Amsterdam: Glamourdale „kratzt“ an magischer 90-Prozentmarke
Der Lord Leatherdale-Nachkomme Glamourdale dominiert die Weltcup-Qualifikation in Amsterdam.
Die achte Weltcup-Etappe der Dressurreiter fand an diesem Wochenende in Amsterdam statt. Selten trifft man auf eine solch besondere Stimmung und selten zeigt sich solch ein starkes Starterfeld, ja fast schon championatswürdig. Dabei setzte sich schlussendlich eine englische Doppelspitze durch. Die Rede ist von Charlotte Fry mit Glamourdale und Becky Moody mit Jagerbomb. Erstere präsentierte ihren 14-jährigen Hengst (Z.: J. W. Rodenburg) noch einmal verbessert, geschlossener und in sich nachgiebiger, was sowohl im Grand Prix als auch in der Grand Prix Kür mit einem überlegenen Sieg belohnt wurde. Hervorzuheben sind die sehr aktiv abfußenden Passagen, die einmal mehr beeindruckenden Verstärkungen sowie energisch nach vorne gesprungenen Einer- und Zweierwechsel, welche in puncto Raumgewinn und Bergauftendenz kaum zu übertreffen sind. Einziges (kleines) Aber waren in beiden Prüfungen die nicht ganz gleichmäßigen und zentrierten Piaffen sowie die Galopppirouetten, wo der Hengst ebenso noch flinker durchspringen könnte. Das ist jedoch Meckern auf wahrlich hohem Niveau. So kratzen die Weltmeister von 2023 heute an der magischen 90-Prozentmarke und schnappten sich mit 89,6 Prozent den verdienten Sieg. Alles in allem hatte man Glamourdale selten so locker, zufrieden und ausdrucksvoll gesehen! Auch bei den DSP-Hengsttagen in München-Riem setzte sich ein Sohn des Glamourdale (v. Glamourdale-Brisbane) durch und erhielt schlussendlich ein positives Körurteil.
Doch wechseln wir wieder nach Amsterdam. Auch auf dem zweiten Platz fand sich ein englisches Paar. Genauer gesagt die Aufsteiger schlechthin. Becky Moody und ihr elfjähriger, selbstgezogener Dante Weltino-Nachkomme Jagerbomb hatten sich schon bei den Olympischen Spielen in Paris als Überraschung der Spiele entpuppt. Schon bei der Weltcup-Qualifikation in London Ende des Jahres hatten die beiden auftrumpft. Nun zeigten sie sich in Holland in bärenstarker Form und brillierten vor allem mit höchster Durchlässigkeit und Harmonie. Highlights bildeten unter anderem die lockeren Einer- und Zweierwechsel auf gebogener Linie. Die beiden verwiesen mit 86,5 Prozent Isabell Werth mit DSP Quantaz (85,2 Prozent) auf Rang drei. Der Quaterback-Sohn zeigte sich im Vergleich zum Grand Prix heute wieder gelassener. Werth übernimmt nun in der Gesamtwertung die Führung vor Carina Scholz und Dinja van Liere. In Amsterdam komplettierten Nanna Skodborg Merrald mit Blue Hors Don Olymbrio (83 Prozent) und Dinja van Liere mit Hartsuijker (82,6 Prozent) die Top5. Ingrid Klimke und Vayron NRW reihten sich bei ihrem gemeinsamen Weltcup-Debüt auf Rang neun ein und knackten dabei mit einer vielversprechenden Runde gleich die 80 Prozentmarke (80,5 Prozent).