Frankfurt: Viva Gold OLD verzaubert
Der Freitagvormittag startete beim Frankfurter Festhallen Reitturnier mit einem nächsten Highlight, der Einlaufprüfung für das Louisdor Preis Finale. Dabei befanden sich Isabell Werth und der erst neunjährige Hengst Viva Gold OLD in einer eigenen Liga.
Ein wahrer Rohdiamant
Der Louisdor-Preis – oder auch Nachwuchspferde Grand Prix – ist eine FN-Serie für acht- bis zehnjährige Pferde, die behutsam an die schwerste Prüfungsklasse herangeführt werden sollen. Zu den bisherigen Siegern zählen unter anderem El Santo NRW, Dablino FRH, Weihegold OLD, Emilio, DSP Samy Davis jr. und TSF Dalera BB, die alle wenig später in den deutschen Championatsmannschaften eingesetzt wurden. Sie haben schon zwei Namen bemerkt: El Santo NRW und Emilio. Diese späteren Championatspferde von Isabell Werth hatten einst im Louisdor Preis erste Ausrufezeichen gesetzt. Die Dressurqueen hat bislang fünfmal am Louisdor Preis Finale teilgenommen, zweimal davon gewonnen. In diesem Jahr stehen die Zeichen gut, dass ein dritter Finalsieg hinzukommen wird, gar befand sie sich mit Viva Gold OLD in der heutigen Einlaufprüfung in einer eigenen Liga. Bei diesem Hengst handelt es sich um ein echtes Ausnahmetalent, so viel kann man heute schon sagen. Dabei ist nicht nur seine Einstellung, sondern ebenso seine Bewegungsdynamik und seine Versammlungsbereitschaft mehr als beeindruckend. Schon heute punktete Viva Gold OLD mit enorm auf der Stelle platzierten Piaffen bei gleichzeitig aktivem Abfußen und vorbildlich gesenkter Kruppe. Auch die Passagen zeigten sich enorm aktiv abfußend, könnten hier und da in sich noch gelassener sein. Hinzu kamen weitere Highlights, wie eine qualitätvolle Schritttour, sichere und gut ins Bergauf gesprungene Serienwechsel sowie weit kreuzende Trabtraversalen. Die Galopppirouetten zeigten sich mit hoher Lastaufnahme. Die zweite Galopppirouette gelang im Durchsprung sehr gut. Aus der ersten Galopppirouette kamen die beiden nicht ganz prompt heraus. Alles in allem war dies eine vorbildliche Runde mit enorm viel Potenzial, die mit 76,6 Prozent belohnt wurde.
Viva Gold ist ein Enkel der Olympiasiegerin Weihegold OLD/Isabell Werth aus der Zucht von Christine Arns-Krogmann. Seine Mutter Weihronce ist die Schwester des Olympioniken Total Hope OLD/Isabel Freese (NOR) sowie von fünf weiteren in S-Dressuren erfolgreichen Pferden, darunter Special Gold PCH/Katharina Hemmer und Vitally PCH/Anna Schölermann. Aus der berühmten Stutenfamilie der Weissena stammen unter anderem die gekörten Hengste Damon Gold, For Gold, Extra Gold und Dodo Weihgand. Doch kommen wir wieder zur Frankfurter Einlaufprüfung: Auf dem zweiten Rang feierte der hessische Dressurausbilder Thomas Wagner einen schönen Erfolg. Im Sattel des zehnjährigen Escolar-Nachkommen Escolar’s Emil (Z.: Antonius Schulze-Averdiek) punktete er sich zu 72,9 Prozent. Ein Highlight bildete unter anderem die aktiv abfußende Piaff-Passage-Tour. Abstriche mussten durch Fehler in den Einerwechseln gemacht werden. Mit dem rheinischen Escolar-Sohn hatte der Bad Homburger Dressurausbilder im vergangenen Dezember das Finale des Nürnberger Burg-Pokals für sieben- bis neunjährige Dressurpferde bestritten (Platz fünf), nun ist der Sprung in den Grand -Prix-Sport also mehr als gelungen. Die beiden verwiesen einen weiteren Herrn auf Rang drei. Die Rede ist von Tobias Nabben, der sich mit dem zehnjährigen Hannoveraner Forster (Z.: Ulla Katzorke) zu 72,4 Prozent punktete. Helen Langehanenberg mit DSP Danny Cool (72,4 Prozent) und Benjamin Werndl mit Quick Decision (72,1 Prozent) komplettierten die Top 5. Das Finale am Sonntag vermag äußerst spannend zu werden. So zeigte sich das Feld hinter Viva Gold OLD äußerst dicht gedrängt.