s’Hertogenbosch: Englands starke Doppelspitze
Das Finale winkt schon um die Ecke – an diesem Wochenende findet im holländischen s’Hertogenbosch die letzte Weltcup-Qualifikation statt, bevor es im großen Finale in Basel Anfang April um die heißbegehrte Trophäe des Gesamtweltcups geht. Während im deutschen Team mit Isabell Werth, Bianca Nowag-Aulenbrock und Carina Scholz die Finalisten schon festsstehen, müssen an diesem Wochenende noch einige Weltklassepaare punkten.
Gespitzte Ohren, eine ordentliche Portion (Über)Motivation und eine englische Doppelspitze – so könnte das Fazit nach dem heutigen Grand Prix lauten. Keines der Pferde zeigte sich in der beeindruckenden Atmosphäre so richtig losgelassen und hier und da präsentierten sich gespitzte Ohren. An die Spitze punktete sich schlussendlich einmal mehr Charlotte Fry mit ihrem ganggewaltigen Rapphengst Glamourdale (75,9 Prozent). Neben ausdrucksvollen Verstärkungen mit enorm viel Dynamik aus dem Hinterbein, einem lockeren Kreuzen in den Trabtraversalen, gut abfußenden Passagen und fehlerfreien Einerwechseln schlichen sich heute aber auch so einige teure Fehler ein. So sprang Glamourdale in den Einerwechsel im Hinterbein einen Wechsel nach und auch das Angaloppieren aus der Passage gelang erst sehr verspätet. In den Galopppirouetten hätte sich ein noch besserer Durchsprung präsentieren dürfen. Mit diesen teuren Fehlern rückte die Teamkollegin Becky Moody dem Erfolgsduo wahrlich dicht auf den Fersen. Man kann auch sagen, dass die Britin den Sieg auf der Schlusslinie „verschenkte“. Hier wollte ihr ansonsten sehr durchlässiger Jagerbomb früher halten, sprang in Folge dessen kurz in den Galopp und verschenkte so wertvolle Punkte. Demgegenüber stand jedoch einmal mehr eine Prüfung, die in puncto Präzision und Gleichmaß kaum zu übertreffen war. Highlights bildeten unter anderem die sehr gleichmäßige Piaff-Passage-Touren, die sicheren Serienwechsel und die kleinsten Galopppirouetten. Das aufsteigende Paar verwies mit 75,5 Prozent einen weiteren Aufsteiger der letzten Wochen auf Rang drei. Die Rede ist von Justin Verboomen und dem erst neunjährigen Zonik Plus (74,6 Prozent). Der hochelegante Nachkomme des Zonik punktete vor allem in den schon sehr sicheren und gleichmäßigen Piaff-Passage-Touren. Die Galopptour gelang zwar weitestgehend fehlerfrei, jedoch hätte sich Zonik Plus hier noch losgelassener in der Oberlinie präsentieren dürfen. Apropos Losgelassenheit, gar Übermotivation: Quantaz zeigte sich heute unter dem Sattel von Isabell Werth zu Beginn der Prüfung auch beeindruckt von der Kulisse. Sie punkteten heute vor allem in der Galopptour, wobei Isabell Werth einma mehrl großes Feingefühl und Geschick zeigte. Schlussendlich wurde es Rang vier (73,7 Prozent) vor Pauline Basquin mit Sertorius de Rima Z (71,9 Prozent) und Patrik Kittel mit Forever Young HRH (71,8 Prozent). Bianca Nowag-Aulenbrocks Florine OLD hatte heute noch sehr mit der Atmosphäre zu kämpfen, wodurch sich teure Fehler einschlichen. Die beiden reihten sich auf Rang acht ein (70,4 Prozent). Morgen werden in der Grand Prix Kür die letzten Punkte für das Finale in Basel vergeben. Los geht’s um 14 Uhr.