SW-Körung in Moritzburg
Velten xx-Nachkommen überzeugten
Die Moritzburger Hengsttage sind traditionell ein Zuschauermagnet: Neben Pferdeinteressierten aus allen Teilen Deutschlands gab es größere internationale Abordnungen aus Polen, wo speziell in Schlesien die Rasse „Schweres Warrmblut“ gepflegt wird, und Dänemark. So verlief dieKörung der Schweren Warmblüter auch 2024 besonders stimmungsvoll. 48 Schwere Warmblüter hatten sich auf den Auswahlplätzen in Moritzburg und Arnstadt zur Vorauswahl gestellt, mehr als je zuvor, und so waren es denn auch stolze 28 Kandidaten, die im äußerst informativ gestalteten Katalog aufgeführt waren. Davon trugen zwölf die Rappfarbe, ferner gab es fünf Braune, neun Schwarzbraune und zwei Dunkelbraunen. Diese variierten im Stockmaß von 159 bis zu 167 Zentimetern und stammten von 19 verschiedenen Vätern aus sieben verschiedenen Hengstlinien ab, wobei Claudius mit fünf Söhnen den Löwenanteil stellte, gefolgt von Lessing (3) und Capitano, Lombardo und Veritas (je 2). Sie resultierten aus 20 verschiedenen Mutterstämmen, wobe0i die Stutenfamilie der 1939 geborenen Stammstute Zigeunerin 8546 mit drei Kandidaten am stärksten präsent war. Angetreten waren letztlich 27 Kandidaten, gekört wurden acht, von denen wiederum drei als Prämienhengste ausgezeichnet wurden.
Am Ende rollte der letzte Kandidat des Kataloges das Feld gewissermaßen von hinten auf: Der braune Vitalus (v. Vitus-Epomeo-Coronat-Varus-Wunsch-Kantor, Fam. SW57/4 Noblesse 6088) empfahl sich vom ersten Auftritt auf dem harten Boden über Freilaufen und Longendarstellung als unbedingter Favorit. Mit viel Hengstausdruck ausgestattet, überzeugte er im Trab mit viel Schulterfreiheit, Mechanik und Abdruck, im Galopp durch kraftvoll vorgetragene Bergauftendenz und erntete mehrfach Szenenapplaus. Neben weiteren Ehrenpreisen gab es für den Züchter des Siegerhengstes den seit 2020 ausgelobten Wanderehrenpreis, passenderweise ein großformatiges Ölgemälde des Vaters Elbcapitän vom Künstler Manfred Busemann, der nun ein Jahr einen Ehrenplatz bei Martin Bliedung (Abtsbessingen/Thüringen) haben wird. Vitalus wird Landbeschäler in Moritzburg, genau wie der Reservesieger Very Good (v. Veritas-Lombard-Ellington-Enzian-Gerit-Cabinett-Friedolf, Oldbg. Stamm 309/Landreise, in Sachsen als Familie SW39/3 Serena 528 geführt), ein leichterer Typ mit ganz viel Typ und Ausstrahlung, dem Sieger in vielem ebenbürtig und mit hervorragender Präsentation an der Longe. Sein Züchter und Aussteller Frank Weichold (Gestüt Noschkowitz, Großweitzschen) wurde am Vortag der Körung im Rahmen des festlichen Züchterabends mit dem neu initiierten Aufzüchterpreis geehrt: Ein Bild des einstigen Moritzburger Hauptvererbers Valerius, der bei Very Good als Großvater und beim Siegerhengst Vitalus als Ur-Urgroßvater verantwortlich zeichnet.
Präsentiert wurde Very Good vor Ort durch den bekannten Fahrsportler Lars Krüger (Grumbach), der in Moritzburg fünf Hengste präsentierte, die sich ausnahmslos durch gelassenes, überlegenes Auftreten auszeichneten, und der folgerichtig den obligaten 300-Euro-Scheck des ZÜCHTERFORUMS als bester Vorführer der Körung erhielt.
Der dritte Prämienhengst war der kalibrige braune Urkraft (v. Urfürst-Epilog-Gero-Canton, Fam. SW 46/2 Barbara von Hermstedt, Z.: Gestüt Käfernburg, Harald u. Michael Unger, Arnstadt), der sich durch viel Beschälerausdruck, unerschütterliches Interieur und den sicherlich besten Schritt des gesamten Körjahrgangs auszeichnete. An der Longe wurde er durch Katja Unger vorbildlich präsentiert. Die Prämienhengste resultierten damit aus den Linien der Vollblüter Velten xx und Usurpator xx. Die weiteren gekörten Hengste stammten ab von Capitano, Claudius (2), Ehrenwort und Veritas.