Dreijährige Stuten und Wallache in Warendorf
Start-Ziel-Sieg für Hannover
Nie war das Bundeschampionat der dreijährigen Stuten und Wallache quantitativ schwächer besetzt als 2024. Gerade einmal 15 dreijährige Stuten und Wallache standen auf der Starterliste. Auf dem Abreiteplatz gab es dann noch einmal zwei kurzfristige Ausfälle, so dass am Ende 13 Pferde vor der Jury, bestehend aus Cathrin Wingender, Peter Mannheims und Jürgen Uthoff, aufparadierten. Dabei stellte der Hannoveraner Verband mit sieben Nachkommen den Löwenanteil, gefolgt von Oldenburg (3), Westfalen (2) und den DS-Verbänden (3; zwei aus Baden-Württemberg, einer aus Sachsen-Anhalt). Mit drei Nachkommen (zweimal aus Hannover, einmal aus Brandenburg-Anhalt) stellte der Hengst Bonds das größte Kontingent der insgesamt 13 Starter, gefolgt von dem Warendorfer Landbeschäler Sir Heinrich mit zwei Nachbekommen, beide aus Hannover übrigens.
Und es gab einen Start-Ziel-Sieg für Danica Duen und den ausgesprochen souverän und abgeklärt gehenden Hannoveraner Fuchs Boccaccio 55 (v. Bonds-Dancier-Christ-Don Schufro-Wenzel I-Shogun xx-Dominik-Ceylon, Hann. Stamm 213/Idria, Z.: Hans-Jürgen Hollmann, Dötlingen), Sie war erstes Pferd in der ersten Gruppe, beendete ihre Prüfung mit 8,7 (9,0 für Galopp und Schritt), und kein anderer Bewerber holte sie mehr ein.
Rang zwei ging an eine hannoversche Fuchsstute, und zwar an Senoria la Bonita (v. Sir Henrich-Westernhagen-Davignon I-Bolero-Grande-Marcio xx-Duellant, Hann. Stamm 48/Alferate, Z. u. B.: Axel Windeler, Verden) mit Sina Aringer (8,6; Galopp 9,5, Trab 9,0).
Der dritte Rang ging erneut an Danica Duen, diesmal mit der pompös-voluminös aufgemachten westfälischen Dunkelfuchsstute Gut Neuenhofs Maxima (v. Maxim-Estobar NRW-Fürst Piccolo-Sion-Figaro, Oldbg. Stamm 17/Bastiane, Z. u. B.: Gestüt Gut Neuenhof KG, Nideggen), die durchgehend Noten von 8,5 erhielt. Ihre Mutter ist Vollschwester zum Starvererber Escolar.
Die weiteren zu vergebenden Finalplätze erhielten Nachkommen von Kjento, Zauberlehrling PS und Vitalis aus Oldenburg, Baden-Württemberg und Hannover mit Noten von 8,2 bis 8,0.
Wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz der dreijährigen Reitpferde früher der besondere "Talentschuppen" der deutschen Pferdezuchtverbände, ja Keimzelle und Herzstück des Bundeschampionats gewesen ist, dann ist das, was gegenwärtig davon übrig geblieben ist, ziemlich trostlos. Es waren in der Spitze sicherlich überdurchschnittlich gute Pferde zu sehen, aber eben auch einige wenige, die mit den Bedingungen nicht zurecht kamen, wie eigentlich in jedem Jahr. Bei diesen Fällen kam es auf der Tribüne zu Pfiffen, und zwar als die Jury zwei Pferde, die sich mehrfach verwarfen und sich den Reiterhilfen entzogen, entsprechend benotete. Hier gab es in der Rittigkeit immerhin noch 6,0 - das ist vom Wortsinn her befriedigend. Weniger hätte auch jeder verstanden.