Warendorf: Eva Möller krönt mit Be Sure ihre Rückkehr
Be Sure ist Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde.
Welcome back again – Das ging in diesen Tagen wohl vielen durch den Kopf. Aufgrund der Überschneidung der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und der HKM Bundeschampionate hatte sich Eva Möller für eine (kurzzeitige) Rückkehr entschieden. Die Warendorfer Queen ist zurück, wahrlich toll. Ja, wahrlich meisterlich führte sie zum krönenden Abschluss der diesjährigen Bundeschampionate den sechsjährigen Hannoveraner Be Sure zum Titel bei den sechsjährigen Dressurpferden. Schöner hätte man ihre Rückkehr wahrlich nicht planen können. Doch kommen wir zum heutigen Finale.
Be Sure (v. Benicio – Scuderia, Z.: Ludwig Fuchs) ist ein langbeiniger, sehr modern aufgemachter Wallach, der mit seinen Stärken zugleich in der Trabtour spielte. Es zeigte sich ein bestechendes Gleichmaß, ja einem Metronom gleichend. Be Sure „spulte“ sich in völliger Leichtigkeit durch die Trabtour. Wenn man etwas Meckern wollte, war es ein geringes Verwerfen im Genick in den Seitengängen. „Be Sure ist ein unglaublich ins Bergauf konstituiertes Pferd. Der Trabablauf zeigte sich dynamisch, sehr akzentuiert, immer ins Bergauf bewegend“, fasste Nicole Nockemann zusammen (9,0). Der Schritt präsentierte sich mit viel Übertritt und gut schreitend. „Auch im Schritt zeigte sich eine unglaubliche Schulterfreiheit mit großem Raumgriff“, erläuterte Nicole Nockemann. Im versammelten Tempo hätte sich noch mehr Präzision in Hinsicht Fußfolge zeigen können (8,4). Ein weiteres Highlight bildete der Galopp. Wieder mit unglaublicher Schulterfreiheit sowie kraftvoll unterspringend. Hervorzuheben sind auch die toll ins Bergauf und mit dem nötigen Bodengewinn angelegten Galoppverstärkungen (8,5). Die Galoppwechsel zeigten sich auch toll ins Bergauf springend. Vor dem zweiten Rechtswechsel kam eine leichte Spannung auf, weshalb sich dieser nicht ganz optimal durchspringend zeigte. Auch könnten die versammelten Reprisen über noch mehr Lastaufnahme verfügen, was die Note für die Durchlässigkeit etwas drückte. In der Perspektive stand eine verdiente 9,0, woraus eine Endnote von 8,74 resultierte. Mit einem Bundeschampion und einem weiteren Finalisten hat Eva Möller sich einmal mehr als wahre Meisterin der Jungpferdausbildung präsentiert.
Apropos meisterlich, gar ein Vorbild für gutes Reiten. Das gelang heute Lars Ligus. Im Sattel des sympathischen Hannovers Veuve Clicqout (v. Vitalis – Fürst Heinrich, Z.: Josef Bramlage) demonstrierte er harmonisches, gefühlvolles und losgelassenes Reiten. Der Wallach spulte das gesamte Programm in völliger Selbstverständlichkeit ab. „Lars du strahlst völlig zurecht. Das war eine Visitenkarte für gutes Reiten“, begann Nicole Nockemann und setzte fort: „Der Trab zeigte sich immer gleichmäßig engagiert, auch mit der nötigen Schwebephase. Für eine noch höhere Note wünschte man sich noch mehr Aktivität in der Hinterhand“ (8,5). Im Schritt präsentierte sich der Wallach mit hoher Taktsicherheit und gutem Raumgriff (8,6). Das wahre Highlight folgte dann im Galopp und damit verbunden in der Durchlässigkeit. Toll ins Bergauf und fleißig durch- und unterspringend brillierte der Hannoveraner in der Galopptour und wurde mit einer 8,5 belohnt. Besonders hervorzuheben sind die fliegenden Galoppwechsel. „Das war ganz präzise und sehr ins Bergauf gesprungene Galoppwechsel“, erläuterte Nicole Nockemann. Ja, das war schon jetzt wirklich bedeutende Galoppwechsel, was auch zur starken Note von 8,8 in der Durchlässigkeit führte. In der Perspektive vergaben die Richter eine 8,7, woraus die Endnote von 8,62 resultierte. Die gleiche Endnote gab es nocheinmal. Der Sieger der Finalqualifikation, Bacchabundus (Blue Hors Baron - Dimaggio, Z.: Gudula Vorwerk-Happ) unter dem Sattel von Jerome Schneiders, überzeugte heute einmal mehr in der Durchlässigkeit (9,0). Daneben standen aber auch gute Noten für die Grundgangarten. So bewerteten die Richter den super, gleichmäßigen und schwungvollen Trab mit einer 8,6. Für den raumgreifenden und taktsicheren Schritt gab es eine 8,7. Im Galopp stand eine 8,2. Hinzu kam eine 8,6 in der Perspektive, woraus sich der ebenso sehr verdiente Silberrang ergab. Sophie Jamar mit Zoomiro (8,38) und Carolina Miesner mit DSP Simsala D (8,36) folgten auf den weiteren Plätzen.