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von Tobias Hemken am Sonntag, 02.08.2026 um 16:27

Über 100 Dressurfohlen aus Münster-Handorf

Kopfnummer 1 Vantastisch avancierte zur Preisspitze der Auktion.  /  © Reckimedia (frei)

Rund 110 dressurbetonte Reitpferde- und Reitponyfohlen standen in Münster-Handorf am heutigen Nachmittag zum Verkauf. Mit einer Verkaufsquote von 85 Prozent erzielte das Westfälische Pferdestammbuch einen Gesamtumsatz von rund 1,1 Millionen Euro. Zur gefeierten Preisspitze von 80.00 Euro avancierte der Vjento-Sohn Vantastisch. Die verkauften Reitpferde erzielten einen Durchschnittspreis von 12.405 Euro.

Nach dem ersten Teil der Westfälischen Fohlen-Auktion im Rahmen der Westfalen-Woche am gestrigen Freitag stand die Aufmerksamkeit heute auf den dressurbetonten Fohlen. 99 Reitpferdefohlen und neun Ponyfohlen standen in diesem zweiten Teil der wohl größten Fohlen-Auktion Deutschlands zum Verkauf.

Einen wahrlich „Vantastischen“ Auftakt gab es direkt zu Beginn der Auktion. Die Kopfnummer 1 weckte bereits im vorangegangenen Prebidding hohe Begehrlichkeiten. Der Sohn des Vjento/Ampere aus der Zucht der Niederländerin Noortje Radstake, die seit vielen Jahren die Westfälischen Auktionen mit ihrer Erfolgszucht bereichert trug den bezeichnenden Namen Vantastisch. Die Mutterstute Annika v. Ampere stellte bereits mehrfach hochpreisige Auktionsfohlen auf den verschiedenen Westfälischen Auktionen. Sie entspringt dem Erfolgsstamm der berühmten Hengste Welt Hit I bis VI. Der braune Hengst fand am heutigen Nachmittag viele Liebhaber und wechselte zum unangefochtenen Spitzenpreis von 80.000 Euro den Besitzer.

Auch das zweitteuerste Fohlen kam aus den Händen treuer Westfälischer Züchter. Norbert Horstmann aus Lüdinghausen hatte seine Hatuscha v. Hotline angepaart an den Warendorfer Landbeschäler Sir Heinrich. Der Garant für Erfolg war in der Vergangenheit bereits mehrfach der Vater von Auktionsspitzen am Westfälischen Pferdestammbuch. Das Hengstfohlen mit der Kopfnummer 19 entspring dem Mutterstamm des Grand Prix erfolgreichen Siegerhengstes Valverde. Am Ende wurde Sir Hotline für 56.000 Euro an eine Besitzgemeinschaft aus Deutschland verkauft.

Neben den Reitpferdefohlen stießen auch die Reitponyfohlen auf äußerst große Beliebtheit bei den Kunden! 90 Prozent dieser wurden erfolgreich verkauft. Zum Spitzenpreis avancierte eine bildschöne Tochter des Komet. Der Siegerhengst der Westfälischen Reitponykörung überzeugte erst vor wenigen Tagen unter dem Sattel von Wibke Hartmann-Stommel in der Einlaufprüfung zum Westfalen-Championat, die er souverän gewinnen konnte. Dietmar Boom aus Legden hat diesen aufstrebenden Junghengst gewählt für seine St.Pr.St. Golden Sunlight B v. FS Golden Moonlight gewählt. Dem beeindruckenden Stutfohlen hat die Familie Boom den bezeichnenden Namen Kindheitstraum gegeben. Die typvolle Stute entspricht voll diesen Erwartungen und lies nicht nur die Kinderherzen höherschlagen. Für 16.000 Euro freuen sich treue Kunden aus dem Rheinland über den Zuschlag.

Auch in diesem Auktionslot komplettierte ein implantierter Embryo das qualitätvolle Lot. Escolar/Dimaggio (Z. u. Ausst.: Christoph Gehre, Weeze) lautet die Abstammung des Nachwuchses, der im Jahre 2027 zur Welt kommen soll. Dieses Fohlen ist dann ein Vollbruder der erfolgreichen Pferde Espe und Ellis. Zum Zuschlagspreis von 11.000 Euro dürfen Stammkunden des Westfälischen Pferdestammbuchs gespannt auf die Geburt des Nachwuchstalents warten.

Fast sieben Stunden dauerte die Auktion der knapp 100 angebotenen Offerten am heutigen Tag. Die Stimmung in Westfalen war dabei ungebrochen gut. Gleich zu Beginn der Auktion zeigte Auktionator Thomas Münch, dass nicht nur die Fußballer mit Stimmung begeistern können. Zum Auftakt marschierten Züchter, Aussteller und Läufer ein und ließen es sich nicht nehmen in Erling Haaland-Manier gemeinsam zu rudern. „Wir sitzen alle in einem Boot. Lasst uns in diesen Zeiten zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen“, eröffnete Thomas Münch die Auktion. Mit dem Endergebnis ist das Westfälische Pferdestammbuch mehr als zufrieden. Die 84 verkauften Reitpferdefohlen erzielten einen Durchschnittspreis von 12.405 Euro. Für die Reitponyfohlen investierte die Kundschaft durchschnittlich 7.143 Euro. Mit der gestrigen Auktion der Springfohlen erzielte das Westfälische Pferdestammbuch einen Gesamtumsatz rund 1,6 Millionen Euro.

(PM)

Tobias Hemken (Redakteur)

Seine Leidenschaft für Pferdezucht, Reitsport und die Partnerschaft mit dem Pferd prägen seinen Werdegang. Nach dem Studium des Equine Business Managements in den Niederlanden war er fast zehn Jahre als Redakteur im Bereich Pferdezucht tätig. In dieser Zeit entdeckte er nicht nur seine Begeisterung für Abstammungen und Pedigrees, sondern auch seine kreative Ader. Seit seinem zehnten Lebensjahr sitzt er im Springsattel und hat sich mittlerweile auch eine eigene kleine Zucht aufgebaut. Im Mittelpunkt steht für ihn dabei stets das Pferd als treuer Partner und sportlicher Begleiter.

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