Bundeschampionate: Viva Vitalis überstrahlt alles
Im Finale der sechsjährigen Dressurpferde siegt mit Viva Vitalis ein Oldenburger.
Welch ein Showdown – das Finale der sechsjährigen Dressurpferde war noch einmal ein besonderer „Dressur-Leckerbissen“, in dessen Mittelpunkt der Oldenburger Viva Vitalis (v. Vitalis-Fürst Romancier, Z. Gestüt Lewitz, B. Sächsische Gestütsverwaltung Landgestüt Moritzburg) erneut in einer eigenen Liga spielte. Der diesjährige Champion des Oldenburger Landeschampionats sowie zuvor Sieger der Redefiner Körung 2021 begeisterte oder wie es Nicole Nockemann erläuterte: „Von A bis Z eine super Vorstellung, ja nahe dem Optimum“. Der Trab präsentierte sich sehr leichtfüßig, mit viel Mechanik und aktiv abfußend. Das imposante Vorderbein ermöglicht auch in den bereits gefestigten Seitengängen ein tolles Kreuzen und wie Nicole Nockemann bestätigte: „ein sehr imponierender, dynamischer, kraftvoller und mit großem Ablauf ausgestatteter Trab“ (9,3). Die tolle Vorderbein-Mechanik überzeugte auch im Galopp, der sich mit hoher Versammlungsbereitschaft präsentierte. „Das ist der Moment, wo wir Richter uns fragen, was denn noch? Was denn noch hinsichtlich Durchsprung, Bergauftendenz und Aktivität aus der Hinterhand?“, schwärmte Nicole Nockemann und damit verbunden vergab das Richtergremium verdient die Traumnote 9,5. Der Schritt zeigte sich taktsicher mit Fleiß (8,5). Hätte sich für eine noch höhere Bewertung noch konstanter durch den Körper und an die Hand heran schreiten dürfen. Neben der überdurchschnittlichen Grundqualität des Hengstes überzeugte auch besonders das Selbstverständnis, die Viva Vitalis an den Tag legte. Dabei bildeten auch die vier toll ins Bergauf gesprungenen Galoppwechsel ein besonderes Highlight. Damit gab es in der Note für die Durchlässigkeit die glatte 9 und in der Perspektive die 9,5, was ein Endergebnis von 9,16 ergab. Dabei gab es ein kleines Aber oder besser gesagt einen Moment zum Schmunzeln: Nach einer bombastischen Galoppverstärkung „versagte“ kurz das „Navi“ von Lukas Fischer und er drehte einen zusätzlichen Zirkel. Das führte zu einem Abzug von 0,2 und war ein wahrlich kleiner Schönheitsfehler. Denn das war ein sowas von überlegener Sieg. „Er ist durchaus ein Macho, aber er ist sehr leistungsbereit und im Umgang ein Traumpferd. Ich habe noch nie solch ein Pferd geritten“, schwärmte Fischer. Man darf gespannt sein, was man zukünftig von diesem Ausnahmetalent hören wird!
Ein besonderer Abschluss
Die letzten werden die Ersten sein – nicht ganz, aber fast. Charlotte Tollhopf wirbelte mit Galleria’s Fancy Feige (v. For Romance I-Catoo, Z. Hof Brüning, B. Sportpferde Galleria GmbH) das Feld als letztes Starterin noch einmal auf und landete schlussendlich mit einer Endnote von 8,52 auf dem Silberrang. Die beiden überzeugten mit viel Harmonie, Eleganz und Gleichmaß, was sich besonders im Trab (8,8) und im Schritt (9,0) bemerkbar macht. Der Galopp zeigte sich gleichmäßig durchgesprungen, hätte aber in den Verstärkungen über mehr Bodengewinn verfügen dürfen (8,3). In der Note für die Durchlässigkeit mussten neben der großen Harmonie und dem tollen Gleichmaß in der Trab- und Schritttour, durch noch nicht ganz sichere Galoppwechsel sowie einem verspäteten Galopp-Trab-Übergang kleinere Abstriche gemacht werden (8,0). In der Perspektive durfte sich das sympathische Paar aber über eine 8,5 freuen. Dahinter folgte Friederike Kampmeyer mit Be my Dancer (v. Benicio-Vivaldi, Z. ZG Kellerwessel, B. BG Kampmeyer/Beckmann) auf dem Bronzerang (8,52). Auch dieses Paar punktete besonders im Schritt (8,8) und im Galopp (9,0).