Wahlen in den bayerischen Zuchtverbänden
Im März stehen bei drei regionalen bayerischen Zuchtverbänden Neuwahlen an. Den Auftakt bildet der Pferdezuchtverband Franken am 15. März in Herrieden, wo der bisherige Vorsitzende Georg Ochs nach langer Amtszeit zurücktritt. Neue Kandidaten rücken ins Spiel. Auch beim Verband Niederbayern/Oberpfalz kommt es am 28. März zu einem Führungswechsel. Hubert Berger stand 20 Jahre an der Spitze und will sich nun einem jüngeren Kandidaten öffnen; zur Verfügung steht Franz Winklmaier aus Buch am Erlbach. In Schwaben/Buchloe ist die Wahl am 20. März. Der bisherige Vorsitzende Jakob Maier aus Langerringen wird sein Amt fortführen. In Oberbayern wird Ende April gewählt. Anlass genug, die neuen Kandidaten vorzustellen:
Andreas Meyer (Franken)
Andreas Meyer (48) ist in der bayerischen Zucht allseits bekannt und seit 24 Jahre ehrenamtlich im Verband engagiert. Er stammt aus einer Haflinger Züchterfamilie, engagierte sich bei den Jungzüchtern und ist heute der zweite Vorsitzende im Rassebeirat Warmblut des Landesverbandes der Bayerischen Pferdezüchter. Als FN-Zuchtrichter ist er mit seinem fachmännischen Blick bei den Schauen und als stellvertretendes Körkommissionsmitglied bayernweit gefragt. Seit 2006 bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau Sabrina das Gestüt Strüthof mit Hengststation im Naturpark Fränkische Schweiz bei Plech. Der staatlich geprüfte Besamungswart widmet sich der Zucht, Aufzucht und Ausbildung von Warmblutpferden und Deutschen Reitponys. Aus seiner Zucht stammen gekörte Hengste sowie Landessiegerstuten. Andreas Meyer ist Vater von drei pferdebegeisterten Töchtern.
Warum glauben Sie, dass Sie der richtige Kandidat für dieses Amt sind. Was motiviert Sie persönlich, welche Ziele haben?
„Jeder Mensch hat etwas, das Ihn antreibt“, bei mir und meiner Familie ist es die Leidenschaft fürs Pferd. Die Freude am Pferd verbindet so viele Menschen und das möchte ich fördern. Ein guter und freundschaftlicher Zusammenhalt unter den Züchtern ist mir wichtig, egal welcher Rassegruppe die Mitglieder angehören, auch der kleine Züchter muss gehört werden. Am Ende sitzen alle im gleichen Boot und man sollte voneinander profitieren, lernen und sich unterstützen, dann kann man vieles erreichen.
Wo steht der Pferdezuchtverband aus Ihrer Sicht heute? (Was läuft gut, wo sehen Sie Herausforderungen?)
Der Pferdezuchtverband Franken hat leider in den letzten Jahren viele Mitglieder aus verschiedensten Gründen verloren, was die Anzahl der registrierten Fohlen der vergangenen Jahre zeigt. Das ist zum Teil sicher der allgemeinen Entwicklung der Pferdezucht geschuldet, aber vielleicht kann ich dazu beitragen, dass durch gute Organisation, neue Ideen und der Ausbau der Vermarktung, Vernetzung der Züchter, gute Stimmung untereinander, Förderung der Jungzüchterarbeit und einfach Freude an der Pferdezucht, wieder mehr Züchter ihre Stuten belegen lassen und es dadurch keinen weiteren Abwärtstrend mehr gibt. Gute, qualitätvolle und gesunde Pferde sind nach wie vor gesucht, auch wenn sich die Zeiten geändert haben. Das sollte ein Ansporn sein, den Verband in diesem Sinne weiterzuführen, damit er in Zukunft gut aufgestellt ist.
Was sind die aus Ihrer Sicht wichtigsten Aufgaben des Verbandes heute und morgen?
Der Verband muss seine Mitglieder an die Hand nehmen und da sein, um die Sorgen und Probleme der Züchter zu verstehen und dann Lösungen zu finden. Das kann nur mit einem guten Team passieren, aus passionierten Pferdezüchtern, die das auch entsprechend an die Mitglieder weitergeben.
Ich hoffe für die Zukunft unseres fränkischen Verbandes, dass wir positiv nach vorne blicken können und ich meinen Teil dazu beitragen kann. Durch meine guten Kontakte zu allen anderen Regionalverbänden, sowie zum Landesverband bayerischer Pferdezüchter, als auch darüber hinaus, kann man viel bewegen. Ein gutes Miteinander in allen Bereichen sind ein wichtiger Punkt um zukunftsfähig zu bleiben, denn gemeinsam sind wir viele!
Franz Winklmaier (Niederbayern/Oberpfalz)
Franz Winklmaier (Niederbayern/Oberpfalz) Franz Winklmaier entdeckte früh seine Leidenschaft für Pferde und bekam im Alter von 14 Jahren sein erstes Pferd. Seit dieser Zeit begleiten die Pferde sein Leben und auch seine Familie trägt zu dieser Begeisterung bei. In die Pferdezucht stieg Franz Winklmaier 2005 ein, das erste Fohlen kam 2006, ein Stutfohlen von Sir Donnerhall, welches der Grundstein für den heutigen Stutenstamm war. Seit 2012 betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Beate einen eigenen Zuchtstall in Buch am Erlbach, wo seither zahlreiche erfolgreiche Sportpferde, Staatsprämienstuten und Prämienhengste das Licht der Welt erblickten.
Franz Winklmaier ist 56 Jahre alt und in der Pferdeszene kein Unbekannter. Seit 21 Jahren ist er aktives Mitglied im Bayerischen Pferdezuchtverband, seit acht Jahren Ausschussmitglied im Pferdezuchtverband Niederbayern/Oberpfalz und Delegierter im Landesverband. Er bringt als erfolgreicher Züchter sowohl Fachwissen als auch Leidenschaft für die Pferdezucht mit. Neben seiner Tätigkeit als Pferdezüchter ist Franz Winklmaier beruflich als Versicherungsmakler tätig. In diesem Berufsfeld verfügt er über langjährige Erfahrung in Beratung, Organisation und verantwortungsvollem Umgang mit wirtschaftlichen Fragestellungen – Fähigkeiten, die auch für die Führung eines Verbandes von großer Bedeutung sind.
Warum glauben Sie, dass Sie der richtige Kandidat für dieses Amt sind. Was motiviert Sie persönlich, welche Ziele haben?
„Ich sehe es als große Verantwortung und Chance zugleich, die erfolgreiche Arbeit meines Vorgängers fortzuführen und den Verband zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Dazu gehören Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung junger Züchterinnen und Züchter sowie eine enge Zusammenarbeit und Austausch mit den Mitgliedern und Züchtern.“
Wo steht der Pferdezuchtverband aus Ihrer Sicht heute? (Was läuft gut, wo sehen Sie Herausforderungen?)
„Der Pferdezuchtverband Niederbayern/Oberpfalz hat auf Grund der hervorragenden Arbeit von Hubert Berger, eine sehr stabile und sichere Grundlage für unsere Züchter. Die Herausforderung in den kommenden Jahren wird sicher das Aufrechterhalten unserer Mitgliederzahl sein. Wir müssen dafür sorgen, dass der Verband attraktiv bleibt bzw. noch attraktiver wird, damit jedes einzelne Mitglied einen echten Mehrwert spüren kann und es keine Notwendigkeit gibt, sich verbandsmäßig anderweitig zu orientieren.“
Was sind die aus Ihrer Sicht wichtigsten Aufgaben des Verbandes heute und morgen?
Als einer der vier Regionalverbände unter dem Dach des Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V., gehört zu den Aufgaben des 1. Vorsitzenden die Zusammenarbeit mit den Vorständen der anderen Regionalverbände sowie dem Vorstand des Landesverbandes dazu. Im Falle, dass ich zum 1. Vorsitzenden gewählt werde, ist es mir ein zentrales Anliegen, als Regionalvorstand auf Augenhöhe sowie offen und transparent mit dem Vorstand des Landesverbandes zusammenzuarbeiten. Ein konstruktiver Dialog, klare Kommunikation und nachvollziehbare Entscheidungen sollen die Basis für eine Vertrauensvolle Zusammenarbeit bilden – unabhängig von Rasse und regionaler Herkunft!