Alles neu beim Bundeschampionat?
Wie soll sich das Schaufenster der Deutschen Pferdezucht weiterentwickeln?
Veränderungen bieten immer wieder auch Raum für Spekulationen. Nachdem die Deutsche Reiterliche Vereinigung, FN ankündigte die Veranstaltung zukünftig in Eigenregie durchzuführen und auch ein neuer Hauptsponsor bekannt gegeben wurde, kamen eine Vielzahl an Vermutungen und Behauptungen auf. Immer wieder wurde dabei berichtet, Dreijährige seien zukünftig nicht mehr beim Bundeschampionat startberechtigt. Ebenfalls hoch im Kurs steht die Erzählung, das Bundeschampionat werde zukünftig international ausgeschrieben. Dies würde natürlich Fragen aufwerfen. Zukünftig wirklich Bundeschampions mit ausländischer Registratur oder doch ein deutscher Bundeschampion, der in der entscheidenden Prüfung als dritt- oder viertplatzierter Prüfungsteilnehmer hinter drei Startern aus den Niederlanden oder Dänemark die Championats Schärpe umgehängt bekommt? Wir wollten es ganz genau wissen und haben einmal bei Markus Scharmann, Turnierleiter und verantwortlich für das Veranstaltungsmanagement, direkt nachgefragt. Die wichtigste Erkenntnis zuallererst: Für das laufende Jahr ändert sich nichts. Die Al Shira’aa Bundeschampionate 2025, vom 3.-7. September, werden demselben Modus folgen, wie die Veranstaltung des Jahres 2024.
„Was die Startberechtigung der Dreijährigen betrifft, diese Frage wird bereits seit geraumer Zeit diskutiert und die Beantwortung der Frage wird zunehmend dringlicher. Daher gehe ich davon aus, dass sich die verantwortlichen Gremien mit diesem Komplex erneut befassen werden, um zu einer Entscheidung gelangen zu können.“ So Markus Scharmann auf Nachfrage. „Im November letzten Jahres wurde mit den Zuchtverbänden vereinbart, die Bundeschampionate 2025 für 3jährige Reitpferde und Reitponys analog zu früheren Jahren durchzuführen, die Diskussionen aber im Herbst diesen Jahres fortzusetzen, um zu einem Ergebnis zu kommen.“
„Die Frage des Veranstaltungsstatus der Bundeschampionate ob national oder international wird durchaus diskutiert werden, allerdings nicht in dem Sinne, dass künftig Pferde ausländischer Zuchten deutsche Bundeschampions werden können. Es wird vielmehr darum gehen, diese wertvolle Veranstaltung in einer immer globaler arbeitenden Pferdewirtschaft auch zukünftig wettbewerbsfähig aufzustellen und weiter zu entwickeln.“ Erklärt Markus Scharmann. Dazu gäbe es eben unterschiedliche Überlegungen, wie es gelingen könne zukünftig den Termin der Bundeschampionate zu einem festen Termin auch im Kalender vieler internationaler Akteure der Pferdebranche zu machen. Ob dies über attraktive, international ausgeschriebene Prüfungen im Rahmenprogramm erfolgen könne oder welche anderen Stellschrauben sich bieten könnten, das sei jedoch noch Gegenstand von Überlegungen und Diskussionen. Für einen nachhaltigen Erhalt und eine Entwicklungsfähigkeit der Veranstaltung sei es jedoch wichtig ihr auch international eine größere Wahrnehmung und höhere Relevanz zu sichern.