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von Nele Marie Hörster am Dienstag, 11.03.2025 um 09:26

EQUITANA: GWP-Förderpreise 2025 verliehen

Die anwesenden Sieger und prämierten Studierenden der GWP-Förderpreise 2025 im Rahmen des Ausstellerabends der diesjährigen EQUITANA.  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Gestern Abend war es soweit: die diesjährigen GWP-Förderpreise wurden verliehen. Erstmalig im Rahmen des Ausstellerabend der EQUITANA gab es eine feierliche Verleihung der Förderpreise von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft um das Pferd e.V. Diese zeichnet jedes Jahr gemeinsam mit ihren Sponsoren die besten und spannendsten Bachelor-, Master- und Dissertationsarbeiten, die an deutschen Hochschulen geschrieben wurden, aus. Diese Arbeiten schaffen eine thematische Verknüpfung zwischen Pferd und Wissenschaft mit erkennbarem Mehrwert für die Pferdewelt.

Bereits am gestrigen Nachmittag haben die je drei Aspiranten auf den Sieg in den verschiedenen Kategorien ihre Arbeiten vorgestellt, woraufhin die finalen Entscheidungen fielen, wer sich über den Sieg und wer über die Prämierung freuen durfte. Ein erster Jury Kommentar wurde bereits im Vorfeld nach eingehender Untersuchung der Arbeiten gefällt. Bei den Bachelor Studierenden konnte sich die Studentin Hannah Zirkel von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt aus Nürtingen-Geislingen über den Sieg freuen. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit hat sie einen Leitfaden für Social Media-Aktivitäten von Reitvereinen erstellt, um diesen eine Möglichkeit an die Hand zu geben, sowohl sinkenden Mitgliederzahlen als auch dem sinkenden Interesse der jüngeren Generationen entgegen zu wirken. Mit dem Leitfaden konnten hilfreiche und praxisorientierte Herangehensweisen und Tipps entwickelt werden. Dadurch durfte sich Hannah Zirkel nicht nur über den Sieg mit einem sogenannten „Oscar“ der GWP, eine Urkunde, einen Gutschein des FN-Verlags sowie der Persönlichen Mitglieder als auch einen Geldpreis in Höhe von 200 Euro freuen. Die Mit-Anwärter auf den Sieg waren Till Henner Ramm der Hochschule Osnabrück, welcher sich mit der Verkaufspsychologie bei Pferdefutter auseinandergesetzt hat und Martha Schafflick, die in Zusammenarbeit mit dem Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen in Moritzburg den Weißanteil- und Abzeichenentwicklung beim Sächsisch-Thüringischen Schweren Warmblut im Zeitraum von 2000-2022 untersucht und ausgewertet hat. Die beiden konnten sich über die Prämierung ihrer Arbeiten sowie ebenso tolle Preise, gegeben von den Sponsoren, freuen.

Die Schlussfolgerungen der spannenden Master Arbeit von Elena Karthäuser zu den Auswirkungen der Erhöhung der GOT.  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Bei den Master Studierenden ging der Sieg an Elena Karthäuser, eine Studentin der Hochschule Osnabrück. In Ihrer Abschlussarbeit hat sie die Auswirkungen der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) untersucht und konnte spannende Erkenntnisse sowohl aus Sicht der Pferdehalter (über 14.000 Befragte) als auch der Tierärzte (über 250 Befragte) erzielen. Als Schlussfolgerungen konnte sie beispielsweise feststellen, dass die Erhöhung der GOT zwar notwendig war, um Tierarztpraxen überlebensfähig zu machen, allerdings stellen die Kostensteigerungen die Pferdehalter vor sehr große Herausforderungen und sorgen für Unmut gegenüber dem Tierarzt. Darüber hinaus sollen die Hausbesuchsgebühren für Pferde kritisch hinterfragt werden, da sie teilweise nicht nachvollziehbar berechnet würden. Diese Master Arbeit von Frau Karthäuser wurde mit dem Sieg und neben den Sachpreisen ebenso mit einem Geldpreis von 400 Euro ausgezeichnet. Über die Prämien bei den Master-Arbeiten konnten sich Almut Scheler, Studentin der Nutztierwissenschaften an der Universität Rostock freuen, welche die Möglichkeiten zur Digitalisierung der Exterieurbeurteilung in der Pferdezucht untersucht hat. Den Herausforderungen von verschiedenen Hintergründen bei Beurteilern sowie unterschiedlich ausgeprägtes Fachwissen in der Zucht könnte durch digitale Lösungen zukünftig entgegengewirkt und dadurch dem Pferdewohl und der -gesundheit zugearbeitet werden. Die zweite Prämie ging an Maie Schiefer der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, welche den Einfluss der menschlichen Antizipation auf das Pferdeverhalten in Abhängigkeit der Beziehung zwischen Pferd und Mensch untersucht hat.

Das Fazit von Frau Dr. Melanie Pfeiffer im Rahmen ihrer Dissertationsarbeit zum Einsatz digitaler Technologien in pferdehaltenden Betrieben zur Steigerung des Tierwohls und der Tiergesundheit .  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Die Siegerin bei den Dissertationen ist Frau Dr. Fabienne Eichler von der Freie Universität Berlin. In ihrer Arbeit hat sie das hochinteressante und aktuell brisante Thema der oralen Cannabidiolgaben beim Pferd mit Fokus auf Pharmakokinetische Modellierung. Mit ihrer Arbeit ist Frau Dr. Eichler unter anderem der Frage nachgegangen ab wann eine Konzentration für Dopingkontrollen relevant bzw. irrelevant sei. Dieses noch am Beginn der Forschung stehende Thema konnte sie umfangreich diskutieren und durch Versuche bezogen auf das Verhalten sowie Physiologische Tests bei Versuchspferden spannende Erkenntnisse gewinnen. Sie erhielt zusätzlich zu den Sachpreisen einen Geldpreis in Höhe von 600 Euro. Die weiteren Prämien gingen an Frau Dr. Sandra Eckart, die sich als Nicht-Pferdemensch mit dem Thema Pferdewissen – ein wissensanthropologischer Blick in die Hannoveraner Pferdezucht beschäftigt hat und das Ziel verfolgte am Beispiel der Hannoveraner Zucht diese als Ressource zu erfassen und Potenziale auszuloten. Die weitere Prämie erhielt Frau Dr.  Melanie Pfeiffer der Universität Hohenheim, die den Einsatz digitaler Technologien in pferdehaltenden Betrieben zur Steigerung des Tierwohls und der Tiergesundheit untersucht hat.
Auch am gestrigen Nachmittag und Abend wurde deutlich, wie viele Potenziale die Pferdewelt in Verknüpfung mit der Wissenschaft birgt. Nicht nur deswegen ist es toll zu sehen, welchen Mehrwert die GWP mit ihren Förderpreisen für die Zukunft des Pferdesports und die Förderung talentierter Wissenschaftler mit Fokus auf die Branche bietet.

Nele Marie Hörster (Redakteurin)

Studierte Betriebswirtin und ausgebildete Pferdewirtin mit Fachschwerpunkt Pferdehaltung und -service. Unterwegs mit Know How zu Social Media und einem großen Interesse an eigentlich allem, was den Pferdesport ausmacht – insbesondere aber an Dressurausbildung und -sport. Im Sattel aktuell primär in der Jungpferdeausbildung aktiv und bisher auf Turnieren bis Klasse L* erfolgreich.

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