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von Petra Krayl am Sonntag, 11.08.2024 um 22:13

Zuchthof Wadenspanner: Großer Schaulauf beim Fohlenchampionat

Sieger der Hengstfohlen: Va Bene-Totilas von Franz Winklmaier  /  © Hubert Fischer
Siegerin der Stutfohlen: Floricello-For Romance von der ZG Kornprobst, Kotzina, Steidl  /  © Hubert Fischer

Und der Fohlentanz geht weiter: Am Sonntag öffnete der Zuchthof Wadenspanner in Pattendorf seine Tore. Die Familie Wadenspanner lud zusammen mit dem Gut Wettlkam zu ihrem jährlichen Highlight ein: einer Fohlenschau, die die Nachzucht ihrer Stationshengste präsentierte. 54 vielversprechende Dressur-Aspiranten zeigten sich vor einem zahlreich erschienenen Publikum, das trotz der brütenden Hitze gekommen war.

27 Fohlen stammten von dem Stempelhengst des Zuchthofes, Va Bene, ab. Der mittlerweile achtjährige Dunkelfuchs (v. Veneno - Belissimo M) erfreut sich großer Beliebtheit bei den Züchtern und erhielt in dieser Saison etwa 400 Stuten. Im Turniersport wird er aufgrund der Doppelbelastung nur gezielt eingesetzt. Dennoch konnte er bereits im Alter von sieben Jahren mit seiner Reiterin Johanna Wadenspanner zwei S-Dressuren gewinnen. Aus seinen ersten Jahrgängen gibt es bereits mehrere gekörte Hengste, Auktionsspitzen und zahlreiche Sieger auf Fohlen- und Reitpferdechampionaten. Sein Stallnachbar, der Junghengst Feliciano (v. Floricello – Boston, geb. 2019) präsentierte im letzten Jahr seinen überaus gelungenen Premierenjahrgang. Und auch aus sportlicher Hinsicht erfüllt Feliciano in 2024 all seine Erwartungen und konnte sich auf Anhieb zum Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde qualifizieren. Er hatte etwa 200 Stuten gedeckt, und eine Auswahl seiner mit Spannung erwarteten Nachkommen präsentierte sich auf der Fohlenschau.

Von den 54 vielversprechenden Dressurtalenten stammten zehn Fohlen von Feliciano ab. Jeweils vier Fohlen kamen von den weiteren Zuchthengsten Bowmore (v. Bordeaux – Fürst Piccolo) und Floricello (v. Florencio – Dormello). Die Jury, bestehend aus Zuchtleiter Torsten Große-Freese, Hubert Berger und Helga Unverdorben, hatte die anspruchsvolle Aufgabe, die qualitativ hochwertigen und außergewöhnlich guten Fohlen bei der getrennten Bewertung in die richtige Rangordnung zu bringen. Immer wieder erhob sich spontaner Applaus aus dem Publikum, wenn die Kommission erneut die Höchstnote 10 vergab. Alle zehn besten Fohlen erreichten eine Gesamtpunktzahl von über 47 Punkten. Die jeweiligen Sieger der Hengst- und Stutenfohlen erzielten punktgleich ein Endergebnis von 48,8. Franz Winklmaier und seine Familie freuten sich über den Siegertitel bei den Hengstfohlen. Sein Va Bene-Sohn (MV: Totilas) wurde in den Kategorien Typ, Bewegungsablauf und Gesamteindruck mit der Höchstnote von 10,0 ausgezeichnet. Knapp dahinter auf Platz zwei mit 48,5 Punkten lag ein weiterer Va Bene-Nachkomme (MV: Ampere NLD) aus der Zucht von Martina und Jakob Reglauer.

Bei den Stutfohlen war es Dressurreiter Ralf Kornprobst, der das Feld von hinten aufrollte und erneut die hohe Qualität seiner kleinen Zucht unter Beweis stellte. Aus seiner Wahlheimat Österreich angereist, präsentierte er zusammen mit Jutta Steidl und Markus Kotzina eine dynamische Floricello-Tochter. Für ihren Bewegungsablauf erhielt sie die Höchstnote von 10,0, ebenso wie für ihren Typ und Gesamteindruck. Va Bene stellte die zweitplatzierte Stute, die insgesamt 47,9 Punkte erreichte. Züchter und Besitzer des eleganten Fuchses ist Josef Bauer aus Inning.

Die Veranstaltung wurde hervorragend von der Familie Wadenspanner organisiert und bot den Zuschauern ein rundum gelungenes hippologisch Erlebnis. Die Noten wurden in Echtzeit im Live Score erfasst und live über Clipmyhorse übertragen, was den Zuschauern vor Ort und daheim vor dem Bildschirm eine optimale Möglichkeit bot, die Bewertungen der Jury direkt nachzuvollziehen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: https://zuchthof-wadenspanner.de/snippet/index.html

 

Petra Krayl (Redakteurin)

Die Agraringenieurin ist die Expertin für das Zuchtgeschehen, Schwerpunkt Bayern, aber auch in den Themen Pferdehaltung, Stallbau und Technik versiert. Sie stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb mit einer kleinen Pferdezucht. Bevor sie zum Matthaes Medien Verlag kam, war sie in der Erneuerbaren Energien Branche als Marketing und PR-Managerin tätig. In Marbach absolvierte sie eine Reitwartausbildung und war auf ländlichen Turnieren im Springen und in der Dressur unterwegs. Heute trifft man sie auf den bayerischen Turnierplätzen als Begleiterin ihrer Tochter.

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