Jörne Sprehes bestes Spielzeug
Er sprang souverän: geschickt, vorsichtig, vermögend, elegant. Der zehnjährige gekörte Hannoveraner Hengst Toys hat sich beim Turnier-Comeback in Albführen an der baden-württembergisch-bayerischen Grenze wieder einmal als das beste Spielzeug der bayerisch-fränkischen Springreiterin Jörne Sprehe erwiesen. Der elegante Toulon-Sohn, der am Gestüt ihrer Familie in Niedersachsen als Deckhengst gelistet ist, blieb in zwei Umläufen des Großen Preises am Sonntagmittag ohne Abwurf. Im Moment kann er sich in Bayern aber ganz auf den Sport konzentrieren. Das tut ihm offenbar gut. Der Große Peis von Albführen war mit 40 000 Euro dotiert.
Die 41-jährige Amazone aus Herzogenaurach reitet die Saison ihres Lebens. Mit Toys hatte sie neulich schon den Großen Preis von Arezzo gewonnen. Im Moment dürfte sie sogar noch eine kleine Chance auf einen Teamplatz bei den Olympischen Spielen in Paris haben.
Jörne Sprehe siegte mit coolem „Pokerface“, wie man sie kennt, vor dem Österreicher Dominik Juffinger mit Diachacco und der Schweizerin Annika Züger-Hächler mit PB Diacannus; sie reitet – wie Pia Reich aus Baden-Württemberg – für den Stall des Schweizer Sponsors Paul Bücheler. Pia Reich belegte als Zweitbeste Deutsche im starken Feld mit PB Löwenherz Rang fünf.
Im ersten Umlauf sahen die rund 2000 Zuschauer rund um die Arena ein Sterben der Favoriten: Die beiden Schweizer Olympiareiter, Europameister und Weltcup-Sieger Martin Fuchs (mit Connor Jei) und Steve Guerdat mit dem eleganten Holsteiner Hengst Caracho mussten jeweils einen Flüchtigkeitsfehler hinnehmen, ebenso David Will im Sattel des spektakulären Bonhomme-Hengstes Zinedream. Auch Adrian Schmid im Sattel der neunjährigen DSP-Stute Crisu aus baden-württembergischer Zucht von Fridolin Boos in Ravensburg scheiterte mit vier Strafpunkten nur knapp. Das gleiche Schicksal ereilte auch Lokalmatador Kai Ruggaber mit dem belgischen Hengst Mr. Newmann.
Das passierte auch der U25-Reiterin Lea Sophia Gut, deren jetzt 15-jährige Holsteiner Stute Cantario immer noch sehr frisch wirkt. Allerdings konnte sie Boden gut machen und mit dem schnellsten Vierer noch in den zweiten Umlauf einziehen. Dort traf sie auch auf Michael Jung, der mit dem großen Schimmel Duo Power zwei Zeitfehler hinnehmen musste – und damit im zweiten Durchgang nur eine theoretische Chance hatte. Aber auch Lea Gut konnte mit einer internationalen Platzierung nach Hause fahren.
So zogen die Amazonen als Favoritinnen in den zweiten Umlauf ein: Allen voran Jörne Sprehe aus dem bayerischen Franken mit dem geschickten Hannoveraner Hengst Toys und Pia Reich mit dem zuverlässigen PB Löwenherz. Die Französin Fanny Guerdat Skalli war erfolgreicher als ihr prominenter Ehepartner. Mit dem neunjährigen Hengst Freud de Kreisker zeigte sie eines der auffälligsten Pferde des Wettbewerbs.
Am Vormittag hatte Martin Fuchs schon ein weiteres 1.40 Meter-Springen im Sattel des neunjährigen Coromat gewonnen. Lea Gut sah auch hier wieder sehr gut aus und belegte einen starken Rang zwei im internationalen Springen mit ihrer Stute Valentina. Pech für Kai Ruggaber, der alles auf eine Karte setzte: Er ritt die beste Zeit, allerdings mit einem Abwurf im Sattel seines Indiana Jones.
Im Rahmen der letzten Siegerehrung versprach Albführen-Eigentümer Walter Frey vor vollem Haus, dass es im nächsten Jahr wieder ein Turnier auf der stilvollen Anlage geben wird.