DSP-Hengsttage 2026: Preisspitze nach Brandenburg
Mit einer Ausbeute von insgesamt 20 Prämienhengsten aus insgesamt 52 gekörten Hengsten gingen die 23. Hengsttage in München-Riem zu Ende. Elf springbetonte und neun dressurbetonte Prämienhengste gab es auszuzeichnen, so viele wie nie zuvor. Andy Witzemann, Körkommissar Springen, hatte es schon im Vorfeld kommen sehen: „Ich habe alle Auswahltermine mit wahrgenommen und die Hengste nun mehrmals gesehen. Schon nach der Vorauswahlreise hat sich angedeutet, dass uns hier ein überaus qualitätvolles Lot erwartet. Beeindruckend war in vielen Fällen das gute Interieur der Hengste. Die hohe Qualität des Körlots hat es uns leichter gemacht!“ Zum Sieger erklärte die Kommission einen Sohn aus den TG-Spermareserven des niederländischen Heros Heartbreaker (M. v. Diarado-Argentinus-Ramiro-Servus-Pik As xx, Z.: Uwe Eberhardt, Herbrechtingen; B.: Jürgen Laue, Gerbstedt) aus einem hannoverschen Mutterstamm aus dem Raum Lüneburg. „Es war ein Gänsehautmoment, als dieser Hengst die Bahn betrat!“, so Andy Witzemann. „Er ist gesegnet mit allen Qualitäten, nach denen wir suchen!“ Diese wurden in der Auktion mit 60.000 Euro honoriert.
Erster Reservesieger wurde ein Sohn des Million Dollar (M. v. Caretino-Corofino I-Capitol I, Holst. Stamm 318d2, Z.: Klaus Isaak, Künzelsau), der seinem Züchter 102.000 Euro einbrachte. Beide Spitzenhengste stammen aus dem DSP-Zuchtgebiet Baden-Württemberg. Mit Identität des DSP-Verbandes Brandenburg-Anhalt, gezogen in Österreich bei Erich Priewasser (Altheim), belegte ein Sohn des Conet’s Balou (M. v. Chellano Z-For Pleasure-Sandro-Grannus-Goya-Fernjäger, Hann. Stamm 891/Nesuli) den Ic-Preis (2. Reservesieger).
Prämiert wurden weiterhin Söhne der Hengste Chacco Blue, Cornet Obolensky, Denzel van het Meulenhof, Diamant de Semilly, Emerald van Ruytershof, Martini VDL, Rob Roy van den Bisschop und Zirocco Blue.
In der Dressur konnte (oder wollte) die Kommission sich nicht auf einen Sieger festlegen, und so gab es gleich zwei: zum Einen den Rappen von Feliciano (M. v. San Amour I-Lanciano-Raueck I-Capitol I-Narciss, OF-Stamm 89/Holst. Stamm 8793, Z.: Martin Niedernair, Aying; B.: Ida Vavrikova, Brno/CZE), dessen Großmutter Vollschwester der gekörten Hengste Lord Sinclair I, II und III war. Und zum anderen einen westfälischen Fuchs von Sir Heinrich (M. v. Don Juan de Hus-Lugato-Sunny Boy, Hann. Stamm 168/Alkyone II, Z.: Erich Trogemann, Olfen, B.: Schulze-Averdiek Sportpferde und Aufzucht GbR, Rosendahl). Mit diesem hart erkämpften Kompromiss, der beileibe nicht überall auf Verständnis traf, umging die Kommission die bisher bestehende Regelung, wonach ein Münchener Siegerhengst stets eine Identität der DSP-Verbände haben muss. Aber alle diesbezüglich aufwendig erfolgten taktischen und theoretischen Überlegungen trafen in der Auktionsarena schließlich auf die Realität: der Fuchs von Sir Heinrich ging für 265.000 Euro in das aufstrebende Gestüt von Bellin im brandenburgischen Fehrbellin-Brunne, wogegen der Rappe 56.000 Euro einbrachte.
Reservesieger wurde ein hannoverscher Fuchs von Juwel (M. v. Vitalis-Weltmeyer-Bogenschütze, Hann. Stamm 661/Nachmahd, Z.: Lianne u. Claus Fenske, Wardenburg; B.: BG Westhoff u. Rothenberger, Bad Homburg), der nicht zum Verkauf stand. Weitere Prämienhengste stammten ab von Dutch Dream, Energy, Fusionist, Global Player, Total Hope und Zackerey. Der Energy-Nachkomme brachte 125.000 Euro; der Zackerey-Sohn ging für 150.000 ins Gestüt Sprehe.
Den obligaten 300-Euro-Scheck aus dem Hause ZÜCHTERFORUM (Matthaes Medien) für den jeweils besten Vorführer auf allen deutschen Körplätzen erhielt in München Linus Richter, der seit langen Jahren zum Team von Uwe Hannöver zählt. Der Titel „Best Groom“ für das beste Herausgebrachtsein der Pferde, ebenfalls ausgelobt durch Matthaes Medien (BAYERNS PFERDE Zucht und Sport), ging an das Team Schulte-Maerter aus dem westfälischen Soest.