e Teilnehmer/in dieser Sitzung eigenmächtig und ohne Absprache ein selbst erstelltes Protokoll in Umlauf gebracht, das unvollständig und teilweise inkorrekt über die Finanzlage des Verbandes und seiner Tochtergesellschaften berichtet. [...]“.
Auf den dann folgenden, annähernd zwei Seiten werden die durchgesickerten Zahlen in diesem Schreiben in weiten Teilen bestätigt. So heißt es unter anderem: „[...] Der Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. hat operativ (vor der Neubewertung der Vermarktungs GmbH und der IAFH) im Jahr 2023 einen Verlust von ca. -65.000 Euro erzielt. [...]“ und weiter: „[...]Aufgrund des von der IAFH (International Association of Future Horse Breeding GmbH & Co.KG) vorgelegten Wirtschaftsplans hat der Verband nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsprüfer entschieden, den mit 155.000 Euro in der Bilanz angesetzten Vermögenswert für die IAFH vollständig abzuschreiben. Des Weiteren wurde eine Abschreibung von rund 420.000 Euro bei der Vermarktungs und Auktions GmbH vorgenommen, die auf Grundlage des von der Vermarktungs und Auktions GmbH vorgelegten Wirtschaftplans den in 2023 realisierten und 2024 erwarteten Bilanzverlust der GmbH berücksichtigt. Für das Jahr 2024 prognostiziert der Verband einen Bilanzverlust von ca. -75.000 Euro unter Berücksichtigung der zu erwartenden Rückgänge bei den Registrierungseinnahmen für Fohlen. [...]“ Ebenso heißt es in dem Schreiben: „[...]Die Hengsthaltungs GmbH hat im Jahr 2023 einen Verlust von ca. -727.000 Euro erzielt. Dieses schwache Ergebnis wurde einerseits durch GOT-bedingte rückläufige Bedeckungszahlen und andererseits durch nicht erzielte Verkaufserlöse von Handelspferden verursacht. [...]“ Für die Auktions und Vermarktungs GmbH heißt es: „[...]Die Vermarktungs- und Auktions GmbH hat im Jahr 2023 einen Verlust von ca. -353.000 Euro erzielt. [...]“. Darüber hinaus werden diverse Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung der Zahlen und der von Seiten des Vorstandes und der Geschäftsführung korrekten Einordnung kommuniziert. Dazu wird unter anderem geäußert: „[...] Abschließend wollen Vorstand und Geschäftsführung den Hinweis geben, dass die Summe der Bilanzen des Holsteiner Verbandes und seiner Tochtergesellschaften auch nach dem wirtschaftlich schwachen Jahr 2023 eine Liquidität von ca. 1,7 Mio. Euro aufweist bei einer nach wie vor hohen Eigenkapitalquote von über 60 Prozent. Wir hoffen, mit dieser Vorabauskunft die entstandenen Irritationen über die Wirtschaftslage des Verbandes ausgeräumt zu haben und weisen darauf hin, dass bis zu der finalen Bekanntgabe der Bilanzen leichte Abweichungen der in dieser Mitteilung kommunizierten Zahlen grundsätzlich möglich sind. [...]“. Das Informationsschreiben endet mit der Zeile: „Der Vorstand und die Geschäftsführer des Holsteiner Verbandes“.
Das gesamte Schreiben ist seit heute Vormittag auch auf der Homepage des Hosteiner Verbandes eingestellt: