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von Tobias Hemken am Dienstag, 18.11.2025 um 16:30

Johnson TN, Cornet Obolensky und Diarado an der Spitze

Drei Dressurhengste neu in den Top-Ten des WBFSH Sire Rankings: Vitalis, Dante Weltino und Zonik

Unverändert an der Spitze der WBFSH Vererber-Rangliste: Johnson TN.  /  © Caremans

Die World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) Sire Rankings 2025 sind online. Bei den Dressurhengsten hat sich in den Top-Ten einiges getan.

Unverändert an der Spitze der WBFSH Vererber-Rangliste steht Johnson TN, der väterlicherseits über Jazz auf den Oldenburger Purioso v. Furioso II zurückgeht. Johnson war selbst siegreich auf Grand Prix-Ebene und war Gold- sowie Bronzemedaillengewinner bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen unter dem Niederländer Hans Peter Minderhoud. Als Muttervater glänzt der Holsteiner Flemmingh. Flemmingh geht über Lacapo und Landgraf I auf Ladykiller xx zurück. Zu Johnsons erfolgreichsten Nachkommen zählen die Grand Prix-Pferde Hartsuijker/Dinja van Liere, NED, und Great Escape Camelot/Raphael Netz.

Neu auf Platz zwei ist ein weiterer Hengst aus der holländischen Zucht: Rekordhalter Totilas v. Gribaldi/Trak. Zu seinen erfolgreichsten Nachkommen zählt der Oldenburger Olympionike und Weihegold-Sohn Total Hope OLD/Isabel Freese, NOR.

Auf Platz drei folgt der DSP-Hengst Quaterback. Sein Vater Quaterman stammt ab vom Oldenburger Grand Prix-Sieger Quando-Quando v. Quattro B. Doppelvererber Quattro B ist ein Ur-Enkel des legendären Almé, der die Sportpferdezucht maßgeblich mitgeprägt hat. Quaterbacks Muttervater ist der Oldenburger Vererber Brandenburger, der im Parcours bis zur schweren Klasse siegreich war. Zu Quaterbacks erfolgreichsten Nachkommen zählt der Grand Prix-Sieger DSP Quantaz/Isabell Werth.

Dem holländischen Hengst Vitalis gelang der Sprung in die Top-Ten – er rangiert nun auf Platz vier. Der Fuchshengst stammt ab von Vivaldi, der über viele Jahre selbst zur Spitzengruppe der WBFSH Vererber-Rangliste gehörte. Die meisten Punkte sammelte Vitalis durch seinen Grand Prix-erfolgreichen Sohn Vayron NRW unter Ingrid Klimke.

Auf Rang fünf folgt der Grand Prix-Sieger Blue Hors Zack v. Rousseau aus einer Jazz-Mutter. Rang sechs wird belegt von Apache v. UB 40, der väterlicherseits das Blut des Jazz in seinem Pedigree führt und als Muttervater den Flemmingh-Sohn Krack C vorzuweisen hat. Der Vererber Krack C war Anfang der 2000er selbst siegreich in Grand Prix-Prüfungen unter Anky van Grunsven. Krack C geht auf den Linienbegründer Ladykiller xx zurück und brachte bereits die gekörten Hengste Vivaldi, United, Zhivago, Tuschinski, uvm.

Neu in den Top-Ten ist der Oldenburger Dante Weltino, der einen beeindruckenden Sprung von Platz 31 auf Rang sieben gemacht hat. Für viele Jahre gehörte Dante Weltino unter Therese Nilshagen zur Weltspitze und vertrat von 2017 bis 2024 ununterbrochen die schwedischen Farben bei Championaten: vier Europameisterschaften, zwei Weltreiterspiele und zwei Olympiaden. Über Danone und De Niro führt Dante Weltino direkten Blutanschluss auf den legendären Vererber Donnerhall. Zu seinen erfolgreichsten Nachkommen zählt der niederländische Weltcup-Sieger und Olympionike Jagerbomb/Becky Moody, GBR.

Auf Rang acht ist Jazz v. Cocktail, der unter Tineke Bartels mit dem niederländischen Dressurteam bei den Weltmeisterschaften in Jerez de la Frontera 2002 Platz fünf belegte. Jazz ist auch als Vater im Pedigree von Johnson sowie als Muttervater im Pedigree von Blue Hors Zack zu finden.

Grand Prix-Sieger Bordeaux v. United begeistert auf Platz neun mit seinem Sohn Bluetooth OLD mit Frederic Wandres im Sattel an der Spitze. Bordeaux geht auf der Mutterseite auf den Totilas-Vater Gribaldi/Trak. und Jahrhunderthengst Donnerhall zurück.

Neu in den Top-Ten ist der dänische Grand Prix-Sieger Zonik v. Blue Hors Zack aus einer dänischen Stute v. Romanov-Don Schufro – zwei Oldenburgern. Er kletterte von Platz 55 auf Platz zehn. Sein erfolgreichster Sohn ist der Europameister Zonik Plus. Der Hannoveraner wird vorgestellt von Justin Verboomen, BEL.

Auf Platz elf folgt Ampère vor San Amour I. Der Vitalis-Vater Vivaldi belegt Rang 13, gefolgt vom Johnson-Sohn Bretton Woods (14), Everdale (15), Sezuan (16), dem Lusitano-Hengst Rubi (17) und dem Florencio I-Sohn Charmeur (18). Der Florestan I-Ur-Enkel Foundation folgt auf Platz 19. Der Florestan I-Enkel Fürstenball belegt Rang 20.

Neue Nummer eins bei den Springhengsten: Cornet Obolensky.  /  © Lafrentz

Neue Nummer eins bei den Springhengste

Neu auf Platz eins der weltbesten Springvererber ist der belgische Hengst Cornet Obolensky v. Clinton-Heartbreaker, der im Parcours mit Marco Kutscher bis 1.60 m-erfolgreich war. Cornet Obolensky geht über seinen Vater Clinton I v. Corrado I auf Cor de la Bryère zurück. Vererberlegende Cor de la Bryère hat die moderne Springpferdezucht maßgeblich geprägt. Er ist ein Sohn des Vollblüters Rantzau xx. Die erfolgreichste Tochter des Cornet Obolensky ist die OS-Stute Millfield Colette, die unter Donald Whitaker, GBR, 1.60 m-erfolgreich ist.

Auf Rang zwei folgt Kannan v. Voltaire-Nimmerdor-Le Mexico. Kannan geht sowohl über seinen Vater Voltaire als auch über seinen Ur-Großvater Le Mexico auf den Vollblüter Furioso xx zurück. Kannan ist weltweit der einzige Hengst, der seit 2010 ununterbrochen in den Spitzenplätzen der WBFSH-Hengstrangliste vertreten ist. Unter dem Sattel von Michel Hecart gewann er 2005 den französischen Meistertitel und nahm im selben Jahr an der Europameisterschaft in San Patrignano teil. Vater Voltaire v. Furioso II-Gotthard-More Magic xx stellte neben Kannan auch die gekörten Hengste Concorde, Now or Never M, Lexicon, Vulkano, Vingino, uvm.

Rang drei belegt Chacco-Blue v. Chambertin-Contender. Der Hengst war unter Andreas Kreuzer in 1.60 m-Parcours erfolgreich und hat die Springpferdezucht maßgeblich geprägt. Zu seinen erfolgreichsten Nachkommen zählt derzeit Cornet Blue PS, der unter den Niederländern Jur Vrieling und Amanda Slagter in internationalen Springen triumphiert. Chacco-Blue führt gleich mehrfach die Blutströme von Cor de la Bryère in seinem Pedigree: Über seinen Vater Chambertin, einem Sohn des Cambridge v. Caletto I v. Cor de la Bryère, der den Rantzau xx-Sohn ebenfalls als Muttervater besitzt. Auch Chacco-Blues Muttervater Contender v. Calypso II ist ein Enkel des legendären Vererbers Cor de la Bryère.

Diamant de Semilly v. Le Tot de Semilly belegt Rang vier. Vater Le Tot de Semilly zählt zu den bedeutendsten französischen Springpferdevererbern. Selbst im internationalen Sport unter Eric Levallois siegreich, stellte Le Tot de Semilly Weltpferde des Spitzensports wie Itot du Château für Edwina Tops-Alexander, AUS. Besonderen Einfluss in den Springpferdepedigrees erlangt Le Tot de Semilly aber bis heute noch über seinen Sohn Diamant de Semilly. Diamant de Semilly begeisterte im Springsport mit Teamgold bei den Weltmeisterschaften 2002 in Jerez und ein Jahr später mit Teamsilber bei den Europameisterschaften unter Eric Levallois für Frankreich. Interessanterweise stammt Diamant de Semilly aus derselben Stutenfamilie wie Linienbegründer Almé v. Ibrahim-Ultimate xx. Diamant de Semilly führt dreifachen Blutanschluss auf den französischen Veredler Ultimate xx.

Auf Platz fünf folgt Mylord Carthago, Vigo d‘Arsouilles auf Rang sechs, der Cornet Obolensky-Sohn Comme il faut (Platz 7), Toulon (Platz 8), Emerald van het Ruytershof und Cardento auf den Plätzen neun und zehn. Im Ranking folgen: Eldorado van de Zeshoek (11), Zirocco Blue (12), Diarado (13) Casall (14), Balou du Rouet (15), Thunder van de Zuuthoeve (16), Conthargos (17), Elvis ter Putte (18), Cascadello (19) und Harley VDL (20).

Diarado erneut an der Spitze der Vielseitigkeitsvererber.  /  © Lafrentz

Vielseitigkeitspferde

Diarado v. Diamant de Semilly-Corrado I, belegt wie in den vergangenen zwei Jahren Rang eins der Vielseitigkeitsvererber. Diarados Vater Diamant de Semilly belegt Rang vier im Ranking der Springhengste. Der Holsteiner JL Dublin, international CCI5*-erfolgreich unter Tom McEwen, GBR, trug maßgeblich zum Erfolg von Diarado bei.

Auf Rang zwei folgt Jaguar Mail, der unter Andrew Hoy aus Australien Einzel-Bronze und Team-Silber bei den Olympischen Spielen in Tokio holte.

Auf Rang drei folgt der Oldenburger Hengst OBOS Quality 004 v. Quick Star-Domino. Der Quick Star-Sohn brachte in Irland zahlreiche Spritzenpferde für den Parcours und in der Vielseitigkeit, darunter das Schweizer Top-Pferd und Olympionikin Castlefield Eclipse unter Paul Estermann, die Nationenpreisstute Lisona unter der US-Amerikanerin Jessica Springsteen sowie zahlreiche international erfolgreiche Vielseitigkeitspferde. OBOS Quality war selbst international in der schweren Klasse im Parcours erfolgreich unter den Iren Denis Coakley und Dermott Lennon.

Im Ranking folgen Upsilon auf Rang vier, Grafenstolz auf Rang fünf und Contendro I auf Platz sechs. Kannan, Zweiter der Vererber-Rangliste bei den Springhengsten, belegt Platz sieben, vor Diacontinus vom Landgestüt Celle auf Platz acht, Vigo d’Arsouilles (9) und Sligo Candy Boy (10).  

Tobias Hemken (Redakteur)

Seine Leidenschaft für Pferdezucht, Reitsport und die Partnerschaft mit dem Pferd prägen seinen Werdegang. Nach dem Studium des Equine Business Managements in den Niederlanden war er fast zehn Jahre als Redakteur im Bereich Pferdezucht tätig. In dieser Zeit entdeckte er nicht nur seine Begeisterung für Abstammungen und Pedigrees, sondern auch seine kreative Ader. Seit seinem zehnten Lebensjahr sitzt er im Springsattel und hat sich mittlerweile auch eine eigene kleine Zucht aufgebaut. Im Mittelpunkt steht für ihn dabei stets das Pferd als treuer Partner und sportlicher Begleiter.

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